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Faktencheck E-Mobilität: Das Ende aller Mythen

Erstmals wurden unparteiische Langzeit-Analysen zusammenfasst und Tatsachen präsentiert

Jaguar I-PACE am Genfer Autosalon | © Foto von The Car Spy Jaguar I-PACE am Genfer Autosalon | © Foto von The Car Spy (Geneva Auto Salon 2017) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Um die E-Mobilität ranken sich eine Menge Mythen; Es gibt negativ eingestellte Gegner und positiv geladene Fans. Doch die kritische Masse, der wechselnde Strom an potentiellen Käufern ist unschlüssig. Nun gibt es einen wirklich umfassenden Faktencheck von unparteiischen Fachleuten.

Wir sind sogar hier, in der Redaktion geteilter Meinung. Ok, auch ich bin ein klassischer Motorsportfan, wir berichten ja oft von Events wo die Motoren dröhnen und die Aromen hochwertiger Treibstoffe herum schweben. Doch ich bin auch von der E-Mobilität fasziniert und bin mir sicher: „Eines Tages sind die Verbrenner Geschichte„.

Aber das alles kann nicht wegen der GRÜNEN Ideen in ein paar Jahren erfolgen. Dies braucht Zeit. Viel Zeit. Auch wenn das erste Auto der Welt ev. wirklich ein E-Auto war und auch wenn die Entwicklung nun echt weit gediehen ist – dennoch: Man kann die klassische Auto-Industrie, die Speditionen usw. nicht in 15 Jahren oder so linksradikal umkrempeln und die Wirtschaft ruinieren.

Mein erstes E-Auto war ein TESLA

Naja, ich hab als erstes E-Auto einen TESLA getestet. Wenn schon, denn schon! Was kümmert mich so ein Hupferl mit den Abmessungen und Design eines Kinderwagerls? Es muss schon der Platzhirsch aus Kalifornien sein – oder noch besser – weil viel schöner: Der JAGUAR I-PACE! (wird ja schon bald bei uns gebaut!)

Doch noch steigen wir am liebsten in den „PRESSE-LANDY“, einen trotz seiner Leistungen und Gewicht, sehr sparsamen Diesel. Hohe Qualität hat eben große Namen mit langer Tradition: Land-Rover & Jaguar, what else?
Und genau diese sollten auch den Energie-Wandel entscheidend gestalten – nicht jene Auto-Konzerne die nur durch fahrende Mogelpackungen noch am Markt sind.

Faktencheck E-Mobilität: E-Autos schonen Umwelt und Geldbörse

Klimafonds & VCÖ präsentieren aktuelle Daten – E-Auto-Besitzer sparen im Schnitt 500-600 € Spritkosten pro Jahr

Die Expertinnen und Experten des Klima- und Energiefonds sowie des VCÖ haben die wichtigsten Fragestellungen einem kritischen Check unterzogen und aus Klimaschutz-, Wirtschafts- und Nutzerperspektive beleuchtet. Ergebnis ist der „Faktencheck E-Mobilität“, der aktuelle Zahlen, Daten und Analysen kompakt zusammenfasst und gängige Mythen entkräftet.

Es ist eine Behauptung, die sich hartnäckig hält:
E-Autos seien weder leistbar noch alltagstauglich„. Der Faktencheck widerlegt diese Befürchtungen.
In der Anschaffung sind E-Autos zwar derzeit noch teurer als jene mit Verbrennungsmotoren, jedoch amortisiert sich der Kauf meist innerhalb weniger Jahre aufgrund von Förderungen – so haben Umweltministerium und Verkehrsministerum gemeinsam mit den Automobilimporteuren im Vorjahr ein E-Mobilitätspaket in Höhe von 72 Millionen Euro geschnürt.

Der Umstieg auf ein abgasfreies E-Auto senkt nicht nur die Belastung für das Klima und Gesundheit, sondern schont letztlich auch die Geldbörse: E-Auto-Besitzer sparen im Schnitt 500 bis 600 Euro an Treibstoffkosten pro Jahr. Zusätzlich senken deutlich geringere Kosten für Versicherung und Wartung die laufenden Kosten deutlich. Herr und Frau Österreicher haben den Trend erkannt – und die Nase vorn: Bei Neuzulassungen sind wir im ersten Halbjahr 2017 mit einem E-Auto-Anteil von 1,4% EU-Spitzenreiter“, betont Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds.

Zudem sind 94% aller Autofahrten in Österreich kürzer als 50 Kilometer – diese Strecken sind für moderne E-Autos, die mit einer Ladung problemlos 200 Kilometer und mehr zurücklegen, keinerlei Herausforderung mehr.

E-Autos: 70-90% weniger CO2-Emissionen

Teilweise wird behauptet, E-Autos seien in Wirklichkeit umweltschädlich. In der Produktion verbrauchen sie derzeit tatsächlich mehr Energie als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Ein entscheidender Faktor ist jedoch der Strommix: Gerade hier hat Österreich deutliche Vorteile gegenüber anderen Staaten.
Berücksichtigt man den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge inklusive Batterieproduktion, verursachen Elektrofahrzeuge gegenüber fossil betriebenen Kfz um 70-90% weniger CO2.

Während der reine Elektroantrieb, betrieben mit 100% Ökostrom, über den Fahrzeuglebenszyklus nur ca. 20g CO2 pro Personenkilometer verantwortet, emittiert der durchschnittliche Benziner und Diesel mit rund 175 g CO2 pro Kilometer fast neun Mal soviel.

Strombedarf: 100%ige Abdeckung durch Erneuerbare möglich

Ein weiterer Mythos ist, „der erhöhte Strombedarf für E-Autos kann nur mit Fossil- und Atomenergie gedeckt werden„. Der Umstieg auf das E-Fahrzeug geht zwar mit einem höheren Strombedarf einher, zugleich wird aber der Gesamtenergiebedarf durch die Effizienz des Elektromotors gesenkt.

Stiegen rund 20% aller Pkw in Österreich auf Elektroantrieb um – das wären 1 Million Fahrzeuge –, würde der heimische Strombedarf gegenüber dem Jetztstand rechnerisch um nur rund 3,6% steigen“, weiß Faktencheck-Autor Georg Günsberg.

Diese Menge ist in den kommenden Jahren relativ leicht durch neue Ökostromanlagen in Österreich abdeckbar. Wie eine aktuelle Studie der TU Wien zeigt, ist eine 100%ige Abdeckung des heimischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis 2030 umsetzbar – und das ohne signifikante Mehrkosten.

E-Auto als Wirtschaftstreiber und Jobmotor

Doch auch die heimische Wirtschaft kann vom internationalen Ausbau der E-Mobilität profitieren. Zahlreiche Unternehmen profitieren z.B. als Batterie-Entwickler oder Zulieferer von Hightech-Kabeln und Informationstechnologien bereits jetzt vom Trend zum E-Auto.

Laut der E-MAPP-Studie aus dem Jahr 2016 zur heimischen Produktion durch E-Mobilität können bis 2030 insgesamt bis zu 33.900 Jobs entstehen und 3,1 Mrd. Euro Wertschöpfung in Österreich generiert werden. Zusätzlich kann der Ausstieg aus dem fossil betriebenen Auto Milliardeneinsparungen bei den Energieimporten bringen.

E-Fahrzeuge, die konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ersetzen, tragen außerdem zur Reduktion von CO2-Vermeidungskosten und durch reduzierte Schadstoffe zu geringeren Gesundheitskosten bei.


Informationen zur Förderung von privaten E-PKWs (im Rahmen des E-Mobilitätspaketes von Umwelt- und Verkehrsministerium)

„move – Strom gibt Gas“:

Der rund 30minütige Film ist für die Zielgruppe „Jugendliche“ und als Informationsmedium in Schulen produziert worden. Er zeigt, wie E-Mobilität funktioniert und welche Vorteile sie hat.

Der Film wurde vom Klima- und Energiefonds unterstützt und wurde unter der Federführung der Bundesinitiative eMobility Austria und in Kooperation mit dem Verbund, Schrack Technik, KIA Österreich, ÖAMTC und AVL LIST erstellt.

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