Aktuelles – Polizei: Stiwoll und kein Ende

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Am 4. November 2017 fand in der Landespolizeidirektion Steiermark eine Pressekonferenz rund um den Polizeieinsatz in Stiwoll statt. Landespolizeidirektor HR Mag. Gerald Ortner, MA, Direktor des Bundeskriminalamtes Franz Lang und Leiter der Sonderkommission Rene Kornberger sprachen über bisher ergriffene und geplante polizeiliche Maßnahmen, die zur Ergreifung des 66-jährigen Tatverdächtigen führen sollen.

Seit Sonntag, 29. Oktober 2017, steht der 66-jährige Friedrich Felzmann aus Stiwoll (Bezirk Graz-Umgebung) im Verdacht, drei Personen mit einer Langwaffe angeschossen zu haben.
Bei dem Vorfall kamen eine Frau (55) und ein Mann (64) ums Leben. Eine 68-Jährige wurde schwer verletzt. Der Tatverdächtige flüchtete vom Tatort. Die Polizei leitete umgehend eine Großfahndung nach dem 66-Jährigen ein. Der Tatverdächtige ist nach wie vor flüchtig.

Mit 3. November 2017 wurde die Sonderkommission “Friedrich” unter der Leitung des Landeskriminalamtes Steiermark eingerichtet. Diese wird in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt sowie der Direktion für Spezialeinheiten (EKO-Cobra) agieren. Im Rahmen dieser Soko wird es eine örtliche, überörtliche sowie österreichische und internationale Fahndung unter Einbezug aller erforderlichen nationalen wie internationalen Kräfte geben.

Der steirische Landespolizeidirektor, der Direktor des Bundeskriminalamtes und der Leiter der Soko “Friedrich” fassten in einer heutigen Pressekonferenz die bereits getätigten polizeilichen Maßnahmen zusammen und gaben Ausblick auf mögliche weitere Vorgehensweisen seitens der Polizei.

Die Landespolizeidirektion Steiermark hält Sie auf Twitter und Facebook weiterhin auf dem Laufenden. Auf Twitter finden Sie auch eine live-Übertragung der Pressekonferenz.

Kronen Zeitung: Tag elf nach dem Doppelmord im weststeirischen Stiwoll – die 700-Seelen-Gemeinde in der Steiermark ist weiterhin schwer geschockt. Doch ein Großteil der Exekutive rückte nun ab, die Arbeit konzentriert sich nun auf kriminaltaktisches Verfahren. Der mutmaßliche Todesschütze Friedrich F. dürfte ein Tablet bei sich haben.

Die Jagd auf den mutmaßlichen Doppelmörder Friedrich F. wird immer mehr zum Stresstest – auch für die heimische Exekutive. Unter Einsatz von Cobra und WEGA wurden in den vergangenen Tagen mehr als 100 Gebäude durchsucht. Und es kam auch schon zu Fehlalarmen – einer davon machte am Mittwochabend Schlagzeilen. Im Eifer des Gefechts umstellten Einsatzkräfte einen Mann, den sie für den gesuchten Täter hielten. Der Irrtum konnte aber schnell geklärt werden, der 71-jährige Weststeirer nahm es gelassen.

Update

Haben die Profiler recht, oder ist F bereits  längst…?

Nach dem Doppelmord von Stiwoll hat Kriminalpsychologe und Profiler Werner Schlojer am Freitag gesagt, er vermute den mutmaßlichen Täter weiter im Nahbereich der Tat.
Und: Der Gesuchte habe aus „tiefer Kränkung“ gehandelt.

Die tiefe Kränkung stimmt 100% und er hat auch immer wieder Hilferufe abgesetzt, die falsch verstanden wurden. Der Mensch hatte keine Klarheit mehr im Kopf.

Es ist so, wenn der Mensch zu tiefst verletzt wird, wird es dunkel in ihm.
Hier gibt es auf allen Seiten noch viel zu lernen. Diese Dunkelheit hat viele Bilder und ist ein großer Schrecken, aber auch Schmerz.

„Latent gefährliche Person“
Die Aufgabe von Profilern sei es nun, Schlüsse über das mögliche weitere Verhalten des mutmaßlichen Doppelmörders zu ziehen, sagt Werner Schlojer: „Unsere Aufgabe ist es, als Fallanalytiker über die Tatrekonstruktion Verhaltensmerkmale des Täters herauszufiltern und eine Gefährlichkeitseinschätzung zu machen. Wir haben es zu tun mit einer Person, die auf der Flucht ist und bewaffnet – daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass wir es mit einer latent gefährlichen Person zu tun haben.“

Tiefe Kränkung führte zu zwei Morden und einer schwer verletzten. Es ist eine mögliche Erklärung kein Freispruch für den Täter Aggressor. Sondern wichtig ist es auch immer die Zusammenhänge zu erkennen.

Bestien werden nicht geboren, sie werden gemacht!

Hier mehr dazu

 

Quelle