„Die WKO bunkert 1,7 Mrd. Euro, die eigentlich den Unternehmerinnen und Unternehmern zustehen

PublicDomainPictures / Pixabay License

UNOS: „Harald, mach den Geldspeicher auf“

Schellhorn: „Die WKO bunkert 1,7 Mrd. Euro, die eigentlich den Unternehmerinnen und Unternehmern zustehen und weigert sich, mit diesem Geld sinnvoll zu helfen.”

UNOS-Bundessprecher Sepp Schellhorn fordert die Wirtschaftskammern auf, ihre Rücklagen an die Unternehmer_innen auszuzahlen. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer fühlen sich von ihrer Zwangsinteressenvertretung im Stich gelassen. Ich muss immer wieder feststellen, dass die Wirtschaftskammer unter Harald Mahrer eigentlich nur der verlängerte Arm der Bundesregierung ist.“

Die Wirtschaftskammer, sagt Schellhorn, begründe die Frage, warum sie auf so viel Geld sitzt, damit, dass ja einmal eine Epidemie ausbrechen könne. „Wann, wenn nicht jetzt, ist das der Fall?”, fragt sich der UNOS-Bundessprecher und berichtet, dass er als Unternehmer von allen Seiten aufgefordert wird, seine Rücklagen aufzulösen, um die Liquidität zu wahren. „Die WKO bunkert 1,7 Mrd. Euro, die eigentlich den Unternehmerinnen und Unternehmern zustehen und weigert sich, mit diesem Geld sinnvoll zu helfen.”

Er ergänzt, dass sich die Wirtschaftskammern in den letzten Jahren immer wieder auf den Rechnungshof berufen habe, doch der habe die Sache jetzt endgültig klargestellt. Aufgrund einer parlamentarischen Anfrage von Schellhorn steht es jetzt schwarz auf weiß: „Die Rücklagenhöhe leitet sich aus der Haushaltsordnung der Wirtschaftskammer Österreich und nicht aus einer Empfehlung des Rechnungshofes ab.”

Der Industrielle Stephan Zöchling stellt sich als Unternehmer die berechtigte Frage: „Wo ist die Interessenvertretung in den letzten 14 Monaten gewesen? Sie ist weder sichtbar, noch hörbar, noch existent. Die Wirtschaftskammer kümmert sich nicht um die Industrie, sie unterlässt es, mittelständischen Unternehmen zur Seite zu stehen. Außer Kollektivverhandlungen im Herbst sehen und hören wir nichts.”

Zöchling warnt vor dem Wegfall vieler tausender Arbeitsplätze: „Kreditversicherer haben flächendeckend dem Gewerbe und der Österreichischen Industrie die Deckung entzogen. Wir haben bereits vor einem Jahr an oberster Stelle um Unterstützung gebeten, doch bisher ist nichts passiert!”

David Frühwirth ist Sportartikelhändler und betreibt mehrere Geschäfte in den von der Pandemie stark betroffenen Skigebieten. Er berichtet, dass es vor allem das Hinhalten und die Verschiebung der Öffnungsschritte waren, die aus seiner Sicht völlig chaotisch abgelaufen seien und ihn als Unternehmer viel gekostet hätten: „Auch die Abwicklung der Förderungen aus dem ersten Lockdown war ein Desaster! Ich habe acht Monate auf die Hilfen gewartet und dann lediglich aus den Medien erfahren, was als nächstes kommt, anstatt von meinen zuständigen Vertreterinnen und Vertretern in der Kammer!” Entsetzt hat er feststellen müssen, dass die Kammern auf Rücklagen in Milliardenhöhe sitzen, während er die Krise hindurch versucht hat seine Mitarbeiter_innen zu halten.

Sepp Schellhorn fasst zusammen: „Harald, wir wissen nicht wo du bist, aber mach den Geldspeicher auf!”

UNOS fordern weitere Unternehmer_innen auf, sich anzuschließen und Gebrauch von einer Antragstellung zu machen. Die Unterlagen werden in den nächsten Wochen von UNOS zur Verfügung gestellt.

Auch interessant:

Finanzamt mit Äpfeln um über acht Mio. € betrogen

Quelle, Zitat, Kronen Zeitung: Ein Obstbauer (46) aus der Steiermark hat sich am Mittwoch in Graz wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs verantworten müssen. Der Mann gestand, mehr als acht Millionen Euro an Vorsteuern für angebliche Apfellieferungen zu Unrecht kassiert zu haben. Das Geld investierte er offenbar zu großen Teilen in seine Landwirtschaft sowie in seine vom Konkurs bedrohten Firmen. Er wurde nicht rechtskräftig zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Quelle, Zitat, ORF:

Masseverwalter und Land klagen Republik

Der Gläubigerausschuss im Konkurs der Commerzialbank Mattersburg im Burgenland hat am Montag die Amtshaftungsklage der Masseverwalter gegen die Republik Österreich genehmigt. Gefordert werden 303 Millionen Euro Schadenersatz wegen „kollektiven Versagens der Organe der Republik Österreich“. Auch das Land klagt die Republik.

 

Quelle