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Bundesheer: Rückzug beim Katastrophenschutz?

Auch bei der Aubrücke gibts Arbeit für die Pioniere
2002: Ein Bergepanzer entfernt eine Wehranlage wo sich das Wasser staute und entlastete mit einem Ruck eine ganze Siedlung

2002: Ein Bergepanzer entfernt eine Wehranlage wo sich das Wasser staute und entlastete mit einem Ruck eine ganze Siedlung

Ob man(n) vor der Musterung steht oder, wie der Autor, schon ewig lange vom Heer weg ist, oder noch als Reservist an Übungen teil nimmt ist egal: Fast jeder war und ist von der Notwendigkeit und Effizienz des Heeres bei Katastrophen – Einsätzen überzeugt. So war es auch für mich damals klar: Wenn ich schon dort hin muss, dann zu den Pionieren oder so.

Militärische Umgangsformen, der oft unnötige Drill, so manche Kriegsspielerei bei Nachtübungen oder der Wachdienst am Wochenende ist weiterhin wenig Grund um zu den Verein gehören zu wollen – aber zivilen Schutz für die Bevölkerung – das will eigentlich jeder haben und geben!

Jeder? Nein, einer ordnet den Rückzug an: Verteidigungsminister Gerald Klug. Das meinen zumindest die Leute rund um Fritz Gurgiser, ein Tiroler Landtagsabgeordneter und AK Vorstand, welcher schon so einige Plattformen gründete, wie zB. „GURGISER & Team – Bürgerklub Tirol

Wer den folgenden Bericht liest, gewinnt vielleicht auch den Eindruck das man den allerwichtigsten Teilbereich des Bundesheeres schrittweise demontieren will um ihn in der Folge wegen zu geringer Effizienz ganz abschaffen zu können.

STETS BEREIT statt STETS GESCHLOSSEN – Bundesheer will sich von Katastrophenschutz verabschieden

Vomp/Innsbruck/Wien  – Tag für Tag wächst in Tirol der Zusammenhalt gegenüber Minister Klug sowie seinen Militär“strategen“, die in völliger Verkennung des Regierungsauftrages „Schutz und Hilfe im Katastrophenfall“ die Standorte Vomp, Klagenfurt und Aigen (wahrscheinlich) ersatzlos schließen und die bestehende Hubschrauberflotte auf ein Drittel reduzieren wollen (Details auf www.gurgiser-team.at).

Genau den Bereich des österreichischen Bundesheeres, der in der Bevölkerung positiv besetzt ist – Hubschrauber, Einsatzmannschaften, Sanität etc. – aufgeben und damit nicht nur Westösterreich, sondern de facto das gesamte Bundesgebiet im Falle von Katastrophen nicht mehr in gewohnter Weise abdecken zu können. Zu einem Zeitpunkt, wo sich national wie international durch den nicht mehr wegzuleugnenden Klimawandel Naturereignisse wie Hochwasser, Muren, Lawinen, Brände etc. immer aggressiver darstellen und es daher nur ein GEBOT DER STUNDE sein kann, diesen wichtigen und von der Bevölkerung hoch respektieren Auftrag des österreichischen Bundesheeres aufzurüsten.

Gebirgseinsatz über der „Langen Lacke“?!

Ganz abgesehen davon, wie es Hubschrauberpiloten in Katastrophenfällen im Gebirge ergehen kann, wenn sie dafür höchstens noch im Flachland oder über der „Langen Lacke“ für den Ernstfall üben können.

In knapp 4 Wochen bereits über 2500 Unterschriften von besorgten Tirolerinnen und Tirolern, eine einstimmige Landtagsentschließung, der Appell aller Tiroler Rettungsorganisationen, zahlreiche Gemeinden – was brauchen der Minister und seine Militärstrategen noch, um zu erkennen, dass sie diese geplante „Sicherheits- und Schutzmaßnahmen-Schließorgie“ dringendst zu entsorgen haben?

Muss es erst soweit kommen, dass wir, die wir bspw. den Hubschrauberstützpunkt in Vomp schon 1969 mit 1 Million Schilling des Landes Tirol (Eduard Wallnöfer) und damit die Wichtigkeit betont haben, unsere legitimen „Öffentlichen Interessen“ im Rahmen einer Eigentümerversammlung am Stützpunkt Vomp artikulieren müssen? Ist das der neue Weg des Bundesheeres, den eigenen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern genau das wegzunehmen, was ihnen wichtig ist:
Hubschrauber, Einsatzkräfte, Sanität und Assistenzleistungen vor, während und nach schweren, unvorhergesehenen Katastrophen? Wer diesen Weg forciert, geht als „Totengräber des Regierungsauftrages Schutz und Hilfe in Katastrophenfällen“ in die österreichische Geschichte ein. Vom „Marketing“ her wäre es wohl vergleichbar mit der Idee, den „Mercedes-Stern“ aus „Spargründen“ zu entfernen und braucht nicht weiter kommentiert werden.

Als nächster Schritt erfolgt ein Aufruf an die anderen Bundesländer im Wege der Landtagsdirektionen sowie Bundesländerverbindungsstelle, um auch die aufzuwecken, die irrtümlich meinen, der „Schließkrug von Minister Klug“ ginge an ihnen vorüber – mit einer „Rumpfhubschrauberflotte kann weder der Westen noch der Osten dauerhaft und nachhaltig im Katastrophenfall bedient werden“.

Fazit: Ein klarer und unmissverständlicher Wink oder Appell zur UMKEHR – denn dort, wo Leib, Leben und Eigentum gefährdet sind, ist die Hilfe des Bundesheeres unverzichtbar: Landesweit und bundesweit und Auftrag, der zu „befolgen“ ist – vom Präsenzdiener bis zum Minister.