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PLUTO: Zwergplanet mit Riesengebirge

Pluto photographed by the LORRI and Ralph instruments aboard the New Horizons spacecraft | ©: ASA/JHUAPL/SWRI

Am 15.07.2015 um 2.52:37 Uhr MESZ, brach im Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University im US-Bundesstaat Maryland ein großer Jubel aus als sich die Sonde NEW HORIZONS vom Pluto meldete! Dabei gabs noch gar nichts zu sehen; Nein nur ein „Lebenszeichen“ sagte den NASA Leuten, dass es dort draußen noch was gab, etwas dass bald die ersten echten Bilder vom kleinen Pluto geben wird.

Wie es Experimentalphysiker Werner Gruber sagt: „Faszinierend ist alleine schon wie lange sich die Technik dieser, eigentlich 20 Jahre alten Sonde bewährt hat.“ Der Flug (ca. 5 Milliarden Kilometer) dauerte nicht einmal die Hälfte davon. Wenn man bedenkt wie schnell sich heutzutage die Technik wandelt und gewisse Güter nach der Garantiezeit (ua. geplant) kaputtgehen, dann ist es umso beeindruckender wenn etwas so lange funktioniert.

Fritz Lensch, vom Astronomieverein ANTARES weiß das Signal bedeutet auch das: „der Vorüberflug von New Horizons an Pluto in einem Abstand von nur rund 12.500 Kilometern wie vorausberechnet klappt und die Sonde dabei auch alle geplanten Beobachtungen macht. Die Sonde ist gesund, es gab keine Fehlermeldungen, die Speicher sind mit Daten gefüllt.

Zwergplanet mit Riesengebirge

Nahaufnahmen einer Region, in der Nähe von Plutos Äquator offenbaren eine riesige Überraschung - eine Reihe von jungen Bergen, sie ragen 3.500 Meter über der Oberfläche des eisigen Körper empor. | ©: NASA

Nahaufnahmen einer Region, in der Nähe von Plutos Äquator offenbaren eine riesige Überraschung – eine Reihe von jungen Bergen, sie ragen 3.500 Meter über der Oberfläche des eisigen Körper empor. | ©: NASA

Doch die Sensation kam erst mit den, aufgrund der durch die Entfernung bedingten, langsamen Bitrate tröpferlweise eintreffenden Bilddaten. NEW HORIZONS zeigte den kleinen Himmelskörper am Rande unseres Systems ganz groß. Von wegen „Zwergplanet“, der kleine offenbart schon am ersten Tag extrem hohen Gebirgsszüge welche keiner erwartet hätte!
3,5 km hoch könnten diese sein – bedenkt man den Größenvergleich mit der über 5x größeren Erde, deren höchste Erhebung grade mal 8 km hat…

Das allein ist aber nicht außergewöhnlich, vielmehr deutet die Existenz solcher Gebirgsketten auf aktive tektonische Arbeit hin. Also keine fade, kleine Eiskugel am Rande des Sonnensystems, sondern ein aktiver Himmelskörper. Dh. auch, es könnten sich Kontinentalplatten durch mehr oder weniger fluide Elemente verschieben.

Auch die wenigen Krater geben zu bedenken – denn gerade dort draußen im Kuipergürtel geht´s ordentlich rund: Millionen von bis zu 100 km großen Steinbrocken aus der Geburtszeit des Systems rasen dort herum und richten normal mehr Schäden an den „großen“ Objekten an.

Planetenstatus wurde 2006 aberkannt

Der Pluto ist mit einem Durchmesser von 2300 Kilometern kleiner als der Erdmond, er hat aber selbst 5 Monde. Er bewegt sich auf einer stark elliptischen Bahn, sein Abstand zur Sonne schwankt dabei zwischen 30 und 50 Astronomischen Einheiten. Ein Jahr auf dem Pluto dauert knapp 250 Erdenjahre.
Der 1930 entdeckte Pluto galt lange Zeit als neunter Planet unseres Sonnensystems, bis die Internationale Astronomische Union (IAU) nach der Entdeckung mehrerer weiterer Pluto-ähnlicher Himmelskörper 2006 eine Neudefinition des Begriffs Planet verabschiedete. Pluto begründete damit die Gruppe der Zwergplaneten. Dies machte die Amerikaner etwas traurig, war Pluto doch der einzige, von denen entdeckte Planet.
Dafür sind die Amis aber bislang die ersten, die alle Planeten unseres Systems „besucht“ haben. Wie berichtet, passierten vor kurzem die VOYAGER Sonden die äusserte Grenze, sind also schon im intertellaren Raum.

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