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28 Jahre WWW – und 3 Warnungen vom Erfinder

Sir Tim Berners-Lee richtet einen offenen Brief an die Welt, die er maßgebend mit prägte ...

Sir Tim Berners-Lee, der Erfinder des Word Wide Web und sein erster Webserver Diese NeXT Workstation (ein NeXTcube) wurde von Sir Tim Berners-Lee als erster Webserver im World Wide Web verwendet | Foto (Webserver) © Coolcaesar aus der englischsprachigen Wikipedia [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons / Foto (Tim Berners-Lee) © Paul Clarke [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Ohne ihn gäbe es ev. kein Google, Facebook, Twitter, uä. Ohne ihn wäre die digital-technologische Welt anders, es würde vielleicht keine Websites, Internetshops, Wiki´s, Foren, Blogs, etc. geben wie wir sie heute kennen.

Als Sir Tim Berners Lee vor 28 Jahren, am 12.03.1989 das World Wide Web erfand, erahnte dieser brillante Mann möglicherweise die Tragweite seiner Idee. Zumindest theoretisch …
Denn was heute daraus wurde, wie viele Menschen damit und darin leben und arbeiten, welche großen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen Veränderungen es mit sich brachte – das konnte auch er nicht voraussehen.

Sir Tim Berners Lee hat auch den größten Anteil an all den Entwicklungen welche das Web erst zu dem Medium machte, welches Informationen vernetzen konnte: HTTP, HTML, dem ersten Server und den ersten Browser aller Zeiten.
Vieles davon ist bekannt, vieles lässt sich heute Dank seiner Erfindungen in Sekunden „googlen“.

Ich erwähne es auch nur, weil es einen großen Teil meiner eigenen Geschichte einnimmt. Denn bald nach den ersten Veröffentlichungen des Genies zog ich mit und lernte Anfang/Mitte der 90er auch HTML – wer weiß für was man diese spannende Sache brauchen kann. Aus diesen bescheidenen Anfängen wurde eine Berufung – bis heute.

Offener Brief an die Welt

Doch es geht hier um die Botschaft des Erfinders, der Mann ist ja noch hochaktiv und steht den höchsten Institutionen des Web´s vor – zb. der World Wide Web Foundation und ist Vorsitzender des 1994 von ihm selbst gegründeten World Wide Web Consortium.

So beobachtet Sir Lee die Entwicklung des Webs immer kritisch und hat sich dabei seine freie Weltanschauung behalten. Er war und ist, (in Gegensatz zu einigen auch sehr erfinderischen aber auch kommerziell eingestellten Zeitgenossen), immer der Meinung, das Web müsse frei nutzbar, editierbar und offen für weitere Entwickler bleiben. Er gab seine Ideen ja auch frei weiter, patentierte diese Erfindungen nicht einmal.
Also sollte man seinen offenen Brief auch in dem Kontext sehen.

Drei Warnungen und Anliegen vom Erfinder

Es beginnt damit, dass er meint, seine Vision vom freien Informationsaustausch über alle Grenzen hinweg, sei auch weitgehendst Wirklichkeit geworden.
Doch es gibt da 3 große Themenbereiche, welche ihm Sorgen bereiten:

1. ) „Wir haben die Kontrolle über unsere Daten verloren“

Unsere Daten würden in den „proprietären Silos“ gewisser Dienstleister (Anm. zib: Er meint damit Google, Facebook, usw.) gespeichert und an Dritte ohne unser Wissen weitergegeben.

Diese Datensammelwut dieser Konzerne machen sich zunehmend auch Regierungen und Behörden zunutze. Sie greifen mittels eigens geschaffener „extremer“ Gesetze darauf zu und diese Zunahme an Überwachung würde zur Einschränkung der Freiheit führen. Schon lange fürchten sich viele Menschen davor, sich über sensible Themen, wie Gesundheit, Sexualität oder Religion im Web zu informieren.

2. ) „Fehlinformationen im Internet zu verbreiten wurde zu einfach!“

Heute suchen und finden die meisten Menschen Nachrichten und Informationen hpts. nur durch eine  Handvoll von Social – Media – Websites und Suchmaschinen. Diese Seiten machen mehr Geld , wenn wir auf die Links klicken.
Deren Algorithmen entscheiden, auf Basis unsrer persönlichen Daten, was wir sehen und was nicht.

Diese Seiten zeigen uns Inhalte, von denen sie denken, dass wir darauf klicken – was bedeutet, dass Fehlinformationen oder gefälschte Nachrichten, die überraschend, schockierend sind, oder gar eigens dazu entwickelt sind, um unsere Vorurteile ansprechen können, wie ein Lauffeuer verbreiten.
Mit Armeen von Bots können Menschen mit schlechten Absichten das System mit Desinformation füttern um daraus finanziellen oder politischen Gewinn zu erzielen.

3. ) „Politische Online-Werbung braucht Transparenz“

Politische Online Werbung wurde schnell eine hoch entwickelte Industrie. Die Tatsache, dass die meisten Menschen ihre Informationen von nur wenigen Plattformen erhalten, bedeutet, dass politische Kampagnen direkter auf Nutzer ausgerichtet werden können.

Es ist nicht demokratisch was da abläuft, wenn etwa Wähler absichtlich auf gefälschte Nachrichten-Websites verwiesen werden. Leider lässt sich dies alles schwer bis gar nicht überwachen – denn zb. 50.000 Variationen von Anzeigen wurden bei der US – Wahl 2016 jeden Tag allein auf Facebook serviert.

Lesen Sie auf Seite 2 wie sich Sir Berners-Lee die Lösung für diese Dinge vorstellt – und eine Fazit, wie wir alle diese erreichen können …

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