ÖGB-Katzian: EU attestiert Handlungsbedarf für Österreichs Steuersystem

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Zu hohe Belastung des Faktors Arbeit; mehr Fairness durch Vermögenssteuern gefordert.

Mit einer Vermögensbesteuerung von 1,3 Prozent liegt Österreich im Vergleich der OECD-Staaten an vorletzter Stelle. Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt 40,5 Prozent des Vermögens, die unteren 50 Prozent besitzen 2,5 Prozent. 80 Prozent der Steuern werden in Österreich von ArbeitnehmerInnen aufgebracht. „Alle Fakten sprechen für eine stärkere Vermögensbesteuerung in Österreich, auch die EU-Kommission empfiehlt das in ihrem aktuellen Länderbericht einmal mehr“, sagt ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.

„Ein stärkerer Einsatz von vermögensabhängigen Steuern könnte dazu beitragen, die Fairness und Effizienz des Steuersystems zu verbessern“, heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht, der auch die hohe steuerliche Belastung des Faktors Arbeit wie folgt thematisiert: Sie liegt insbesondere bei den niedrigen und mittleren Einkommen über dem EU-Durchschnitt, was zu negativen Auswirkungen auf die Nachfrage und das Angebot von Arbeitskräften führe.

„Verantwortungsvolle Politik ist dazu aufgerufen, alles zu unternehmen, um diese Schieflage zu korrigieren“, appelliert der ÖGB-Präsident: „Die geplante Steuerreform braucht mehr Tempo und mehr Entlastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“ Mehr Geld für die Beschäftigten bedeute mehr Konsum und damit eine Win-Win-Situation, von der alle profitieren. Auch Sozialkommissar Nicolas Schmit habe bei der Präsentation des Berichts heute betont, dass die Steuerbelastung weg von der Arbeit hin zu anderen Sektoren verlagert werden müsse.

Außerdem führe kein vernünftiger Weg an einer stärkeren Vermögensbesteuerung vorbei, fordert Katzian: „Die Vermögensunterschiede in Österreich gehören nach wie vor zu den höchsten in der EU – es ist also eine Frage der Gerechtigkeit, Millionäre in die Verantwortung zu nehmen.“

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