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LUDWIG HIRSCH – er ging an einem dunkelgrauen Tag…

Er wäre nun erst 70 Jahre alt

Ludwig Hirsch im Stadttheater Berndorf | © Doris Sperlich Ludwig Hirsch im Stadttheater Berndorf | © Doris Sperlich

Als wir irgendwann im Jahr 1979 unser Taschengeld für die Schallplatte eines gewissen LUDWIG HIRSCH (*28.02.1946) ausgaben und ausgerechnet dessen „verbotenen“  Titel „Komm Großer Schwarzer Vogel“ spielten ahnten wir noch nicht welche Bedeutung dieses Lied für den Künstler selbst haben würde.

Damals gabs noch kein Internet, 2 Fernsehkanäle und ein Handvoll Radiosender. Aber Ö3, lt. Eigendefinition „der Sender für die Jungen“ verbot das Lied und gerade das imponierte uns unheimlich und der Liedermacher hatte seine erste Fan-Generation.
Man kaufte noch viele Alben, lauschte den weiteren morbiden, kritischen und atmosphärisch dicht erzählten Texten wie „Der Rattenkönig, In meiner Sprache, Die Gelse, I lieg am Ruckn, Der Herr Haslinger, Die Omama …„.

Unser erstes Interview mit Ludwig Hirsch

Über 10 Jahre später, bereits am Beginn unserer Reporter-Laufbahn konnte man uns die Interviews mit Stars anvertrauen, da wir ja von der Filmbranche zum Journalismus kamen.

Und so lernten wir eines der grössten Idole der Jugend persönlich kennen: LUDWIG HIRSCH kam ins Stadttheater Berndorf und wir erlebten einen unvergesslichen Abend mit anschließenden Smalltalk. Der Austro Star war damals am Höhepunkt seiner Karriere, enorm gefragt und von Fans belagert und doch oder deswegen einer der angenehmsten Interview-Partner.
In seiner eigenen ruhigen Art lag soviel Kraft und jedes Wort ein Pinselstrich in den Klanggemälden seines Schaffens.

Obwohl unsere legendären Fotos dieses (und anderer) Stars leider in den Archiven gewisser Redaktionen verschwanden (war ja noch alles auf analogen Film) – ein Foto von Ludwig Hirsch hatte man sich gesichert, es hing noch Jahrzehnte lang in der Wohnung und ziert nun diesen Beitrag.

Bitte, vergesst’s mich nicht!

Am 24. Nov. 2011 kam die Nachricht vom seinem Ableben, mit nur 65 Jahren wählte er einen Weg der den Kreis zum ersten großen Lied „Komm Großer Schwarzer Vogel“ schloss…

Nun wäre Ludwig Hirsch erst 70 Jahre alt geworden. Wir werden ihn als Mensch und als Künstler nicht vergessen und sein musikalisches Erbe in Ehren halten…

Vor wenigen Minuten schrieb mir eine treue Leserin: „Die Nordamerikanischen Indianer sagen: ein Mensch stirbt zweimal, das erste Mal wenn er einschlaeft, und das zweitemal wenn Niemand mehr von ihm spricht!“ Danke an AustrianAussie dafür!


 

Komm großer schwarzer Vogel

Komm großer schwarzer Vogel, komm jetzt!
Schau, das Fenster ist weit offen,
Schau, ich hab‘ Dir Zucker aufs Fensterbrett g’straht.

Komm großer schwarzer Vogel, komm zu mir!
Spann‘ Deine weiten, sanften Flügel aus
und leg’s auf meine Fieberaugen!
Bitte, hol‘ mich weg von da!

Und dann fliegen wir rauf, mitten in Himmel rein,
in a neue Zeit, in a neue Welt.
Und ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ „das gibt’s net“, schrei’n,
weil ich werd‘ auf einmal kapieren
worum sich alles dreht.

Komm großer schwarzer Vogel, hilf mir doch!
Press‘ Deinen feuchten, kalten Schnabel auf
meine Wunde, auf meine heiße Stirn!

Komm großer schwarzer Vogel,
jetzt wär’s grad günstig!
Die anderen da im Zimmer schlafen fest
und wenn wir ganz leise sind,
hört uns die Schwester nicht?
Bitte, hol mich weg von da!

Und dann fliegen wir rauf, mitten in Himmel rein,
in a neue Zeit, in a neue Welt.
Und ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ „das gibt’s net“, schrei’n,
weil ich werd‘ auf einmal kapieren
worum sich alles dreht.

Ja, großer schwarzer Vogel, endlich!
Ich hab‘ Dich gar nicht reinkommen g’hört,
wie lautlos Du fliegst mein Gott,
wie schön Du bist!

Auf geht’s, großer schwarzer Vogel, auf geht’s!
Baba, ihr meine Lieben daham!
Du, mein Mädel, und du, Mama, baba!
Bitte, vergesst’s mich nicht!

Auf geht’s, mitten in den Himmel eine,
nicht traurig sein, na, na, na ist kein Grund zum Traurigsein!
Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen, ich werd‘ „das gibt’s net“ schrei’n.
Ich werd‘ endlich kapieren, ich werd‘ glücklich sein!
Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen, ich werd‘ „des gibt’s net“ schrei’n.
Ich werd‘ endlich kapieren, ich werd‘ glücklich sein!
Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen, ich werd‘ endlich glücklich sein!

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