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FALCO inspiriert die „Helden von heute“

Falco - Forever young Falco: Das war der Sound der 80er Jahre | Foto: ORF/RAUM.FILM
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Zum 60. Geburtstag des einzigen österreichischen Weltstars des Pop wird der Falke neu entdeckt und inspiriert die Next Generation.

Die Jugend nähert sich heute unvoreingenommen dem Schaffen von FALCO.  Man erkennt die zeitlosen Aussagen aus den 80er Jahren, bindet sie problemlos an das Heute an. Nachwuchsmusiker kopieren so manche Gestik, Mimik und ev. gar Textzeile und bringen dennoch eigene Werke daraus hervor.

So wie die „Alten“ damals /mit)sangen, so twittern die Jungen und etwa auf YouTube gibts 1000e begeisterte Kommentare pro Video. Teenager finden „… den Typen urcool, die Texte geil …“ und wünschten in den wilden 80er Jahren schon dabei gewesen zu sein.

Der Höhenflug des Falken – ein Wiener wird zum exaltierten Weltstar

Remember Falco!

Hans Hölzel alias Falco: der bislang einzige Österreicher, der Platz 1 der US-Single-Hitparade belegt hat: Mit ‚Rock Me Amadeus‘ schaffte er 1986 den Sprung an die Spitze der Charts. | Foto: ORF/Johannes Cizek

Manche jener, welche den Aufstieg eines gewissen Johann Hölzel noch live erlebten waren damals skeptisch ob „der arrogante Kerl“ damit Erfolg haben würde. Doch spätestens als 1986 „Jeanny“ von allen möglichen Stellen verboten wurde hatte man ein neues Idol.
Und eben in diesem Jahr platzierte sich Falcos größter Hit „Rock Me Amadeus“ an der Spitze der US-Charts.

Ebenso trug der Sender Boykott, ua. von Ö3 zum Ruhm bei, wobei letzterer zeitweise eigentlich alle österreichischen Künstler aussparte. Doch auch wenn wir damals nicht zu 100en Alternativen Radiostationen surfen konnten – es gab immer einen Weg, man hatte so seine Quellen.

Obwohl wir, hpts. durch unsere schon frühe Medienarbeit viele Künstler direkt kennenlernen durften, ein Hans Hölzel war nie dabei. Trotz des Wissen, dass er diese arrogante Maske va. der Show wegen trug – war ich doch nie Fan. Doch die enorme Kreativität und das einzigartige Verbinden von Rap und Dialekt musste man anerkennen.
Die späten Werke wie zB. das posthum veröffentlichte „Out of the Dark“ mit der prophetischen Zeile „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ waren aber echte Meisterstücke.

Ein paar Anekdoten zum „Kommissar“

Falco, der Poet

Falco, der Poet: Eine Dokumentation von Rudi Dolezal – Falco beim Dreh vom Musikvideo Rock Me Amadeus (auch von DoRo) | Foto: ORF/DoRo/Das Medienstudio

Doch auch die legendären Anfänge sind interessant und aus den dzt. laufenden Dokumentationen auch bekannt. Ich möchte nur ein paar weniger bekannte Details heraus nehmen.

  • Da wäre zB. die Sache mit der „B“ Seite seiner ersten Single („Helden von heute“) die er sich eigentlich nicht gleich veröffentlichen traute, weil sich angeblich einige Takte von Rick James drauf befinden. Wir alle kennen diesen Song: „Der Kommisar“ (1981).
  • Die Idee dazu kam dem damals unbekannten Bassisten Hans Hölzel bei einer musikalisch besetzten Gastrolle im legendären Kottan mit Lukas Resetarits.
  • Was nicht einmal in der offiziellen Diskografie steht ist, dass der Kommissar bereits damals in den US-Charts war, wenn auch nur auf Platz 70.  Und Falco war nicht der erste mit einem deutschen Text in Amerika: Kraftwerk platzierte gar 1974 den Titel „Autobahn“ ua. auch in den US-Listen.

Missing Link zwischen Pop und Avantgarde

Falco, der Poet

Falco, der Poet – das missing link zwischen Pop und Avantgarde. Bild zeigt eine Szene aus dem Musikvideo Junge Römer | Foto: ORF/Das Medienstudio

Es gäbe noch viele mehr Anekdoten um FALCO, va. wenn man Rudi Dolezal bei seinen Backstage Erinnerungen zuhört kommen auch Dinge ans Licht, welche den ungesunden Stil des Musikers beleuchten. Doch trotz aller Exzesse, auch nach durchzechten Gelagen und bis zuletzt unsicheren Auftritten – der Star gab kurz nachher legendäre Konzerte.

Musikgeschichte schrieben auch DoRo (Hannes Rossacher und eben Rudi Dolezal) mit ihren höchst erfolgreichen Musikvideos für große internationale Stars wie Queen – aber auch die Zusammenarbeit mit Falco war eine Geschichte für sich.

Hofratsdeutsch und Gaunerslang, Manhattan-Schönbrunnlerisch und die Geste als sprachliches Material: Falco erneuerte die deutschsprachige Poesie und verknüpfte ihre Elemente völlig neu. Er war das Missing Link zwischen Pop und Avantgarde, zwischen Schlager und Experiment.

Ein gutes Beispiel seiner Kreativität sind einige Zeilen aus „Titanic“:

„Die Titanic sinkt in Panik ganz allanig – aber fesch
Mit all den Millionen Cash und all der teuren Wäsch’
Die Titanic sinkt in Panik ganz allanig – aber gut,
Denn wer sich retten tut, der hat zum Untergang kan Mut
Decadence for you and me, decadence“

Wie sich hier „fesch“ mit „Cash“ und „Wäsch“ usw. reimt ist einfach typischer Falco Stil, humorvoll und doch kritisch. Ein Beobachter der Menschen in ihrer jeweiligen Zeit und Umwelt – mit den scharfen Augen eines Falken

Viele preisen Falco alias Hans Hölzel schon damals und auch heute als ersten deutschsprachigen Rapper. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der der Ausnahmekünstler Hochdeutsch, Wiener Dialekt und Englisch vermischt und sich dabei mehr um Rhythmus, Gestik und Mimik als um Grammatik gekümmert hat, gilt als Blaupause dafür, wie man umständliches, sperriges Deutsch musikalisch biegen kann.

Omnipräsenz zum 60er in allen Medien

Falco - Verdammt wir leben noch!

Der Film Falco – Verdammt wir leben noch! – Manuel Rubey als Falco | Foto: ORF/MR Film/Petro Domenigg

Ab 16.2 und natürlich am „Geburtstag“, dem 19.02.2017 gibt es noch einmal eine Reihe an Dokus, Konzertmitschnitten und den Film „Verdammt, wir leben noch“ zu sehen.

35 Sendungen habe ich gezählt, welche an diesen Tagen (bis ca. Ende Februar) auf etlichen Sendern laufen. ORF, 3sat, ServusTV, Puls 4, MDR, One, BR, Kabel 1 … usw. Bei VOX kommt gar eine 4-stündige Doku am 18.2.
Sie alle aufzulisten wäre ein bisserl viel, auch ändert sich immer mal was, daher schau´n echte Fans jetzt besonders intensiv ins TV-Programm. (zb. gleich per www.tvtv.de)

 

R.I.P. FALCO

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