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SVA: Senkung der Mindestbeiträge für Selbständige

AlexanderStein / Pixabay
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Mehr Fairness und spürbare Entlastung für Kleinunternehmer – langjährige Forderung der SVA umgesetzt

Die Bundesregierung hat heute Dienstag, 16. Juni 2015, Entlastungsmaßnahmen für Österreichs Selbständige beschlossen. So wurde die Senkung der Mindestbeitragsgrundlage von derzeit rund 724 Euro auf 406 Euro entschieden.

Damit ist eine wichtige Forderung der SVA umgesetzt„, betont Alexander Herzog, SVA Obmann-Stv. Diese Senkung der Mindestbeitragsgrundlage für Selbständige auf das Niveau der Arbeitnehmer bedeute einerseits eine Gleichstellung sowie auch eine spürbare finanzielle Entlastung von knapp 292 Euro jährlich für Geringverdiener.

Analog zum Beitragszuschuss für Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen, wurde nun für Selbständige die sogenannten „Mindest-Sozialversicherungsbeiträge“ im Rahmen der Steuerreform beschlossen und soll bereits mit 1.1. 2016 in Kraft treten. Derzeit liegt die Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung für Selbständige bei 724,02 Euro. Davon werden die Krankenversicherungsbeiträge in Höhe von 7,65 % berechnet, d.h. Unternehmer bezahlen mindestens 55,4 Euro pro Monat.

Eine Senkung der Mindestbeitragsgrundlage von 724,02 auf 405,98 Euro bedeutet niedrigere monatliche Beiträge und eine jährliche Ersparnis von bis zu 291,96 Euro „Wir wollen keine Bevorzugung, wir wollen Gerechtigkeit und mit der Angleichung der Mindestbeitragsgrundlage auf die Geringfügigkeitsgrenze der Arbeitnehmer ist nun ein wichtiger Schritt getan„, so Herzog. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf knapp 40 Mio. Euro.

Die Absenkung der Mindestbeitragsgrundlage in der Pensionsversicherung auf die Geringfügigkeitsgrenze soll zudem mit 1.1.2018 starten. Eine vollständige Angleichung an die Geringfügigkeitsgrenze wird voraussichtlich mit 1.1.2022 erreicht sein.


Ich danke im Namen aller Klein(en)-Unternehmer für diese Senkung, dass ist eine wirklich spürbare Entlastung!

Ausnahmeregelung und Unfallversicherungsbeitrag?

Hochrisiko Arbeitsplatz(?) einer Kosmetik-Beraterin

Hochrisiko Arbeitsplatz(?) einer Kosmetik-Beraterin

Ein, hier nicht angesprochener Aspekt ist, wenn ein Selbständiger mit jemanden mitversichert ist. Und wer daher per Ausnahmeregelung von den Pflichtbeiträgen ausgenommen wurde, zahlt ohnehin nichts.

Nichts? – stimmt auch nicht – denn jeder muss auch den UV-Beitrag (Unfallversicherungsbeitrag) bezahlen. Es sind dzt. zwar nur (unabhängig vom Einkommen) 8,90 p.M., aber in manchen Fällen „doppelt gemoppelt
Also selbst wenn die volle Ausnahmeregelung gewährt wurde, der UV-Beitrag bleibt bestehen, von dem gibt es keine Ausnahme!

Die SVA hält zum Sinn des UV-Beitrages fest:

  1. „... Aufgabe ist der Schutz des Menschen bei der Arbeit oder auf dem Weg zur Arbeit. ...“
  2. Weiters ist von Arbeitsunfall … Berufskrankheitendie Rede.
  3. Unfälle ohne Bezug zur beruflichen Tätigkeit sind durch die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt.

Nun gibt es aber etliche, gewerblich angemeldete Tätigkeiten welche etwa vom Heimbüro aus in völlig ungefährlicher Art und Weise ausgeübt werden. Auch die Unterscheidung ob es ein Arbeitsunfall oder nicht war wenn jemand zuhause über ein Netzkabel eines Rechners stolpert, der Privat und Beruflich genutzt wird.
Diese Unterscheidung beeinflusst die Entscheidung, wer nun was aus welchen Topf leisten wird – denn alles private ist ohnehin von der gesetzl. Krankenversicherung gedeckt…

PS: Falls die Frage entsteht „warum meldet man überhaupt ein Gewerbe an, wenn man eh nur zuhause arbeitet?“ dann ist dazu zu sagen das dies zeitweise nötig ist, weil es genügend Neidgenossen gibt, welche diese Tätigkeiten beim Gewerbeamt anzeigen! Daher kann die bloße rechtliche Absicherung in Form eines Gewerbes notwendig sein und schon beginnt sich das Karussell zu drehen: BH -> Finanzamt -> WKO -> SVA … und jeder will Geld vom Unternehmer was er ev. noch lange nicht verdient…

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APA-OTS

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