Die Marionetten der Finanz-Jongleure – Zweiter Hintergrundbericht zu “The Price We Pay”

An den Fäden der dunklen Macht des Geldadels
Foto: Pixapay An den Fäden der dunklen Macht des Geldadels

Der Film “THE PRICE WE PAY – OPERATION: STEUERFLUCHT” wird derzeit als Deutschlandpremiere ausgestrahlt (ab 18.04.2016, 20:15,  GEO Television).  sa.: Weitere Infos und Sendetermine
HINWEIS: Da man den Sender nur als Pay-TV Angebot sehen kann,  bringen wir dieses Thema eben hier schriftlich, exklusiv auf Zeit im Blick.

Wir danken dafür dem Partner RTL Mediengruppe und dem Sender GEO Television für die Informationen dazu und bringen nun den zweiten Teil der Hintergrundinformation dazu.

Die Installateure der Steueroasen

Um mit den attraktiven Finanzstandorten in Übersee konkurrieren zu können, begannen nun auch europäische Staaten wie Irland oder Luxemburg steuerliche Anreize für Unternehmen zu schaffen und sie ins Land zu locken – mit dem Wissen, dass sie nun erpressbar waren, da die Unternehmen, die die ersehnten Arbeitsplätze ins Land brachten, bei etwaigen günstigeren steuerlichen Bedingungen im Ausland, jederzeit wieder gehen konnten. Insbesondere Unternehmen, die sich in ihren Heimatländern schon häufig Untersuchungsausschüssen zu ihrer fragwürdigen Steuermoral stellen mussten, griffen bei diesen lukrativen Angeboten jedoch dankbar zu, da sie, trotz milliardenschwerer Gewinne, nun kaum einen Cent an Steuern zahlen mussten. Ein Teufelskreis war geboren.

Bis heute schauen die führenden Politiker der Industrienationen dieser fragwürdigen Entwicklung stillschweigend zu, während sie gleichzeitig von den Akteuren des Finanzsektors verhöhnt werden, da diese genau wissen, wer in diesen Ländern tatsächlich die Zügel der Macht in den Händen hält. Manch einer von ihnen spricht sogar davon, dass man den Staatschefs die „Illusion lassen müsse, ihr Land zu regieren“.

Wo einst an den Börsen Aktienpakete von ihren Eignern im Durchschnitt einige Jahre lang gehalten wurden und Börsenhändler sorgsame Entscheidungen über ihre Investitionen fällten, bestimmen heutzutage computergenerierte Algorithmen den Welthandel, die eine Aktie nur durchschnittlich 22 Sekunden halten – in Zeiten des „High-frequency tradings“ werden Güter auf dem entfesselten Markt stattdessen in Millisekunden gehandelt.

Alles ist heute eine Ware geworden, doch die Folgen dieser Spekulationen müssen meist die finanzschwächsten Teilnehmer der Märkte tragen. Denn obwohl es seit Jahren weltweit Rufe nach Lösungen wie z.B. einer „Finanztransaktionssteuer“ gibt, welche die Märkte etwas bändigen und auch einen finanziellen Rückfluss in die Gesellschaften bringen könnte, die von den Finanzhaien steuerlich umschifft werden, verhallen diese meist ungehört, da es keine Lobby für größere Steuergerechtigkeit gibt.

Eine Sache ist jedoch allen Experten bewusst, auch denen, die einst willige Akteure dieses ungerechten und amoralischen Finanzsystems waren: Wenn sich demnächst nicht etwas grundlegend verändert, wird die nächste große Finanzkrise unabsehbare und fatale Folgen für uns alle haben.