News Ticker

Spitalsärzte 2016: Mayer fordert nachhaltige Lösungen

ClkerFreeVectorImages / Pixabay

Auch die Spitäler sind 2016 massivst bedroht. So können Ärzte nicht mehr für alle die Ambulanzen offen lassen. Die Patienten müssen eine Überweisung von Hausarzt, bzw. Facharzt mitbringen.

2015 war das Jahr der Diskussionen um längst bekannte Probleme. Nur was nicht mehr länger aufgeschoben werden konnte – wie die Umsetzung EU-konformer Arbeitszeitregelungen – ist abgearbeitet worden“, zieht Harald Mayer, Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), am Dienstag in einer Aussendung Bilanz zum Jahresende. Er fordert die Verantwortlichen auf, sich 2016 den Problemen in der Gesundheitsversorgung zu stellen und nachhaltige Lösungen dafür zu erarbeiten.

Dazu gehören: der Ärztemangel, der sich durch die neue Arbeitszeitregelung weiter verschärft hat; überlastete Ambulanzen, die jeder nach eigenem Ermessen aufsuchen kann, weil eine Koordination der Patientenströme nach wie vor fehlt; immer wieder Versorgungsengpässe in den Spitälern; Überlastung der Spitalsärztinnen und -ärzte mit Administrationsaufgaben und Bürokratie; zu wenig Zeit für die Patienten, zu wenig Zeit für die medizinische Ausbildung, zu wenig finanzielle Ressourcen, um den Ärzten die verpflichtende Fortbildung zu finanzieren. Mayer: „Wir haben diese Probleme immer wieder angesprochen, auf die Konsequenzen hingewiesen, Lösungen präsentiert. Leider scheint die Devise zu gelten: Augen zu – und zwar so lange, bis es nicht mehr anders geht.“ Die Spitalsärztinnen und -ärzte seien zunehmend frustriert, was die hohen Dropout-Quoten in den ersten Berufsjahren sowie punktuelle Kündigungswellen im heurigen Jahr eindrucksvoll belegen.

Dass die jüngste Ankündigung des Wiener KAV, die Arbeitsbelastung von Spitalsärzten im Nachtdienst mittels Eingabegerät elektronisch zu erheben, in der aktuell ohnehin schwierigen und aufgrund der knappen Personalressourcen äußerst angespannten Situation von den Betroffenen nicht als konstruktiv eingestuft werde, sei verständlich. Anstatt der Ärzteschaft durch solche Maßnahmen unterschwellig zu vermitteln, man zweifle an ihrem Engagement, würden die Verantwortlichen gut daran tun, „die Ärmel hochzukrempeln und endlich umfassende Lösungen zu präsentieren“, sagte Mayer abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS.

Ähnliche Artikel