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Betreiberinnen der „Georg-Danzer-Häuser“ im Visier der Justiz

Wurden wirklich Gelder zur Grundversorgung der Flüchtlinge missbräuchlich verwendet?

Kinder, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Kinder, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge | WikiImages / Pixabay

GEORG DANZER verließ vor 10 Jahren die Bühne des Lebens, kaum jemand würdigte diesen Todestag.

Nun kommt sein Name aus ganz anderen Grund wieder in die Medien. Der große österreichische Liedermacher wurde ja posthum als Namenspate für die „Georg-Danzer-Häuser“ für Flüchtlinge auserkoren.

Warum Namenspate?

Georg Danzer

Georg Danzer, im September 2006 (* 7.10.1946; † 21. 06.2007) | Foto © von Pd4u (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons

Dies angeblich, weil der Künstler damals als einer der wenigen immer zu Spenden aufrief, und weil er „kein Denkmal, das nur die Vögel anscheißen“ wollte. Daher gaben die Initiatoren später „ihren“ Häusern diesen Namen.

Nun, dieser O-Ton des am 21.06.2007 verstorbenen Liedermachers klingt glaubwürdig, gut möglich das diese Angabe einer der Betreiberinnen stimmt.

Damit endet auch schon der Zusammenhang mit Georg Danzer und beginnt eine unglaubliche Story, welche der KURIER ausgegraben hat:
Angeblich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Verein „Fluchtweg„, welcher hinter diesen Betreuungseinrichtungen steht.

Dabei wurde dieser, im Herbst 2014 gegründete Verein noch in zahlreichen Artikeln in etlichen Medien hoch gelobt (zb. hier). Die beiden Betreiberinnen berichteten über ihre Arbeit, die behördlichen Hürden, erzählten von hohen Kosten. Aber auch vom familiären Klima, welches man für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge geschaffen habe.

Die Betreiberinnen sollen Fördergelder missbraucht haben

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Sachverhaltsdarstellung der Stadt Wien.
Das Wiener Jugendamt brachte den Fall ins Rollen. „Es gab keine nachvollziehbare Buchhaltung und nicht nachvollziehbare Privatüberweisungen“, sagt eine Sprecherin zum KURIER.
Die Staatsanwaltschaft bestätigt die Ermittlungen. Geprüft wird, ob öffentliche Gelder, die zur Grundversorgung der Flüchtlinge vorgesehen waren, missbräuchlich verwendet wurden.

Die zwei Betreiberinnen sollen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Ihr Verein „Fluchtweg“, der die Georg-Danzer-Häuser betreibt, ist mittlerweile insolvent. Der Insolvenzbericht liegt dem KURIER vor, die Vorwürfe wiegen schwer: Der Verein hat keine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, die Kassabuchführung ist mangelhaft, Belege fehlen. Dazu sollen die Betreiberinnen immer wieder selbst in die Kasse gegriffen haben.

Aktuell werden noch 17 Flüchtlinge im Auftrag des Landes Niederösterreich betreut.

Quelle

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