SPÖ: Frau Ministerin Hartinger-Klein, was haben sie gegen Österreichs Arme?

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Kinoeinladung für Ministerin, die Kinobesuch für arme Menschen in Frage stellt

Gestern habe ich Sie aufgefordert, sich endlich für ihren unsäglichen 150-Euro-Sager zu entschuldigen.
Heute muss ich in der ‚Krone‘ lesen, dass sie schon wieder eine Idee haben, wie Sie Österreichs Armen das Leben schwerer machen könnten.
Sie stellen dort in Frage, ob arme Menschen in Österreich ins Kino gehen müssten und ob das ‚überlebensnotwendig‘ ist.
Was ist los mit Ihnen, Frau Ministerin? Was haben sie gegen Österreichs Arme?“, sagt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher.

„Was sind das für Fragen, die Sie da ständig aufwerfen? Wir leben doch nicht in den Slums von Kalkutta oder Kinshasa, wo es täglich ums nackte Überleben geht.
Wir leben in Österreich, einem der reichsten Länder der Welt. Es geht doch nicht darum, was arme Menschen brauchen, um gerade nicht zu verhungern. Wir leben doch nicht im 19. Jahrhundert! Wir haben den Wohlfahrtsstaat geschaffen, weil wir wollen, dass alle Menschen an der Gesellschaft teilhaben können. Weil wir es selbstverständlich finden, dass auch arme Menschen an Bildung, Freizeitaktivitäten und Sportveranstaltungen teilnehmen können. Weil wir es selbstverständlich finden, dass auch für eine Alleinerzieherin mit zwei Kindern ein Kinobesuch oder für einen Mindestpensionisten ein Theaterbesuch möglich ist. Weil wir wollen, dass in Österreich alle gut leben können und uns nicht jeden Tag fragen, wie wir den Ärmsten der Armen noch etwas wegnehmen können. Ich finde es zutiefst beschämend, dass eine Sozialministerin in Frage stellt, ob arme Menschen ins Kino gehen müssen. Menschen, die es ohnehin schwer haben und denen ihre Armut jeden Tag vor Augen geführt wird. Es diesen Menschen noch schwerer zu machen, das ist unanständig, es ist unsolidarisch und es ist auch nicht christlich. Ich kann Sie nur abermals auffordern, sich zu entschuldigen und sich endlich zu informieren, wie der Sozialstaat, den Ihnen Österreichs Wähler und Wählerinnen anvertraut haben, funktioniert“, sagt Lercher und fügt hinzu: „Um sich besser zu informieren, lade ich Sie herzlich ein, sich mit mir gemeinsam im Kino den Film ‚I, Daniel Blake‘ über die Situation arbeitsloser Menschen anzusehen“, betont Lercher.

Kein Kino oder Theater mehr für Arme Menschen?

“Arme Menschen, sollten auf dass Lebenswichtige schauen”! so Beate Hartinger Klein die derzeit auf Urlaub weilt.

Hier ihr Interview dazu

Hartinger – Klein findet folgendes laut Kronen Zeitung komisch: Laut Statistik Austria ist man unter 1238 Euro monatlich armutsgefährdet, und die Schuldnerberatung hat vorgerechnet, dass man 1416 Euro braucht, um Menschen „eine bescheidene Teilhabe an der Gesellschaft“ zu ermöglichen.
Das sind Statistiken, die ich nicht in Frage stellen will. Aber manche Dinge finde ich schon komisch. Zum Beispiel, dass ein Mensch ins Kino gehen muss, um an der Gesellschaft teilzuhaben. Ich meine: Wie viele können sich das leisten? Ich finde nicht, dass Kino überlebensnotwendig ist.

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