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Sozialplan für Mitarbeitende von Triumph International

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Triumph International Österreich

Triumph International Österreich / Wiener Neustadt | ©: Triumph International AG

Zentralbetriebsrat sowie Unternehmensleitung der Triumph International AG (Wiener Neustadt – „Triumph Österreich“) teilen mit, dass sich die Verhandlungspartner auf einen Sozialplan für die 380 Mitarbeitenden geeinigt haben, die von der Schließung des Nähwerkes in Oberwart (Burgenland) sowie weiteren Umstrukturierungen in der österreichischen Lieferkette unmittelbar betroffen sind. Mit Rücksicht auf die aktuellen Arbeitsmarkt-Rahmenbedingungen wurde der Schwerpunkt auf Orientierungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten gelegt. Es wird eine Arbeitsstiftung für umschulungsinteressierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein Fonds eingerichtet, der besondere Härtefälle abfedern helfen soll. Die Kolleginnen und Kollegen an den Standorten Wiener Neustadt (Niederösterreich) und Oberwart sind im Rahmen von Betriebsversammlungen am 30. Juni 2015 persönlich informiert worden.

Die Vereinbarung sieht im Detail unter anderem vor, dass eine vom Unternehmen finanzierte Arbeitsstiftung eingerichtet wird, die umfangreiche Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeitende anbietet. Diese Maßnahmen können im Bedarfsfall eine komplette Ausbildung umfassen; auch so genannte Outplacement-Aktivitäten, also die Unterstützung beim Finden einer neuen Stelle, gehören zum Angebot. Personen, die aufgrund besonderer Lebensumstände durch den Verlust ihres Arbeitsplatzes besonders schwer getroffen sind, können mit zusätzlichen Leistungen rechnen, die deutlich über die gesetzlich vorgesehenen Mindestanforderungen hinausgehen.

Den Sozialpartnern ist damit ein Konsens über soziale Komponenten (Einmalzahlungen) sowie nachhaltige weitere Qualifizierungsmöglichkeiten (Arbeitsstiftung) am Ende der jeweiligen Dienstverhältnisse gelungen. Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertreterinnen betonen ausdrücklich, dass die Gespräche in wertschätzender Atmosphäre und konstruktiv im Sinne der betroffenen ausscheidenden und teilweise langjährigen Mitarbeiterinnen stattgefunden haben.

Meine Meinung: Die besten Stiftungen, alle Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen und keine „Outplacement-Aktivitäten“ können den Verlust eines Arbeitsplatzes ersetzen. Denn all diese Maßnahmen kosten dem Unternehmen zwar eine Menge Geld (aber weniger als die weitere Zusammenarbeit) und doch ist nichts davon ein Garant für einen neuen Job.  Also kein Grund zum triumphieren für die Ex-Triumph Mitarbeiter.


 

Hintergrund

Triumph International optimiert seine globale Lieferkette. Dies geschieht vor dem Hintergrund schrumpfender Märkte, steigender Produktionskosten und global schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen. Durch die Anpassung an die veränderten Bedingungen verbessert Triumph anhaltend seine Wettbewerbsfähigkeit und sichert die gewohnte Qualität seiner Produkte.

Um dies zu erreichen, wird das Unternehmen kostenintensive Kapazitäten reduzieren. Komplexe und strategisch bedeutsame sowie hoch innovative Produkte werden auch weiterhin in eigenen Werken hergestellt. Bei der Umsetzung dieser Veränderungen sind die Sicherstellung von rascher Verfügbarkeit und Termintreue von entscheidender Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund wird sich Triumph bis Ende des Jahres 2015 von dem unternehmenseigenen ungarischen Produktionsstandort Body Fashion (Magyarorszag) Kft („Body Fashion“) in Dunaújváros mit 412 Arbeitsplätzen und von dem österreichischen Nähzentrum in Oberwart (Burgenland) mit 210 Arbeitsplätzen trennen. Das österreichische Netzwerk wird sich endgültig auf die Marke sloggi fokussieren und so effektiver und effizienter produzieren. Das ungarische Werk soll verkauft werden. Diese Entscheidungen wirken sich auch auf insgesamt 170 Positionen am Standort Wiener Neustadt in aus, da mehrere der Supportfunktionen dort direkt oder indirekt mit den Produktionsstandorten in Oberwart und Dunaújváros verbunden sind.

Am Standort Wiener Neustadt werden jedoch die Vorproduktionsfunktionen der Marke sloggi erhalten bleiben. Triumph wird weiter darauf hin arbeiten, in Wiener Neustadt ein Exzellenzzentrum für die Marke sloggi aufzubauen, das richtungsweisend sein wird für Innovation von sloggi Produkten sowie deren Fertigung. Damit bietet Triumph als eines der wenigen im Land verbliebenen Textilunternehmen dem österreichischen Standort trotz im internationalen Vergleich sehr hoher Kosten eine Zukunftsperspektive.

Die lokalen Triumph Vertriebsgesellschaften in Österreich und Ungarn bleiben unverändert bestehen. Seine Marktführerschaft sichert Triumph durch ein innovatives Produktportfolio und exzellenten Kundenservice. Triumph Österreich beschäftigt derzeit insgesamt rund 1.060 Mitarbeitende. Nach der Umstrukturierung werden noch mindestens 680 Mitarbeitende für das Unternehmen tätig sein. Davon sind ungefähr 275 Mitarbeitende in den Shops des österreichischen Unternehmens beschäftigt. Damit bleibt Triumph Österreich weiterhin einer der größten Arbeitgeber in der österreichischen Bekleidungsbranche.

Triumph International gehört zu den weltweit größten Herstellern von Bodywear und Dessous. Mit seinen Hauptmarken Triumph® und sloggi® vertreibt das Unternehmen seine Produkte in mehr als 120 Ländern. Weltweit beliefert Triumph 40.000 Wholesale Kunden und verkauft seine Produkte in 2.100 Triumph Stores sowie in zahlreichen eigenen Online Shops. Triumph International erzielt mit über 33.000 Mitarbeitern einen Umsatz von CHF 1,9 Mrd. (2013). Das Unternehmen ist Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI) und dem Global Social Compliance Programme (GSCP).

APA-OTS

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