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Out of the Dark: Das Märchen von FALCO´s Millionen

"Als es Hans schlecht ging, erkannte man die wahren Freunde und ertappte die geldgierigen Neider"

Pressekonferenz der Falco Privatstiftung Der Vorstand der Falco Privatstiftung übergibt der Geschäftsführerin des Hard Rock Café eine pompöse Falco-Jacke. Am Bild: Dr.Georg Riedl, Ronnie Seunig, Mag.Wilhelm Zmatlo, Rob Bolland, Wolfgang Kosmata (v.l.n.r.) | Foto: Conny de Beauclair

Morgen kehrt die Legende FALCO virtuell auf die Bühne des Donauinselfestes zurück, quasi um das vor 24 Jahren unterbrochene Konzert zu beenden. Im Februar dJ. zelebrierte man den posthumen 60´er von Hans Hölzl und viele Gesichter zeigten sich als Wegbegleiter in den Medien – doch nicht alle waren Freunde …

Beenden möchte man auch die Spekulationen um die FALCO Privatstiftung und so luden im April deren Vorstände zu einer Pressekonferenz ins Hard Rock Cafe an der Rotenturmstraße. Thema: Das Erbe von Hans Hölzl, Zweck der Stiftung und damit verbundene Projekte.

Anwesende: Ronnie Seunig – Vorstandsvorsitzender, die Vorstände Dr. Georg Riedl und Mag. Wilhelm Zmatlo, Rob Bolland – Produzent, Wolfgang Kosmata – Stiftungsbeirat und Organisator von „Falco goes school“.

Falcos Erbe

Remember Falco!

Hans Hölzel alias Falco: der bislang einzige Österreicher, der Platz 1 der US-Single-Hitparade belegt hat: Mit ‚Rock Me Amadeus‘ schaffte er 1986 den Sprung an die Spitze der Charts. | Foto: ORF/Johannes Cizek

Im Februar 2017 war Falco anlässlich seines 60. Geburtstages national und international omnipräsent.  Viele ehemalige Wegbegleiter hielten ihre Gesichter in jede Kamera, die ihre Wege kreuzte. Falco wurde förmlich ausgeschlachtet. Ein bisschen wie früher.

Da wurden aber nicht nur salbungsvolle Reden geschwungen. Es gab auch kritische Töne zu seinem Erbe. Um ein für allemal mit wilden Spekulationen aufzuräumen, lud die Falco Privatstiftung zu einer Pressekonferenz ins Wiener Hard Rock Cafe an der Rotenturmstraße.

Alleine jene, die sich so gerne darüber mokieren, dass niemand wisse, was denn mit der Hinterlassenschaft geschieht, die waren nicht da. „Schade“, fand Ronnie Seunig, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der Falco Privatstiftung und als solcher immer wieder Ziel für Attacken von Neidern.

Die Märchen der Millionen

Falco - Forever young

Falco: Das war der Sound der 80er Jahre | Foto: ORF/RAUM.FILM

Viele glauben ja, dass in die Stiftung jährlich Millionen fließen. Aber das ist nicht so. Es sind zwischen 150.000 und 200.000 Euro. Bei Jubiläen kann es auch mal mehr sein“, so Ronnie Seunig, der weiter erklärte: „Als Hans starb, gab es noch hohe Außenstände. Hinzu kommt, dass die Pflege seiner Mutter Maria Hölzl auch viel Geld gekostet hat. In den letzten Jahren vor ihrem Ableben um die 8.000 Euro pro Monat. Wir haben uns damals geschworen, falls einem von uns was passiert, dass sich der andere um die Mutter kümmert. Daran habe ich mich gehalten. Wo waren die so genannten guten Freunde von Hans damals? Da hat keiner seine Hilfe angeboten oder sich auch nur erkundigt.

Das bestätigten auch zwei weitere Vorstände und ehemalige Vertraute von Falco. Dr. Georg Riedl (Falcos ehemaliger Anwalt) und Wirtschaftstreuhänder Mag. Wilhelm Zmatlo (Falcos damaliger Steuerberater). „Der Grund, warum sie in der Stiftung sitzen ist einfach erklärt. Damals, als es dem Hans finanziell schlecht ging, haben ihm die beiden geholfen, indem sie ihre Honorarforderungen zurückgestellt haben. Darum habe ich sie geholt“, sagte Ronnie Seunig, und betonte, dass sich bei der Stiftung sowieso alle ehrenamtlich engagieren.

Zweck der Stiftung

Falco Privatstiftung startet Talent-Wettbewerb für Schüler

Helden von heute – Falco goes school | © Rudi Dolezal (Falco-Amadeus); Falco Privatstiftung (Falco-Kind)

Zweck der Stiftung, über die Falco schon zu Lebzeiten gesprochen aber nicht die 70.000 Euro für die Gründung hatte, ist Falcos Erbe und Ansehen hochzuhalten, sowie die Förderung junger Musiker. Letzteres wird heuer bereits das zweite Mal mit „Falco Goes School – Helden von heute“ getan.

Ein Projekt, an dem sich alle österreichischen Schulen beteiligen können. Im Vorjahr durften wir Sieger aus 100 Einsendungen ermitteln. Dafür wurden in drei Kategorien je 15.000 Euro ausgeschüttet“, erklärt Stiftungsbeirat und Kopf des Projektes, Wolfgang Kosmata.

„Wurscht, was Neider reden“

Auf die Frage, ob es ihn denn stört, dass die Stiftung immer wieder in der Kritik steht und nicht so wertgeschätzt wird, antwortete Ronnie Seunig: „Das liegt vielleicht daran, dass ich ein später Freund von Hans war und manche gerne an meiner Stelle wären. Natürlich jetzt. Damals waren sie ja nicht mehr da. Es geht hier einfach um Eigeninteressen. Es ging immer nur darum persönlich zu profitieren. Ich habe sie nie an den Kuchen rangelassen, und das gefällt ihnen nicht.
A
ber ehrlich gesagt, ist mir die Wertschätzung dieser Leute auch wurscht. Wichtig ist mir die von den Schulen, den Kids und seinen echten Fans.

Wolfgang Kosmata und Rob Bolland wissen auch, dass es diesen Leuten nur ums Geld ging und geht. Beide haben versucht, einige für „Falco goes school“ an Bord zu holen. „Aber bevor wir noch irgendwie zum Reden kamen, ging es schon darum, was dabei raus springt. Ich nenne jetzt keine Namen, aber die haben dann nicht mal mehr bei Rob Bolland das Telefon abgehoben oder zurückgerufen“, so Kosmata.

Hit-Produzent bei „Falco goes school“

Rob Bolland, Falcos Produzent, liegt das Projekt „Falco goes school“ so am Herzen, dass er selbst zum Hearing mit in die Schulen fährt. „Das macht so viel Freude, und die Förderung junger Talente ist super wichtig. Bei uns in Holland gibt es so etwas nicht. Ich bin dankbar, dass Ronnie mit der Stiftung Falcos Erbe so gut verwaltet.

Die Kids sind ja richtig gut drauf, und wir sind jetzt dabei abzuklären, mit wem wir dann auch weiter produzieren. Ich finde es schön, dass ich meine Erfahrung einbringen kann, aber die Ideen kommen von den Schülern. Das ist super“, so der begeisterte Profi, der sich dann spontan die Gitarre schnappte und „Rock me Amadeus“ sowie Jeanny intonierte.

Zum Abschluss überreichte Ronnie Seunig der Geschäftsführerin vom Hard Rock Cafe noch eine pompöse Falco-Jacke, mit der er u.a. im Zirkus Kronebau in München und in einer ZDF – Show aufgetreten ist, verziert mit goldenen Schulter-Fransen und ebensolche Kordeln. Ganz Falco halt. Ganz so wie er war und immer sein wird. Dank seines gut behüteten Erbes…

Jetzt is oba wirklich ois g’sogt“, mit diesen Worten hätte wohl Falco die Pressekonferenz beendet …

Quelle

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