Ecker kritisiert geplantes erstes Aus von Sparbüchern

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Bei digitalen Sparkonten wird auf Senioren vergessen.

Zu den offensichtlichen Tendenzen, wonach das Sparbuch abgeschafft werden soll, stellte heute die freiheitliche Seniorensprecherin NAbg. Rosa Ecker, MBA unmissverständlich fest: „Vor allem bei der älteren Generation ist das klassische Sparen mit Sparbuch nach wie vor beliebt. Trotz der niedrigen Zinsen setzt mit Sicherheit die ältere Generation noch auf diese klassische Form der Geldanlage. Wenn nunmehr die Hypo Niederösterreich keine Sparbücher mehr ausstellen will und in Zukunft digitale Sparkonten als Ersatz anbieten will, so muss man bedenken, dass vor allem die Generation der über 70-jährigen oftmals nicht aktiv im digitalen Zeitalter lebt, weder Internet noch Computer hat oder bedienen kann. Hier wird ganz klar auf diese Bevölkerungsgruppe vergessen und nicht Rücksicht genommen.“

„Der Vorteil von Sparbüchern liegt gerade für Senioren auf der Hand: Einfach und übersichtlich gestaltet, übertragbar, jederzeit verfügbar und ohne Gebühren bei der Ein- und Auszahlung“, hob Ecker hervor, dass der Umgang bei den Online-Angeboten für Senioren eine Hürde darstellen kann. „Um auch bei Bankgeschäften so lange wie möglich selbstständig sein zu können, ist gerade diese Generation auf die persönliche Betreuung angewiesen. Mit diesem Plan des Aus für Sparbücher werden treue Bankkunden vor den Kopf gestoßen.“

Ecker nennt noch einen weiteren nicht unwesentlichen Aspekt: „Immer mehr Jugendliche haben Probleme beim sorgsamen Umgang mit Geld, das belegen die Zahlen der Schuldnerberatungen. In Schulen gibt es den Finanzführerschein. Zum Erlernen des sorgsamen Umgangs mit dem Geld gehört ganz klar auch das Sparbuch dazu. Denn viele Großeltern und Eltern lassen es sich nicht nehmen und legen für den Nachwuchs ein Sparbuch an. Dieses begleitet die Kinder dann bis ins Erwachsenenleben. Mit dem Sparbuch kann der Spargedanken vermittelt werden. Daher muss das Sparbuch auf alle Fälle erhalten bleiben. Mit den digitalen Sparkonten entstehen natürlich auch jährliche Kontoführungskosten und Gebühren. Diese sind gewiss höher als die derzeit geringen Zinserträge. Summa summarum bedeutet das Aus des Sparbuchs Nachteile – für die ältere Generation ebenso wie für die jüngere Generation“, erklärte Ecker.

Krainer: SPÖ fordert Gesetz gegen Negativzinsen auf Giro-Konten.

Die SPÖ schließt sich der Forderung der AK an, dass es den Banken per Gesetz verboten werden soll, auf Girokonten Negativzinsen einzuheben. SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer sagt: “Es kann doch nicht sein, dass Banken auf den Lohn- und Gehaltskonten der ArbeitnehmerInnen eine zusätzliche Steuer einheben.” Außerdem will der SPÖ-Finanzsprecher, dass die explodierenden Gebühren, die Banken für Kontoführung und Banktransaktionen verlangen, unter strenge Beobachtung des Konsumentenschutzministeriums gestellt werden.

Hintergrund: Gegen Negativzinsen und Nullzinsen auf Sparkonten gibt es bereits eine gesetzliche Vorkehrung und höchstgerichtliche Judikatur. Nicht sicher ist allerdings laut Arbeiterkammer, dass dieses Verbot auch für die Girokonten gilt.

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