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Kofferraum als Paketbox? Aber sicher nicht!

Kofferraumzustellung Die Experten sind sich einig: Das wird ein Erfolg! Claus Haiden, Vice President Telecommunications, T-Systems; DI Peter Umundum, Vorstand Paket & Logistik der Österreichischen Post AG; Mag. Thomas Stadlhofer, Vorstandsmitglied der ÖAG Ing. Thomas Muggenhumer, Geschäftsführer Muggenhumer Energiesysteme GmbH | © Pressek Österreichische Post AG

Als ich Anfang 2014 zum ersten Mal von einem ähnlichen Pilot Projekt hörte dachte ich: „Nein, aber nie lasse ich einen Fremden in mein Auto!“ Es reicht doch das die Zusteller in jedes Haus rein können, oder? Man stelle sich die Reaktion der Polizei oder Versicherung vor wenn die erfahren man ließ jemanden von der Zuverlässigkeit eines Paketboten in sein Auto.
Man kann nur hoffen, dass der Gesetzgeber dem einen Riegel vorschiebt, denn es gäbe ja genug Ver- u. Gebote im Kfz-Gesetz welche eine solche Aktion verbieten (sollten).

Jedoch ist immer noch die freie Entscheidung das wichtigste und wer nicht will, soll nicht gezwungen werden. Doch man kennt genug solcher Einfälle gelangweilter Experten, welche später zum Standard erklärt wurden und wer nicht mitmacht ist der Blöde.
Was wenn dies nun Teil des Zustellungs-Gesetzes wird? Wenn man sein Auto nicht zur Paketkiste machen will, wenn einem aber eine behördlich wichtige Sache so zugestellt wird und man die Annahme mit Verweis auf Privatsphäre verweigert. Ich sehe da rechtliche Konsequenzen – wenn es zum „Must-Have“ wird.

Fakt ist, ich lasse trotz aller Beteuerungen bez. Sicherheit keinen am mein Auto, niemand hat es anzufassen, ich lege dies als Besitzstörung aus. Und noch weniger lasse ich es zu, dass jemand Zugang zum Kofferraum hat. Keinem geht es was an was dort lagert. Und: Nicht jeder Kofferraum ist in sich geschlossen, im Gegenteil, es gibt fast immer Zugang ins Wageninnere!

Massive Bedenken von Endkunden bis zum Versicherungsverband

Kofferraumzustellung

Der Postler als legaler „Autoknacker“? | © Christian HOUDEK Österreichische Post AG

Seit einiger Zeit lese ich die Bedenken anderer, immerhin wie oben erwähnt ist die Idee uralt. Amazon, Audi, DHL, VW, Volvo usw. sind eifrig am Basteln. Die Foren sind voller Menschen welche Bedenken haben, aber auch genug Leute sehen dabei nichts besonderes.
Es sind aber auch genügend Vertreter der Behörden und Versicherungsverbände der Meinung das Sicherheits- u. Haftungsfragen noch längst nicht geklärt sind. Denn es geht nicht „nur“ um das vorhandene, längst bezahlte Gut wie Auto und dessen Inventar, sondern auch um das eben zugestellte Gut.

So ein Szenario liest man öfters: Das Handy meldet eine solche Zustellung, man öffnet später den Kofferraum (wenn das Auto noch da ist) und schaut in´s Leere. Der teure Werkzeugkasten, der Verstärker, samt Subwoofer usw. sind weg, aber kein Paket da.
In dem Zusammenhang liest man da wirklich viele Spekulation die aber doch eintreten könnten:

  • Was wenn das Auto in meiner Garage steht?
  • Zu Zeiten in denen geliefert wird und ich nicht zu Hause bin bin ich in der Regel im Geschäft und dann kann ichs auch gleich ans Geschäft liefern lassen und das unabhängig vom Lieferdienst (gut die Möglichkeit hat nicht jeder), damit kommen wir zu
  • Was wenn ich grad unterwegs bin während ausgeliefert wird? Ich lass doch nicht mein Auto den ganzen Tag stehen nur weil eventuell ein Paket kommen könnte. Ich sehe schon den POST Transporter mit Tachoanschlag auf der AB, zuerst Lichthupe dann überholt er mich und das allseits beliebte „bitte folgen“ leuchtet auf, auf dem Rastplatz übergibt er mir dann mein Paket.
  • Was wenn ich etwas bestelle das vielleicht nicht bei strahlendem Sonnenschein im Autobackofen schmoren sollte?
  • Muss ich dann jedesmal schauen ob mir der Paketbote was geklaut hat oder irgendwas beschädigt oder verkratzt hat.
  • Was wenn jemand der sich ansonsten in einer Telefonzelle verläuft (Postler) vergisst, mein Auto wieder zu versperren?

 

Aber nun zur Pressemeldung der POST

Kofferraumzustellung: Post testet Anwendung im B2B-Bereich

Die Testphase der Kofferraumzustellung der Post geht nun in die zweite Runde. Während vergangenen Herbst der reibungslose Prozessablauf und die Funktionalität der Ortungs- und Entriegelungs-App getestet wurden, werden beim aktuellen Test erstmals reale Kunden in den Kofferraum beliefert.

Der B2B-Pilot zur Kofferraumzustellung funktioniert nach folgendem Prinzip: Der Kunde bestellt bei seinem Zulieferer. Dieser avisiert bei der Post eine „Kofferraumzustellung“. Am Tag der Auslieferung kann der Zusteller mittels App die genaue Position des Fahrzeuges orten und durch ein hochsicheres Identifikations- und Berechtigungssystem den Kofferraum entriegeln und die Sendung direkt in das entsprechende Fahrzeug einlegen. Die mobile Identity- und Access-Lösung stellt dabei sicher, dass nur der autorisierte Zusteller das Auto öffnen kann. Der Zustellprozess inklusive Öffnen und Schließen des Kofferraums wird dabei protokolliert. Der Empfänger wird per E-Mail, SMS oder App informiert, sobald das Paket in den Kofferraum gelegt wurde.

Die Vorteile der Kofferraumlogistik für alle Beteiligten liegen auf der Hand: Der Empfänger erhält seine Bestellungen direkt ins Auto, die benötigten Artikel sind somit sofort einsatzbereit. Die Post erzielt nicht nur eine höhere Erstzustellquote sondern baut auch ihr Leistungsangebot gegenüber dem Mitbewerb weiter aus und der Versender profitiert von zufriedenen, rasch belieferten Kunden.

Mehr dazu: https://www.post.at/footer_ueber_uns_presse.php/presse/details/id/1219378

Quelle

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