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Das Ende von Zielpunkt

o lange wie die Liste der leeren Versprechungen... | © Pfeiffer Holding So lange wie die Liste der leeren Versprechungen... | © Pfeiffer Holding

Die Lebensmittelkette Zielpunkt meldet endgültig Insolvenz an.

2500 Mitarbeiter stehen noch vor Weihnachten auf der Straße und bekommen jetzt schon keinen Lohn mehr ausbezahlt.

Irgendwann werden sie vielleicht einen Teil des Lohnes vom Masseverwalter bekommen. Irgendwann.

Die Handelskette Zielpunkt ist pleite. Der zur oberösterreichischen Handelsgruppe Pfeiffer gehörende Konzern werde voraussichtlich am 1. Dezember beim Handelsgericht Wien einen Insolvenzantrag einbringen, teilte Pfeiffer am Mittwochabend mit. 2500 Mitarbeiter sind betroffen, ihre Löhne und Gehälter seien durch den Insolvenzentgeltfonds gesichert. Bereits die November-Löhne können nämlich nicht ausgezahlt werden.

11,7 Millionen Euro Verlust im Vorjahr

Pfeiffer hatte Zielpunkt erst 2014 zur Gänze übernommen. „Nach drei Jahren intensivster Sanierungsbemühungen und Investitionen sind nunmehr dramatische Verschlechterungen der äußeren Rahmenbedingungen für Zielpunkt eingetreten“, hieß es. Zielpunkt hatte 2014 einen Verlust von 11,7 Millionen Euro geschrieben, bei einem Umsatz von 440 Millionen Euro.

Pfeiffer: „Umsatzrückgänge waren massiv“

Trotz der „Altlasten aus der Vergangenheit“, wie beispielsweise einer Strafe der Bundeswettbewerbsbehörde aufgrund von Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht, habe es im Frühherbst mit den Sanierungsbemühungen noch besser ausgesehen, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Georg Pfeiffer. Aufgrund des schwächelnden Lebensmitteleinzelhandels hätten sich aber die Vorzeichen geändert. Die Umsatzrückgänge, die bisher durch Kostensenkungsmaßnahmen kompensiert werden hätten können, seien „massiv“ ausgefallen, die Suche nach Investoren nicht erfolgreich gewesen.

„Schmerzhafter, aber notwendiger Schritt“

Zielpunkt betreibt 229 Filialen, davon mehr als die Hälfte in Wien. Pfeiffer geht davon aus, „dass eine Vielzahl der Standorte an Mitbewerber übergehen und damit viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen werden“. Es handle sich auf jeden Fall um einen „schmerzhaften, aber notwendigen Schritt“.

Gewerkschaft über Vorgehen „entsetzt“

Die Insolvenzankündigung kam für die Spitzengewerkschafter überraschend. Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Privatangestellten (GPA- djp), zeigte sich über das Vorgehen des Eigentümers „entsetzt“. Belegschaft und Betriebsrat seien am Mittwochnachmittag vor vollendete Tatsachen gesetzt worden. „Seitens der Geschäftsführung hat es keinerlei Bemühungen gegeben, eine sozialpartnerschaftliche Lösung zu finden“, kritisiert Katzian. Bis Mittwochabend habe von der Unternehmensleitung niemand Kontakt mit der Gewerkschaft aufgenommen. Derzeit recherchiere man noch die Hintergründe für die Pleite, erklärte der Gewerkschaftsvorsitzende.

Die Gewerkschaft werde jetzt alles daran setzen, dass die Belegschaft ihr ausstehenden Gelder so schnell wie möglich bekommen. In Betriebsversammlungen sollen die Angestellten dann ab morgen informiert werden.

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