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Getränke Automaten sollen verboten werden?

Atlantis_C / Pixabay
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Verbot von Getränkeautomaten: Kein wirkungsvoller Hebel in der Übergewichtsproblematik

Koßdorff: Information statt Aktionismus

„Zucker ist nicht der Auslöser von Erkrankungen wie Adipositas oder Diabetes. Das bestätigen zahlreiche Experten, zuletzt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung,“ betont Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie. „Einschränkungen für bestimmte Nährstoffe oder bestimmte Lebensmittelgruppen zu fordern – wie aktuell bei alkoholfreien Erfrischungsgetränken – ist wenig durchdacht. Denn einzelne Produkte an den Pranger zu stellen, verkennt die Macht von Essgewohnheiten. Weitaus sinnvoller ist es, über ausgewogene Ernährungsweisen gezielt zu informieren. Gerade bei Lebensmitteln gibt es zu viel Ideologie und zu wenig Wissen. Dem gilt es bereits in der Schule zu begegnen,“ kommentiert Koßdorff die aktuelle Diskussion über Getränkeautomaten in Schulen.

Gesunde Gewohnheiten etablieren

Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen sind in unserer modernen Gesellschaft häufig. Daran ist aber nicht ein einzelner Nährstoff oder ein einzelnes Lebensmittel schuld, sondern ein Mix aus mangelnder Bewegung, Stress, genetischer Disposition, Schlafmangel und ungesunder Ernährungsweise. Das belegen ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse. So ist die Energieaufnahme in den vergangenen Jahrzehnten relativ stabil, zurückgegangen ist allerdings das Ausmaß an Bewegung, das mit dem modernen Lebensstil zunehmend abnimmt. Koßdorff: „Die Einteilung in ,gesunde‘ und ,ungesunde‘ Lebensmittel ist schlicht falsch. Es gibt nur gesunde oder ungesunde Ernährungsweisen und Lebensstile. Dazu ist fundierte und wissenschaftlich aufbereitete Information wichtig. Verbote bringen uns nicht weiter.“ Und weiter: „Wesentlich ist es, Voraussetzungen für mündige Entscheidungen zu schaffen. So sind alle ernährungsrelevanten Informationen auf den Lebensmitteln vorhanden und helfen den Menschen, die Lebensmittel auszuwählen, mit denen sie sich täglich ernähren möchten. Das gehört auch in der Schule trainiert – in Theorie und Praxis.“

Seit Jahren verantwortungsvolle Vermarktung

Im Hinblick auf Erfrischungsgetränke verweist Koßdorff auf den bereits vor etwa zehn Jahren vom europäischen Dachverband der Erfrischungsgetränkeindustrie (UNESDA) beschlossenen Verhaltenscodex für alkoholfreie Getränke (Code of Practice Guidelines – COP). Der Verhaltenscodex behandelt als wesentliche Bestandteile den verantwortungsvollen Umgang bei Werbemitteilungen gegenüber Kindern, die Unterstützung von und Ermutigung zu verantwortungsbewusstem Verzehr und die Schaffung einer vollständigen Transparenz der Produkte in Bezug auf Nährwertgehalt und gesundheitsbezogene Angaben. Ein wesentlicher Schwerpunkt dieser Selbstverpflichtung, die von österreichischen Herstellern explizit mitgetragen wird, liegt auch auf der verantwortungsvollen Vermarktung in Schulen, insbesondere über Getränkeautomaten.

Getränkeautomaten werden seitens der Schulen nur auf Basis einer entsprechenden Genehmigung aufgestellt. Dazu führen die Schulen mit den Unternehmen einen Dialog, um die speziellen Bedürfnisse zu bestimmen und zu gewährleisten, dass eine ausgewogene und breite Palette an Getränken – Wasser, Säfte und andere Getränke sowohl in klassischer als auch in zuckerfreier Version – in angemessenen Portionsgrößen zu Verfügung steht.

Das Etikett informiert über Nährstoffe

Seit den 1970er Jahren geben die Hersteller klar auf der Verpackung an, wie viel an Fett oder Zucker in den Produkten enthalten ist. Die Lebensmittel-Informationsverordnung, die seit 13.12.2014 gilt, bringt noch detailliertere Informationen. In der Nährwerttabelle ist die Menge an Kohlenhydraten angegeben und davon die Gesamtmenge an natürlich vorhandenem und beigefügtem Zucker. Dieser Wert umfasst neben der Saccharose alle Arten von Zucker, also auch Traubenzucker, Fruchtzucker, Malzzucker oder Milchzucker. Dazu Koßdorff: „Die neuen europäischen Vorgaben tragen dem Grundgedanken Rechnung, mündige Konsumenten in ihren Kaufentscheidungen umfassend zu unterstützen.“

Wissenschaftlich fundierte Informationen über Zucker, Erfrischungsgetränke sowie über einen gesunden Lebensstil sind reichlich vorhanden und im Internet frei verfügbar. Zum Beispiel:
http://www.forum-ernaehrung.at/
http://www.dge.de/
http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Ernaehrung/
http://www.unesda.eu/responsibility-sustainability/the-unesda-commitm

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs. Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2014 ein Produktionsvolumen von 8 Mrd. €. Über 60 % davon werden in 180 Länder rund um den Globus exportiert. Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale Vernetzung.

Mit Verboten und Verschärfungen
werden noch mehr Arbeitslose produziert und es entsteht  noch mehr Schaden für die Wirtschaft.

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