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Aktuelle ÖBB Infos zum Zugunfall in Wieselburg

Gleis seit 7 Uhr frei - Ursachenforschung und Nachbetreuung der Fahrfäste gestartet

ÖBB Gütertransport (Symbolbild) | © ÖBB/Wolfgang Steiner ÖBB Gütertransport (Symbolbild) | © ÖBB/Wolfgang Steiner

Seit ca. 07:00 ist die Bahnstrecke bei Wieselburg nach dem gestrigen Unfall wieder frei befahrbar. Nun kam ein etwas widersprüchliches Update der ÖBB. Demnach hat man „viele richtige Maßnahmen getroffen, dennoch wird auch menschliches Versagen nicht ausgeschlossen“.

ÖBB zur aktuellen Lage: Zugunfall in Wieselburg (STAND 20.10 12:15)

Nachbetreuung von betroffenen Fahrgästen gestartet

Das Unternehmen wird mit allen betroffenen Fahrgästen persönlich Kontakt aufnehmen, höchste Priorität hat eine rasche Genesung aller verunfallten Personen.  „Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Einsatzorganisationen für die rasche und große Hilfe bei diesem außergewöhnlichen Ereignis.“

Ursachenforschung gestartet

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Experten der ÖBB und auch die zuständigen Behörden haben gestern mit der Analyse des Unfallhergangs begonnen.
Ein Frage ist etwa: Warum in Randegg Güterwägen auf die freie Strecke entrollt sind: „Es kann derzeit weder eine menschliche Fehlleistung durch mangelhafte Sicherung der Fahrzeuge noch ein technisches Gebrechen an den Waggons (wie etwa mangelhafte Bremswirkung) ausgeschlossen werden.

Viele richtige Maßnahmen haben Unfall nicht mehr verhindert

Der Fahrdienstleiter hat zB. drei Eisenbahnkreuzungen entlang der Strecke geschlossen. Und die im Bahnhof Wieselburg auf den Personenzug wartenden Personen aufgefordert, den Bahnsteig aus Sicherheitsgründen zu verlassen.
Weiters hat er die Einsatzkräfte alarmiert und das Signal für den Personenzug auf „Halt“ gestellt, um ihn rechtzeitig zu stoppen.

Darüber hinaus hat er im Bahnhof Wieselburg versucht, eine Weiche umzustellen, um die Waggons auf ein Nebengleis zu lenken und eine Kollision zu verhindern. Die dafür erforderliche Zeit war für diesen manuell zu setzenden Schritt allerdings nicht mehr ausreichend. Entlang der Strecke gibt es keine andere Möglichkeit, den Zug zum Entgleisen zu bringen oder auf ein Abstellgleis zu lenken.“ so die aktuelle ÖBB Mitteilung.

Sauer auf ÖBB

In den Sozialen Medien ist man extrem sauer auf die ÖBB, so verstehen die Menschen nicht warum man nicht rechtzeitig evakuiert hat. Andere meinen das Bremsen der Güterwaggons wäre leicht möglich gewesen. usw. Dabei sind auch Leute, die scheinbar wirklich Ahnung haben, welche mit Fachausdrücken um sich schmeissen die ev. nur Insider kennen?

Manifestation einer Anekdote

Schnelle Zug-Durchfahrten sind an der Tagesordnung | © ÖBB/Konrad Kaiser

Schnelle Zug-Durchfahrten sind nun mal an der Tagesordnung | © ÖBB/Konrad Kaiser

Nun ist eigentlich das passiert, was bei „Terror – Ihr Urteil“ als ein berühmte, juristische Anekdote erzählt wurde: Als sich Waggons selbständig machten und auf einen Bahnhof mit hunderten Menschen zu rollten. Einzige Rettung wäre den Zug auf ein Gleis mit 5 nichtsahnenden Gleisarbeitern um zu lenken.

Wen rettet man, darf man die 5 Arbeiter opfern um hunderte zu retten?
Sicher gäbe es für dieses Beispiel einige Lösungsmöglichkeiten, etwa den Zug einfach durch den Bahnhof lassen.

Letzteres kommt täglich zig mal vor, man denke an Schnellzüge ohne Halt in kleineren Bahnhöfen. Es sollte ja eh keiner auf den Gleisen herum spazieren.

 


Am Mittwoch, den 19.10.2016 kam es gegen 11.40 Uhr zu einer schweren Zugkollision in Wieselburg.

Bei Verschubarbeiten in Randegg entrollten fünf Güterwagen und stießen mit einem Regionalzug zusammen. Der Regionalzug 7012 war auf dem Weg von St. Pölten nach Scheibbs und ist zum Zeitpunkt des Unfalls vor dem Bahnhof Wieselburg beim Einfahrsignal gestanden.

Bei diesem Unfall wurden 4 Personen schwer verletzt. Insgesamt befanden sich  im Regionalzug 22 Fahrgäste.

Quelle

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