Spitalsärzte: Politik hat Entwicklungen jahrelang verschlafen

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ÖÄK-Vize Mayer: Kammer hat immer wieder auf Missstände im Gesundheitswesen verwiesen

 Vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Verhandlungen und Auseinandersetzungen über die Arbeitsbedingungen für die Spitalsärzteschaft fordert die Bundeskurie Angestellte Ärzte neuerlich marktkonforme Gehälter, attraktive Arbeitsbedingungen und eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Zudem solle die Politik endlich zu ihrer Verantwortung stehen, forderte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, am Donnerstag in einer Aussendung.

Länder und Bund hätten die Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie jahrelang verschlafen und würden jetzt versuchen, den Schwarzen Peter der Ärzteschaft zuzuschieben. Mayer: “Den Kolleginnen und Kollegen geht es vor allem um faire Arbeitsbedingungen und bei Reduktion der Arbeitszeit gemäß Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG) um marktkonforme Gehälter. Die öffentliche Diskussion dreht sich dagegen in erster Linie um finanzielle Aspekte.” Die Bundeskurie weise seit Jahren darauf hin, dass die politischen Versäumnisse langfristig dramatische Konsequenzen nach sich ziehen würden, etwa eine Verschärfung des Ärztemangels in Folge von Migration. “Die Spitalsärzteschaft fühlt sich im Stich gelassen und nicht ernst genommen. Viele Kolleginnen und Kollegen, speziell jüngere, kehren Österreich den Rücken und suchen ihr Glück im Ausland. Diejenigen, die zurückbleiben, stehen vor dem Dilemma, entweder mit 48 Wochenstunden einer enormen Arbeitsverdichtung ausgesetzt zu sein oder weiterhin bis 2017 bis zu 60 Wochenstunden zum Wohle der Patienten, aber gegen ihren eigenen Wunsch zu arbeiten”, zeigte Mayer auf.

Auch an den Universitäten bestehe Handlungsbedarf. Es sei ein politisches Armutszeugnis, dass es nicht gelinge, für die Medizinischen Universitäten ein einheitliches Gehaltssystem und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen, so Mayer.

Der Kurienobmann appelliert daher eindringlich an die politisch Verantwortlichen, die Warnrufe der Bundeskurie sowie der Landesärztekammern endlich ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln. “Es ist schon längst fünf vor zwölf. Wenn nicht bald etwas geschieht, wird sich die Politik vor den Patienten dafür verantworten müssen, das System an die Wand gefahren zu haben”, betonte Mayer abschließend.

Hoffentlich nicht abschließend, denn die Politik hat so viel verschlafen. Den Fokus legen sie auf das fremde, dass was für sie nicht sichtbar ist.

Asylanten werden bevorzugt vor Österreichern die krank sind, arm sind, obdachlos sind, und alle die es auzeigen werden sofort nieder gemacht.

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