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Bild- u. Videobericht zum Schadstoffeinsatz in Wr. Neudorf

8 Wehren mit 90 Kameraden kämpften 6 Stunden um die Gefahr abzuwenden

Schadstoffeinsatz 24.07.2017 Jeder Griff muss sitzen! | Foto: © FF-WR-NEUDORF.AT - Mathias SEYFERT
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Die dunkle Regennacht wird nur von den Scheinwerfer der Einsatzkräfte durchbrochen; Im Gegenlicht war der Chemie-Dampf rund um einen LKW gut zu sehen. Säure läuft von dessen Ladefläche auf den Boden, wo sie dampfend auf den nassen Asphalt trifft.
Spezialisten in Schutzanzügen arbeiten unter dem Wasserschild hochkonzentriert an Kanistern, dessen Aufkleber voller Warnsymbole sind, jeder Griff muss sitzen!

Dramatische Szenen wie aus einem Katastrophenfilm waren es, welche die Presseleute der Freiwilligen Feuerwehren in den frühen Morgenstunden des 24.07.2017, konkret so ab 02:00 Uhr früh da festhielten. Die Medien wurden ab 06.00 Uhr früh von dem Vorfall informiert, es gab einen ersten Bericht.

Nun liegt der Detailbericht, alle Fotos und ein Video vor:

Detailbericht Schadstoffeinsatz – Salzsäure ausgetreten

In Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) wurde am 24. Juli 2017 um ca. 2:00 Uhr Früh die Feuerwehr alarmiert, nachdem auf einem Betriebsgelände der Austritt einer Chemikalie bemerkt worden war. Aus einem abgestellten Lkw drangen sichtbare Dämpfe und eine Flüssigkeit tropfte von der Ladefläche. Laut dem Fahrer des Lkw handelte es sich um Salzsäure.

Die FF Wiener Neudorf rückte mit den für einen Schadstoffeinsatz notwendigen Fahrzeugen aus und unternahm eine erste Erkundung an der Einsatzstelle. Der betroffene Bereich rund um das Gefahrgutfahrzeug wurde abgesperrt und der Schadstoffberatungsdienst des NÖ Landesfeuerwehrverbandes zur Einsatzstelle gerufen.

Um die Dämpfe niederschlagen zu können wurde rasch ein Wasserschild aufgebaut, während sich ein Trupp mit Chemikalienschutzanzügen ausrüstete. Der Lkw samt Anhänger wurden von diesem Trupp geöffnet, um die Herkunft der Flüssigkeit feststellen zu können.

Auf der Lkw-Ladefläche wurde man fündig: Ein IBC-Behälter (Intermediate Bulk Container) mit 30 bis 33 prozentiger Salzsäure war offensichtlich verformt und beschädigt. Salzsäure tropfte bereits aus dem Fahrzeug – insgesamt sind rund 700 Liter ausgetreten. Um die Dämpfe aus der Luft zu „waschen“ und die Salzsäure zu verdünnen, wurde stundenlang mit Wasserwerfern von mehreren Seiten gearbeitet.
Stark verdünnt stellt der Stoff keine Gefahr für die Umwelt dar. Die von der Feuerwehr gemessenen Werte nach dem massiven Einsatz von Wasser waren unbedenklich.

Die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neudorf forderte von Beginn an nacheinander weitere Spezialkräfte zur Unterstützung an (FF Brunn am Gebirge zur Wasserversorgung); so auch die Dekontaminationseinheit der Feuerwehren des Bezirks Mödling (FF Breitenfurt, FF Perchtoldsdorf) und den Schadstoffzug aus dem Nachbarbezirk Baden (bestehend aus FF Möllersdorf, FF Kottingsbrunn, FF Baden-Leesdorf).

Mit vereinten Kräften und klarer Aufgabenteilung konnte der Einsatz erfolgreich abgearbeitet werden: Der Lkw wurde aus seiner Parklücke gefahren, der beschädigte Behälter geborgen und sein Rest-Inhalt umgepumpt.  Auch alle weiteren Chemikalien-Container aus dem Zugfahrzeug mussten zur Sicherheit ausgeladen werden, das Innere des Lkws wurde danach erneut mit einem Wasserwerfer gründlich ausgewaschen, um den stark ätzenden Stoff zu verdünnen.

Das alarmierte Rote Kreuz war zur Sicherheit ebenfalls anwesend, musste aber nicht tätig werden.

Gegen 08:00 Uhr Früh konnte Entwarnung gegeben werden: Der Schadstoff war beseitigt und die eingesetzten 90 Mitglieder von acht Feuerwehren konnten wieder einrücken. Es bestand zu keiner Zeit eine Gefährdung für die Bevölkerung.

Quelle, Bericht, Fotos und Video: www.ff-wr-neudorf.at

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