Das deutsche und österreichische Lagerfeuer am Sonntagabend: Der „Tatort“

Am Sonntag um 20:15 Uhr ist wieder „Tatort“-Zeit

Fernbedienung, Krimi, Spannung, Thriller
Was fasziniert uns so am Bösen in Thrillern und Krimis? Warum verfolgen Millionen die Kommissare am "TATORT"? Es gibt erste Ermittlungsergebnisse ... | Foto © JESHOOTS.com by Pexels

Im vergangenen Jahr feierte die Kultserie des deutschsprachigen Fernsehens schlechthin ihr Jubiläum: Der „Tatort“ wurde 50 Jahre alt. Doch längst ist die Krimiserie nicht in die Jahre gekommen, denn nach wie vor feiert sie weitreichende Beliebtheit im deutschsprachigen Raum. Die Kommissare ermitteln in Deutschland, Österreich und in der Schweiz und werden in allen drei Ländern auch ein halbes Jahrhundert nach der Erstausstrahlung weiterhin gern geschaut.

Am Sonntag um 20:15 Uhr ist „Tatort“-Zeit. Da schalten Millionen von Zuschauern gleichzeitig ein. Damit ist es kein Wunder, dass viele die Serie als das letzte Lagerfeuer der Gesellschaft bezeichnen, zu dem alle zusammenkommen. Doch was macht die Serie so besonders?

Das Sonntagsritual seit 50 Jahren

Am 29. November 1970 ermittelten die Kommissare zum ersten Mal im „Tatort“. Damals war es die Folge „Taxi nach Leipzig“, in dem Walter Richter in der Rolle des ersten „Tatort“-Kommissars Paul Trimmel ermittelte und damit eine Fernsehreise startete, die noch in die Geschichte eingehen sollte. Jetzt, auch nach über 1.100 Folgen, ist der Krimi beliebt wie eh und je.

In Österreich ermitteln die Kommissare ebenfalls schon seit 1985. Im Austro-„Tatort“ machen sich Harald Krassnitzer als Moritz Eisner und Adele Neuhauser als Bibi Fellner gemeinsam auf die Suche nach den Tätern. Gerade erst im März trat Krassnitzer zum 50. Mal in den Tatort. Die Folge „Amme“ wurde auf ORF 2 übertragen und von über einer Million Zusehern verfolgt. Zum Sonntagsritual „Tatort“ kommen alle zusammen. Doch warum?

Dem Bösen aus sicherer Entfernung folgen

Der „Tatort“ ist ein Krimi, in dem die Ermittler in jeder Folge aufs Neue einen Fall auflösen und den Täter stellen. Es ist ein Konzept, das bereits seit eh und je beliebt ist. Krimis sind tief in der modernen Popkultur verankert. Von den legendären Taunuskrimis von Nele Neuhaus bis zu den Krimigeschichten des dänischen Autors Jussi Adler-Olsen, diese Bücher kann keiner einfach ablegen, ohne zu wissen, was passiert. In Film und Fernsehen sind Krimis ebenfalls seit jeher beliebt. Ob „Navy CIS“, „Criminal Minds“ oder „Numb3rs“, gibt es immer eine breite Auswahl an Krimiserien im Fernsehen.

Ein besonders beliebter Krimifilm, der bereits Kult ist, ist „Basic Instinct“ aus 1992. Michael Douglas ermittelt im Mordfall an einem Rockstar in San Francisco. Der Film ist bereits so beliebt, dass er in einem Spielautomaten adaptiert wurde. Der „Basic Instinct Slot“ steht im Rant Casino bereit, einem der laut der Vergleichsseite Casinos.de besten Online Casinos in Deutschland. Auf den Walzen des Slots lebt der Krimi zu neuem Leben auf. Doch warum verfolgen die Menschen den Kriminalfällen so gern? Eine Theorie ist es, dass wir es genießen, das Böse aus sicherer Entfernung zu sehen. Damit können wir den Nervenkitzel der Kriminalfälle ohne echtes Risiko erleben. Genau das bieten Krimis wie auch der „Tatort“.

Tatorte in bekannten Ortschaften

Doch der „Tatort“ setzt der Spannung aus sicherer Entfernung noch einen eigenen Stempel auf, denn hier befinden sich die Tatorte an bekannten Orten. Es ist eine Sache, wenn Michael Douglas in San Francisco an einem Mord ermittelt, doch es ist etwas anderes, wenn Harald Krassnitzer in Wien den Tätern auf die Spur kommt. Dieser Lokalkolorit ist zweifelsohne einer der Erfolgsfaktoren der Kultserie.

Inzwischen haben für den „Tatort“ bereits 80 verschiedene Ermittlerteams in drei Ländern Fälle in heimischen Gegenden gelöst. Wenn man gerade noch an jenem Ort spazieren war, wo im „Tatort“ am Sonntagabend ein fiktiver Mord stattgefunden hat, spürt man gleich eine ganz andere Verbindung zur Geschichte der jeweiligen Folge.

Was dieses Erlebnis noch mitreißender macht? „Tatort“ behält immer den Finger am Puls der Zeit. Das heißt, in den Folgen lebt jedes Mal der aktuelle Zeitgeist, während die Serie ein echter Spiegel der Gesellschaft ist. Was gerade in den Nachrichten passiert und worüber wir zum Beispiel gerade noch auf Zeitimblick.info berichtet haben, wird schnell auch im „Tatort“ aufgegriffen.

Damit findet man in der Kultserie immer gesellschaftsrelevante Themen, mit denen sich die Zuschauer identifizieren können. Außerdem entwickelt sich der „Tatort“ immer weiter, um den wachsenden Ansprüchen der Zuschauer gerecht zu werden, denen die überspitzten Ermittlungsmethoden der Folgen aus den 90ern nicht mehr ganz zusagen würden.

Die deutschsprachige Kriminalserie „Tatort“ ist bereits echtes Kulturgut. Sonntagabend ist „Tatort“-Zeit, da schalten Millionen von Deutschen, Österreichern und Schweizern gleichzeitig ein, um nicht zu verpassen, womit es das Ermittlerteam diesmal zu tun bekommt. Während wir alle den „Tatort“ schauen und pünktlich um 20:15 Uhr vor dem Fernseher sitzen, könnte es wahrlich unser letztes Lagerfeuer der Gesellschaft sein.