News Ticker

Eine Entschuldigung bei Arbeitssuchenden wäre angebracht

Kaboompics_com / Pixabay
Werbung

Katzian ad Leitl: Eine Entschuldigung bei Arbeitssuchenden wäre angebracht

Vertreter der Wirtschaft sollen seriöse Lösungen bieten

31.119 sofort verfügbaren freien Stellen standen im Juli mehr als zehnmal so viel, nämlich 375.000 Arbeitslose in Österreich gegenüber. Es braucht also nicht viel mehr als die Beherrschung des kleinen Einmaleins, um zu erkennen, dass die skurrile Aussage von Christoph Leitl, jeder, der arbeiten will, würde auch eine Arbeit finden, nichts anderes als billigen Populismus und eine Verhöhnung Arbeitssuchender bedeutet. Ich empfehle dem WKÖ-Präsidenten, sich bei allen zu entschuldigen, die verzweifelt Arbeit suchen und auf ihre Bewerbungen oft nicht einmal eine Antwort bekommen“, kommentiert Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG)

Wenn dem WKÖ-Präsidenten die Differenz zwischen Mindestsicherung und Arbeitseinkommen zu gering ist, könnte er sich auch in seinen eigenen Reihen dafür stark machen, dass 1.700 Euro Mindestlohn und -gehalt in allen Branchen rasch umgesetzt werden, so Katzian. „Wie Leitl allerdings zu der Behauptung kommt, dass man mit der Mindestsicherung leicht auf dasselbe kommt, wie wenn man für 1.700 Euro arbeitet, das kann ich nicht nachvollziehen. Die bedarfsorientierte Mindestsicherung besteht aus einem Grundbetrag von 620,87 Euro und 206,96 Euro Wohnkostenanteil pro Monat. Das macht zusammen 827,83 Euro. Mindestsicherung kann außerdem nur beziehen, wer bereits Vermögen und Ersparnisse aufgebraucht hat und jeden zugewiesenen Job ohne Berufsschutz annimmt. Im Gegensatz zu einem Gehalt wird die Mindestsicherung auch nicht 14 mal, sondern nur 12 mal im Jahr ausbezahlt.“

Es brauche schon eine gewisse Portion Unverfrorenheit, wenn man lieber arbeitslosen Menschen das Leben schwer macht als an konkreten Lösungsansätzen für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu arbeiten, so Katzian abschließend: „Da wäre zum Beispiel die Bonus-Malus-Regelung für ältere ArbeitnehmerInnen, die im Regierungsprogramm vereinbart wurde, deren Umsetzung jedoch seit Jahren von Wirtschaftskammer und ÖVP blockiert wird. Anstatt ständig den Arbeitslosen mangelnden Willen zu unterstellen, sollten die Vertreter der Wirtschaft seriöse Lösungen bieten. Das könnten sie bei der Bonus-Malus-Regelung genauso wie der Anhebung der Minderstlöhne und -gehälter in den Kollektiverträgen unter Beweis stellen!“

Werbung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS.