Fukushima: Erste Bilder aus der Hölle

Ein Screenshot aus dem Video: Die innere Reaktorprimärsicherheitshülle wird untersucht. Hier hat es 9,5 Sv/h, ein Mensch wäre in eine Stunde tot! | ©: TEPCO & Internationales Forschungsinstitut für Stilllegung kerntechnischer Anlagen
Ein Screenshot aus dem Video: Die innere Reaktorprimärsicherheitshülle wird untersucht. Hier hat es 9,5 Sv/h, ein Mensch wäre in eine Stunde tot!  | ©: TEPCO & Internationales Forschungsinstitut für Stilllegung kerntechnischer Anlagen
Ein Screenshot aus dem Video: Die innere Reaktorprimärsicherheitshülle wird untersucht. Hier hat es 9,5 Sv/h, ein Mensch wäre in eine Stunde tot! | ©: TEPCO & Internationales Forschungsinstitut für Stilllegung kerntechnischer Anlagen

Vor 4 Jahren, am 11. März 2011 kam es in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zu der Kernschmelze in 3 Reaktoren des TEPCO AKW´s in Fukushima. Seit Anfang April 2015 gibt es nun erstmals Bilder aus dem inneren, Bilder aus der Hölle sozusagen.

Eigentlich ist es ein ca. 2,5 min. Horrorfilm (LINK zum Video) den ein Roboter drehte und wir zeigen einen Screenshot daraus. Das Bild ist mit Messwerten versehen welche einem das Blut in den Adern gefrieren lässt: 9,5 Sievert /Stunde ist ein Strahlungswert welcher einem Menschen nach einer Stunde töten würde!

Der namenlose Roboter berechnete sich keine grosse Chance auf eine Hauptrolle in Terminator oder Transformers, er wurde von den TEPCO Leuten reingeschickt weil man die Lage des Brennstoffs ausmachen will. Doch er fand diesen nicht und kam auch nicht wieder raus, er blieb stecken…

Man tüftelt aber bereits an Nachfolgern welche mit Hilfe kosmischer Strahlen durch die Reaktoren „hindurchschauen“ und „Schatten“ des Brennstoffs ausmachen wollen – ähnlich wie bei Röntgenaufnahmen. Solche sogenannten Myonen werden auch in der Vulkanforschung und bei der Suche nach geheimen Kammern in Pyramiden eingesetzt. TEPCO und die japanische Regierung hoffen, 2020 mit der Bergung des Brennstoffs beginnen zu können.

Windows Update fehlgeschlagen, bitte Reaktor herunterfahren…

Was hat Microsoft Windows® mit Fukushima und TEPCO zu tun? Nun, die Betreiber müssen von der japanischen Finanzaufsicht zu einem Umstieg von Windows XP (!) auf ein moderneres Betriebssystem gezwungen werden! Man bedenke, dass XP im April 2014 „vom Netz genommen wurde„, dass es dafür längst keine Sicherheitsupdates mehr gibt.

Bekanntlich steht irgendwo in den Lizenzbedingungen dieser Software das man es keinesfalls in heiklen Umgebungen einsetzen sollte: Luft- u.Raumfahrt, Medizin, in Betrieben aller Art wo es gefährliche Konsequenzen haben könnte, so ein System zu betreiben. Wir wollen TEPCO natürlich nicht unterstellen das man Windows zur Steuerung eines Atomreaktors nimmt – aber es reicht wenn sich Hacker in die peripheren Systeme einklinken, oder?
TEPCO wollte das noch einige Jahre aufschieben um ein paar Milliarden Yen zu sparen, immerhin sind fast 50.000 Rechner betroffen. Und der Konzern ist seit der Katastrophe finanziell angeschlagen und wird von der Regierung gestützt.


 

PS: Als Microsoft Gründer Bill Gates 2007 den Wunsch äusserte, ins All fliegen zu wollen hat man ihm geraten: nicht in die Rakete zu steigen falls da Windows läuft. „Lizenzkey nicht gefunden, Rakete wird heruntergefahren… Bitte starten Sie das Raumschiff neu… Ausnahmefehler, …