Allerheiligen, Allerseelen oder Halloween?

Wir können das Leben nicht ewig festhalten, wohl aber die Erinnerungen lebendig halten ... | © zib/Peter Schweinsteiger

Die einen gedenken dieser Tage in aller Stille ihren Verstorbenen, die anderen feiern eine Gruselparty. Doch warum das sogar irgendwie zusammenpasst, zeigt ein farbenfroher Film, der dunkelgraue Gedanken vertreiben kann.

COCO (2017) thematisierte den “Tag der Toten” (Día de Muertos), einen mexikanischen Feiertag. Dabei gedenken Freunde und Verwandte ihrer Ahnen, unterstützen deren spirituelle Reise im Land der Toten.

Der 2018 mit dem Animations-OSCAR gekrönte Zeichentrickfilm handelt vom 12-jährige Miguel, der ausgerechnet in dieser besonderen Nacht in der Welt der Toten landet. In dem lauten, bunten Kosmos voller Musik, Tanz und schräger wie liebenswerter Charaktere trifft er nicht nur auf seine Ur-Ahnen …

Bei uns treffen sich auch zwei Welten:

  • Da sind die in sich gekehrten Menschen, welche die Gräber schmücken, ein Licht entzünden und von denen man höchstens ein stilles Gebet hört und das Knirschen der Schuhe auf dem Kieswegen.
  • Und dann sind da die kostümierten Kinder, welche durch die Siedlungen ziehen und lautstark Süsses fordern, sowie die schrillen Party-Hexen und Horrorclowns, welche noch bis zum Morgen weitermachen.

Uns passiert aber wahrscheinlich nicht das gleiche wie Miguel aus “COCO”, dennoch können wir die Erinnerung lebendig werden lassen. Statt Trauer könnten wir einfach an schöne Tage zurückdenken. Dazu müssten wir aber lernen, sich mehr an die positiven Dinge zu erinnern.

Negatives ist tiefer, das Positive aber stärker

Doch wir merken uns Rückschläge, Beleidigungen, Krankheiten, Misserfolge scheinbar besser und länger als deren Gegenteil. Sicher gibt es studierte Experten, die das analysierten und auch gescheite Antworten haben.
Ich glaube, negative Eindrücke sind die tieferen, aber sie können die starken, positiven Erlebnisse nicht überschreiben – umgekehrt schon!

Wenn ich dieser Tage wieder mal an drei Seelen denke, so sehe ich nicht nur auf die besten Jahre mit diesen Menschen zurück – aber jeder schöne Tag mit ihnen wiegt mehr als die weniger guten Zeiten.
Denn man sagt ja auch:
Die einzige beste Freundin, oder der Freund, welche(r) zur richtigen Zeit für einen da war, zählt mehr als tausende abwesende Menschen.

Wir alle hinterlassen “Fußabdrücke in der Zeit“. Wir sollten diese wichtigsten Stationen unseres Lebens bewahren, sich stets an die schönen Erlebnisse erinnern und aus unangenehmen Erfahrungen die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen.

Ein Mensch stirbt zweimal:
Das erste Mal wenn er einschläft,
und das zweitemal wenn Niemand mehr von ihm spricht!

(Spruch der Native Americans (ugs. „Indianer„))