Muttertags-Botschaft aus Terabithia

Terabithia
Screenshot aus "Brücke nach Terabithia" (USA, 2007, Constantin Film) Jess und Leslie erschaffen ihre eigene Fantasiewelt | © Foto Perry Marco "Symphony" / CC BY-SA 2.0

Wie schon im vorigen Artikel geschrieben, am Muttertag 2018 ist nicht jeder Mutter zum Feiern – im Gegenteil. Doch was geschieht, wenn Kinder vor den Eltern gehen? Betreten sie die Brücke nach “Terabithia”?

  • Da wäre eben der Fall am Neusiedlersee, wo eine Mutter um ihre Tochter weint
  • oder der eben passierte, grausame Kindermord in Wien, wo das 7-jährige Opfer schon etwas für den Muttertag vorbereitet habe.
  • Oder der 16-jährige Lehrling, welcher kürzlich am Arbeitsplatz vom LKW überrollt und getötet wurde.
  • Ich denke hier aber auch wieder an die Mutter meines besten Freundes, welcher so früh von uns ging … usw.

Die Brücke nach Terabithia

… ist ein Film der nur oberflächlich betrachtet ein Kinderfilm mit tragischer Wende ist.
Tatsächlich wird der Verlust eines geliebten, unschuldigen Kindes in einer Weise betrachtet, welche uns eigentlich Kraft spenden soll. Kraft zum weiterleben und Kraft um die Energie dieses Menschen weiter zu tragen.

Dessen Inhalt wird seit 2007 von Film-Fans aus aller Welt diskutiert, das Thema geht bei allen außergewöhnlich tief.

  • Manche lehnen ihn wegen der so abrupten und traurigen Wendung strikt ab, hatten 2007 unter Tränen das Kino verlassen.
  • Andere sehen darin eine besondere Botschaft an das Weiter-Leben der Hinterbliebenen und man weiß auch warum diese Geschichte so entstand.

ZITAT von “supi” aus uncut.at:

Die Autorin (Anm. Zeit im Blick: Katherine Paterson) hat die Geschichte vor etwa 30 Jahren für ihren kleinen Sohn (der heute erwachsen ist und jetzt das Drehbuch zum Film geschrieben hat (Anm. Zeit im Blick: David Paterson, auch Produzent)) geschrieben, dem damals etwas ähnliches passiert ist: Seine beste Freundin wurde vom Blitz getötet. Natürlich hat ihr Sohn damals gefragt, warum das geschehen musste. Die Antwort der Mutter war das Buch “Die Brücke nach Terabithia“.

Die Geschichte will uns helfen, in scheinbar sinnlosen Unglücksfällen wie diesem trotzdem einen Sinn zu sehen. Leslie wird am Ende nicht ersetzt durch Jess’ Schwester. Kein Mensch ist ersetzbar, denn jeder Mensch ist einzigartig. Das ist gerade das Schöne, und daran will auch diese Geschichte nichts ändern, im Gegenteil. Jess hat mit Leslie Freundschaft geschlossen und so kann sie in ihm weiterleben.

Damit ist gemeint, dass Jess sich durch die Freundschaft mit Leslie verändert hat. Er kann nun alle Menschen in das gemeinsam mit Leslie geschaffene Königreich Terabithia führen. Zum Beispiel seine kleine Schwester May Belle, aber auch alle anderen, die sich wie May Belle darauf einlassen, also auch Dich und mich und alle, die den Film gesehen haben. Und das ist doch eigentlich kein trauriger Schluss, oder?

Ein leidenschaftliches Plädoyer an die Macht der Freundschaft und Kraft der Fantasie” nennt ein Leser dieses Buch und der Filmkritiker geht noch viel weiter, brachte das Thema auf eine metaphysische Ebene.

ZITAT von “supi” aus uncut.at:

Nach der abstrakten Deutung fällt der Fokus nur auf die Entwicklung von Jess. Auf seinem Weg zum Erwachsenwerden hat Gott ihm ein Mittlerwesen geschickt – die engelsgleiche Leslie.

Sie hat keine Entwicklung mehr nötig, ist bereits vollkommen. Sie lebt daher außerhalb der Zeit, d.h. in der Ewigkeit (wie Engel), und begleitet Jess als Fleisch-und-Blut-Wesen ein wesentliches Stück auf seinem schwierigen Weg vom Kind zum reifen Menschen.

Am besten mal ansehen, es gibt Die Brücke nach Terabithia zb. auf Amazon zu kaufen od. streamen und sicher auch anderswo. Wenn er mal wieder ins werbefreie TV kommt, kündige ich ihn sowiso an. Ist ja überfällig, die letzte ORF Ausstrahlung war am 22. April 2011 (!) …

Beschreibung: “Die Brücke nach Terabithia” (uncut.at)

Verbissen trainiert Jesse Aaron (Josh Hutcherson), um der schnellste Läufer seiner Klasse zu werden – doch die neu zugezogene Leslie Burke  (Annasophia Robb) besiegt ihn: Der Beginn einer Freundschaft, die Leslie mit Einfallsreichtum fördert.

Sie erschaffen das märchenhafte Königreich Terabithia, wo sie ungestört von Schulstress, Eltern und Lehrern inmitten seltsamer Fabelwesen, Riesen und Trollen ihre Zeit verbringen können.
Als Leslie eines Tages die Brücke zur Phantasiewelt alleine betritt, kommt es zu einem verhängnisvollen Unglück.

Quelle