Der nächste Medien-Big-Deal?

Nun sind moderne Medien statt Zeitungsenten gefragt!

geralt / Pixabay

Wenn ich mir eine Zeitung kaufe, interessiert das niemanden. Wenn ein Herr Benko das tut, rauscht es gewaltig im Blätterwald. Dabei hätte ich einen besseren Deal als diese läppischen Minderheitsanteile an zwei Totholzmedien zu bieten …

Ich bin sicher nicht der einzige, der diese komplexe Verflechtung an Anteilen nicht ganz kapiert, aber dennoch eine Ansicht dazu hat.

Ich begebe mich eh nicht auf das Niveau der KRONE-Kommentatoren, die Herrn Rene Benko ein Nahverhältnis mit der SPÖ nachsagen. (Wo doch der Immobilieninvestor zum Netzwerk von Sebastian Kurz gehört, sich mit ihm und ihn berät – und die „neue ÖVP“ evtl. auch im Wahlkampf unterstütze. Im Gegenzug half Konzern-Kanzler Kurz angeblich bei der Übernahme von Kika/Leiner.)

Die Ziele von Benko

Signa kann mit den weniger als 49 %-igen Anteilen an beiden Tageszeitungen (24,22 % Kurier / 24,5 % Krone) nicht viel bestimmen, zumindest die redaktionelle Marschrichtung bestimmt der Sohn des KRONE-Gründers, Christoph Dichand alleine.

Insider wollen wissen, dass Benko die Mehrheit anstrebt, möglicherweise gar 100 %. Denn sonst kann er das mediale Werkzeug nicht voll für die Verwirklichung seiner Ziele nutzen:

  • Politischer Einfluss im Sinne ÖVP/Kurz
  • Werbeplattform für Kika/Leiner

Ein Angebot, dass Dichand jr. nicht ablehnen kann?

Bekanntlich stand ja Christoph Dichand knapp vor dem Ziel, die KRONE zu 100 % zu besitzen. Doch plötzlich wandte sich die FUNKE MEDIENGRUPPE (ehem. „WAZ“) an Rene Benko und bot eben diese Minderheitsbeteiligung an.

Um nun an die volle Medienmacht der KRONE zu kommen, muss Benko Dichand jr. mit einem Angebot kommen, das dieser nicht ablehnen kann. Und dieses könnte mehr das doppelte dessen ausmachen, was Signa für die Minderheit hinblätterte …

Wir hätten da einen echten Big Deal:

Aber zuerst eine Frage: Warum kauft man sich gleich zwei Zeitungen, welche ohnehin von „oben“ gesteuert sind? Warum investieren diese Leute nicht in tatsächlich unabhängige Medien, die nicht an der Hundeleine des Presserates hängen? Die nicht wegen der Presseförderungs-Millionen und Inseratenflut eben das abschreiben, was von den pol. Inserenten gewünscht wird.

Signa will deren „starkes Know-How in der Digitalisierung und Transformation starker Marken einsetzen, um Grenzen zwischen traditionellen Geschäftsmodellen aufzulösen„, so stand es in einer Aussendung. Was immer das auch heißt …

Lahme Zeitungsente auf Totholz

Wenn jemand so modern tickt, wie es diese Meldung besagt, dann frage ich mich schon, warum er im Teich der lahmen Zeitungsenten fischen geht? Statt sich für die Medienpower von freien Online-News-Magazinen zu interessieren, die tatsächlich ohne Maulkorb schreiben?

Herr Benko gehört damit auch zu jenen, die dem Eigenlob der Totholzmedien hörig sind. Vielleicht sollten diese Wirtschafts- und Medienexperten mal anschauen, wo die kolportierten Reichweiten der Regierungsmedien herkommen?
Sie kommen von Zähldiensten, Analyseportalen und Statistikern, die im Besitz eben dieser Zeitungen, Rundfunkanstalten und Verlagshäusern sind! Kein Wunder, dass Monat für Monat JEDER Miteigentümer der absolute Reichweitensieger ist!

ZEIT IM BLICK sucht wieder Sponsoren!

ZEIT IM BLICK generiert zB. 200.000 Zugriffe auf einen Artikel – in 3 Tagen. Und die Konk … äh. Kollegen zeigen stolz ihre (gekauften) Counter, prahlen sich mit 200 Zugriffen beim gleichen Thema – in einem Jahr …

Uns gehört kein Zähldienst wie zB. die ÖWA, wir bekommen weder Inserate, Parteispenden noch Förderungen und dennoch kennt man uns weltweit. Wir wissen das von tatsächlich unabhängigen Institutionen, bzw. vom Hoster. Diese offerieren UNS (und nur uns!) die echten Zahlen und bestätigen die Reichweite.

Unser bisheriger Mäzen kannte die Vorzüge eines Mediums, welches die Zeit mit kritischem Blick und freien Worten beschreibt, statt sich mit rechts-geschriebener Wortakrobatik bei Politikern einschmeicheln.
Doch jener Eigentümer ist nicht aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Impressum verschwunden – sondern aus höheren Gründen … R.I.P.

Also, liebe Sponsoren in Spe – machen Sie uns ein Angebot, dass wir nicht ablehnen können! So eine Beteiligung wird nicht bloß im Blätterwald rauschen, sondern auch im Netz für einige Aufmerksamkeit sorgen.