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„VDE 8“: Das größte Infrastrukturprojekt Deutschlands

Schneller, direkter, besser verknüpft: Das neue Hochgeschwindigkeitsnetz ab Dezember 2017

Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz lädt uns ein: "Steigen Sie mit ein, Berlin - München unter vier Stunden - schon ab Dezember 2017" | © Deutsche Bahn AG / Foto: Oliver Lang Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz lädt uns ein: "Steigen Sie mit ein, Berlin - München unter vier Stunden - schon ab Dezember 2017" | © Deutsche Bahn AG / Foto: Oliver Lang

Die Geschichte von Verkehr und Transport ist untrennbar mit den großen Fernhandelsstraßen der Antike, bzw. des Mittelalters verbunden. Doch wer konnte damals ahnen, welche stählernen High-Tech Transportmittel Jahrhunderte später genau diese Wege nehmen würden?

Tatsache: Wo heute die schnittigen ICE – Lokomotiven der  Deutschen Bahn ihre Waggons mit bis zu 300 km/h über ein bestens ausgebautes Schienennetz ziehen – holperten anno domini die Untertanen der römisch-deutschen Kaiser mit Pferdewagen über´s Kopfsteinpflaster.

Von Antike bis Zukunft: Neue Gleise auf alten Wegen!

ICE T Baureihe 411 während einer Testfahrt im Thüringer Wald | © Deutsche Bahn AG / Foto: Frank Barteld

ICE T Baureihe 411 während einer Testfahrt im Thüringer Wald | © Deutsche Bahn AG / Foto: Frank Barteld

Die heute wichtigsten Verbindungen quer durch das moderne Europa, wie zum Beispiel jene von Skandinavien bis ans Mittelmeer orientieren sich an den berühmten Wegen wie die in Nord – Süd Richtung verlaufende Via Imperii. Oder entlang der Via Regia, welche den Warenaustausch von West nach Ost ermöglichte und über Erfurt und Leipzig führte, wo sie die Via Imperii kreuzte.

An den Knotenpunkten, sowie entlang dieser wichtigsten Handelsrouten entstanden große Städte, jene wurden nicht zuletzt durch den Ausbau der Eisenbahn zu wirtschaftlich erfolgreichen Metropolen.
Doch genug vom Geschichtsunterricht, die Zukunft wird noch viel spannender!

Jahrhundertprojekt als echte Alternative zu Auto und Flieger

Ab 10.12.2017: Berlin ‒ München in weniger als 4 Stunden!

Sie freuen sich auf den Dezember 2017: Dr. Richard Lutz, Vorsitzender des Vorstands und Stefan Nelles, Triebfahrzeugführer, DB Systemtechnik | © Deutsche Bahn AG / Foto: Oliver Lang

Sie freuen sich auf den Dezember 2017: Dr. Richard Lutz, Vorsitzender des Vorstands und Stefan Nelles, Triebfahrzeugführer, DB Systemtechnik | © Deutsche Bahn AG / Foto: Oliver Lang

Ein wesentlicher Bestandteil des sogenannten „TEN Korridors Skandinavien-Mittelmeer“ ist das „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8“ (kurz VDE 8 genannt).

Konkret verbindet diese ca. 500 Kilometer lange Teilstrecke Berlin mit Nürnberg und ist somit Lückenschluss und Kernstück der Hochleistungsstrecke von München nach Berlin. Das  bietet eine konkurrenzfähige und umweltgerechte Alternative zu Straße und Flugzeug – denn diese Distanz soll ab dem Dezember 2017 in nur 3 Stunden 55 Minuten (mit den „Sprinter“ Zügen) absolviert sein!
Das ist um Zwei Stunden schneller als bisher und so „überholt“ die Deutsche Bahn jedenfalls das Auto, platziert sich auf der Strecke gar knapp hinter dem Flugzeug.

Voll gut verknotet

Diese schnelle Nord – Süd Trasse führt aber nicht zu allen wichtigen Städten des Landes, also werden die Knotenpunkte Erfurt, Halle und Leipzig zu zentralen Übergangspunkten in die Region. So ist zum Beispiel auch Dresden im Osten; Frankfurt, Stuttgart im Südwesten oder auch der Norden, etwa Bremen – noch „näher“ gerückt.

Es wird somit auch deutlich mehr Direktverbindungen als heute zwischen einzelnen Städten geben – so z. B. Berlin‒Frankfurt/Main, Erfurt‒Berlin sowie Erfurt‒Hamburg.
Kurzum: Deutschland wird schneller, direkter und besser verbunden.

Die größte Bahnbaustelle Deutschlands kann noch mit weiteren Eindrucksvollen Zahlen aufwarten:

  • 10 Milliarden Investitionskosten
  • 10 Jahre Bauzeit
  • 12,6 Mio. Kubikmeter Ausbruch bei den 27 Tunneln
  • 37 Brücken
  • 300 km/h Spitzengeschwindigkeit
  • 500 Kilometer Streckenlänge
  • 4500 Mitarbeiter
  • 4.000.000 Beton an der Trasse verbaut

Technik und Natur = kein Widerspruch!

Testfahrt des ICE S im Bereich des Tunnel Bleßberg mit seinen Schallschutzhauben | © Deutsche Bahn AG / Foto: Frank Kniestedt

Testfahrt des ICE S im Bereich des Tunnel Bleßberg mit seinen Schallschutzhauben | © Deutsche Bahn AG / Foto: Frank Kniestedt

Mich persönlich fasziniert dabei natürlich auch noch die Technik: Da wären die imposanten Brückenkonstruktionen, welche sich kühn über die Täler spannen (die längste hat 8,6 Kilometer!) oder die innovativen Schallschutzhauben und zugleich die besondere Bauweise der Tunnel, welche den „Tunnelknall“ vermindern werden.

Und die alten Streckensignalanlagen sind auch bald Geschichte: Die Aus­ und Neubaustrecke wird komplett über Elektronische Stellwerke (ESTW) gesteuert. Insgesamt 17 so genannte ESTW­ Unterzentralen sind direkt mit den Betriebszentralen in Leipzig und München verbunden, von wo die Fahrdienstleiter per Computer die Fahrstrecken legen.

Und wer sich zugleich für den Schutz der Umwelt interessiert, wird feststellen, dass man trotz all der gigantischen Bauten auf die Natur Rücksicht nimmt. Die Ingenieure der DB achten sogar auf den Rhythmus von Flora und Fauna: Trotz Termindruck werden Brutzeiten abgewartet und Methoden ersonnen, die Arbeit so schonend als möglich zu gestalten.
Angeblich kehrten sogar Seeadler und Biber zurück, sogar Wildpferde(!) wurden auf den renaturierten Flächen gesehen …

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