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Samariterbund: Einkaufen im Sozialmarkt ist kein Luxus

geralt / Pixabay
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Der Samariterbund bedauert, dass eine Einkaufs-berechtigte Kundin des Sozialmarktes ohne jede Grundlage medial an den Pranger gestellt wurde.

„Wir bedauern zutiefst, dass eine Einkaufs-berechtigte Kundin unseres Sozialmarktes medial verunglimpft und als Sozialschmarotzerin dargestellt wurde“, so Bernhard Lehner, Geschäftsführer des Samariterbund Floridsdorf-Donaustadt: „Es ist bedenklich, wie despotisch und unmenschlich unsere Gesellschaft mit sozial bedürftigen Menschen umgeht.“

Das Foto des Anstoßes, das auch Medien zugespielt wurde, zeigt eine Frau, die den Einkauf aus dem Sozialmarkt in Floridsdorf gemeinsam mit ihrer Tochter in ein qualitatives Auto mit tschechischem Kennzeichen lädt. Bernhard Lehner: „Wir haben inzwischen mit der Frau gesprochen. Sie ist alleinerziehende Mutter und hat den Einkaufspass für den Sozialmarkt rechtens bekommen. Das Auto hat sie sich von einem Bekannten für den Einkauf geliehen, da sie nach einer Operation nicht schwer heben darf. Aufgrund des medialen Aufruhrs wollte die Frau die Einkaufskarte zurücklegen. Wir laden sie herzlich ein, weiterhin Kundin bei uns zu bleiben.“

In den drei Samariterbund-Sozialmärkten können Menschen mit niedrigem Einkommen Dinge des täglichen Bedarfs kostengünstig kaufen. Bei Einzelpersonen liegt die Höchstgrenze bei Euro 900, pro Kind um Euro 270 höher. Paare dürfen über ein Höchsteinkommen von Euro 1.370 beziehen. „Der Samariterbund überprüft Einkaufsberechtigungen regelmäßig und wird das in Zukunft noch engmaschiger tun“, so Bernhard Lehner. Das laufende Warenangebot der Sozialmärkte reicht von Brot, Milchprodukten, Teigwaren, Obst und Gemüse bis hin zu Hygieneartikeln. Die Preise liegen deutlich unter jenen des Diskonthandels, so wird das Haushaltsbudget etwas entlastet.

„Leider gehört es auch in Österreich zum Alltag, dass Menschen von Armut betroffen sind. Wir stellen in unseren Sozialmärkten einen stetig wachsenden Bedarf fest. Derzeit haben wir etwa 10.000 BezieherInnen, besonders hart trifft es Familien mit Kindern“, so Bernhard Lehner abschließend: „Warenspenden, etwa aus Überproduktion direkt vom Erzeuger, sind in den Sozialmärkten übrigens herzlich willkommen.“

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