Einen Schritt vor, 17 zurück – die Arbeitsmarkt Zahlenspiele von Fakler und Sobotka

AMS Arbeitsmarktservice | © zib

LH-Stv. Sobotka und AMS-Landesgeschäftsführer Fakler zum NÖ Arbeitsmarkt

Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka: „Das Land Niederösterreich hat gemeinsam mit dem AMS ein Maßnahmenbündel erarbeitet, um den konjunkturellen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt entgegen zu treten: Die NÖ Bildungsförderung wurde überarbeitet, die NÖ Bildungsberatung ausgeweitet und regionalisiert, eine Bildungsdatenbank für alle in Niederösterreich tätigen Jobunterstützer geschaffen, eine Landesfinanzsonderaktion für Gemeinden ins Leben gerufen und ein Fachkräftemonitoring befindet sich in der Finalisierungsphase

AMS-Landesgeschäftsführer Mag. Karl Fakler: „Das AMS verzeichnet abseits der allgemeinen Entwicklung auch positive Tendenzen, so wurden im Mai dem AMS insgesamt 5.022 Stellen zur Weitervermittlung gemeldet, das sind um 15,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Tatsache, dass gleichzeitig die Zahl der offenen Stellen um 106 auf 3.625 zurückgegangen ist, belegt, dass wir bei der Vermittlungsgeschwindigkeit spürbar zulegen konnten“.

Diese Zahlenspielereien, wo man Absolute Werte und Prozente in Spaghettisätzen vermischt, lassen die Aktivitäten des AMS in besten Licht erscheinen, suggerieren das man sich um die undankbaren Sozialschmarotzer kümmert. Bevor dieses Licht zu einen Heiligenschein für Fakler & Co wird sollte man einige Dinge klarstellen.

Jenes Plus an gemeldeten Stellen kam hauptsächlich aufgrund der „AMS Tour“ zustande, wo man 1700 Betriebe abgegrast hat, von denen 35% Bedarf meldete. Aber, was Fakler nicht sagt wiegt schwer: Die meisten dieser Stellen sind Teilzeit! Also Jobs, wo die Werbungskosten meistens den Bruttolohn übersteigen!

Und egal wie viele komplexe Statistiken in die Presseaussendungen gelangen – als FAZIT gilt: NÖ hat um 0,8% mehr an aktiv Beschäftigten, aber um fast 17% mehr Arbeitssuchende. Also 1 Schritt vorwärts und 17 zurück.

Dann bleiben nur noch die Ungebildeten

Sobald man den Herrschaften von AMS bis Politik das vorhält, kommt immer die gleiche menschenverachtende Meinung:
Schwierig bleibt die Situation für Arbeitssuchende, die als höchste abgeschlossene Ausbildung nur die Pflichtschule vorweisen können (23.043 Personen) für Langzeitarbeitslose über sechs Monate (21.613 Personen) sowie für Arbeitssuchende über 50 Jahren (16.619 Personen).„.

Gut möglich das dem so ist – nur warum ist es so, dass Hauptschüler keine Jobs finden? Obwohl grade diese Gruppe die kompliziertesten, technischen Berufe erlernte, überall anpacken können und fleißig sind?
Vielleicht spricht man aus eigener Erfahrung, auch von den eigenen Lehrberufen und den wenig lustigen Zwischenfällen wo man abgerüstete Akademiker an CNC Maschinen anlernen musste und jedes mal, wenn der Hochgelehrte einen Schraubenzieher anfasste musste man dessen Selbstverstümmelung befürchten.

Ok, die Studierten haben sicher was in der Birne, aber die Pflichtschul-Absolventen als derart dämlich hinzu stellen, als Negativen Wert in den Statistiken zu führen ist eine Frechheit!

Und die 50+ Greise

Auch ein Gruppe welche von AMS und Politik, aber vor allem von den großen Bossen schikaniert und diskriminiert werden. Ebenfalls ein Faktor welcher die AMS Zahlenspiele ins Negative drückt. Also sollte man sich so um die 45 am besten selbst wegrationalisieren, oder was? Dann fielen über 30% Arbeitslose weniger an!

Aber das beinahe 100.000 arbeitslose Ausländer fast ein Fünftel der Statistik füllen ist denen WURST. Da könnte man doch alle, egal welchen Status sie haben, voll in den Arbeitsmarkt einschleusen. Gleich sind wir wieder das Musterland mit geringster Arbeitslosenquote.
Noch dazu können die Bosse endlich noch billiger produzieren und weiterhin teuerst verkaufen…
Das beweisen so manche Aussagen einiger Lobbyisten wonach es ein „Fehler wäre weiterhin Millionen für Maßnahmen zur Wiedereingliederung Älterer zu verpulvern

Die End(gültige)-Lösung?

Lassen wir also alle Ungebildeten und Uralten in den „ZAHLEN-GAMES“ aufeinander los, hoffen auf die Reduktion der unbequemen Masse. Dann kann man diese besser mit Dumping-Lohnempfängern ersetzen, die Gewinne der Konzerne steigern und die Belohnung der Politiker erhöhen.

APA-OTS