Rendi-Wagner klar gegen Verstaatlichungen

Pamela Rendi-Wagner | © Foto von SPÖ Presse und Kommunikation (Meet & Greet "Tel Aviv Beach") [CC BY-SA 2.0 ], via Wikimedia Commons

“Julia Herr würde besser zu der KPÖ passen”!

Damit, mit so einer Aussage, hat sie weder uns als SPÖ einen Gefallen getan, noch sich selbst. Rendi Wagner drenne sich von der Meinung Julia Herr und distanziere sich.

ORF:

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat klargestellt, dass für sie eine Verstaatlichung privater Unternehmen nicht infrage kommt. Sie sei „natürlich“ nicht für eine Verstaatlichung, erklärte die Vorsitzende der Sozialdemokraten gestern Abend in der ZIB2.

Ausgelöst worden war die Debatte vom Chef der deutschen Jusos, Kevin Kühnert, der zuletzt einer Kollektivierung von Großunternehmen das Wort geredet hatte. SJ-Chefin Julia Herr, die für die SPÖ auf einem Kampfmandat bei der EU-Wahl antritt, unterstützte das Anliegen.

Rendi-Wagner hat hingegen das Wort „Kollektivierung“ nicht in ihrem Wortschatz, wie sie betonte. Sehr wohl sei sie aber gegen eine weitere Privatisierung von kritischen und wichtigen Infrastruktureinrichtungen, etwa im Bereich Wasser oder Bahn.

Oö. Volksblatt: “Verstaatlichung” (von Markus EBERT)

Muss man ernst nehmen, was Jungsozialisten vom Schlag eines Kevin Kühnert in Deutschland oder nun einer Julia Herr in Österreich so an Verstaatlichungsphantasien in Bezug auf Großunternehmen wie BMW von sich geben?
Eigentlich schon, denn Frau Herr beispielsweise ist keine ganz kleine Nummer in der SPÖ, sie ist Vorsitzende der Sozialistischen Jugend und immerhin Nummer 6 auf der SPÖ-Liste für die EU-Wahl. Und sie ist erst 26 — und hat damit noch viel Zeit, für das einzutreten, von dem sie selbst sagt, dass es eine „langfristige Forderung“ sei. Bemerkenswerter Nachsatz: „Wir werden nicht von heute auf morgen alles verstaatlichen“.
Man muss den roten Jung-Revolutionären gar nicht das sozialistische Venezuela unter die Nase reiben, um zu verdeutlichen, was Verstaatlichungen anrichten. Dass aus dem erdölreichsten Land der Welt eine Massenmigration eingesetzt hat, weil die Menschen Hunger leiden, ist für jeden Sozialisten eigentlich Anlass zum Fremdschämen. Es reicht schon, wenn sich Frau Herr von ihren Betriebsratsgenossen aus der entstaatlichten Voest erklären ließe, dass Privatwirtschaft bei Großbetrieben alles andere als pfui ist. Aber es ist zu befürchten, dass sie sich keines Besseren belehren lässt.

Verstaatlichung in Österreich

Eine Erinnerung.

Quelle