Kummt da Komet oder net?

Kometen - kosmische Botschafter und Beobachter der Welten | Foto: t0ngo / Pixabay License

Ja, er kommt! Wie lange die Welt danach noch steht? Das fragten sich bereits drei Wanderer im Jahre 1833 im „Kometenlied“ der Nestroy Posse „Lumpacivagabundus“.
Wir wissen, dass uns zwischen 1832 und 1835 gleich drei Kometen besuchten, weitere nah vorbeizogen und die Welt noch steht.

Was ist an dem Kometen so besonders?

Nun ziehen diese kosmischen Botschafter seit ewig ihre Bahnen und bringen den Sternenstaub, aus dem vielleicht alles Leben hervorgeht, zu den Welten. Jedenfalls bringen sie uns zum Staunen, wenn wir sie überhaupt mal sehen können.

Nun, dieser Komet mit der Bezeichnung C/2022 E3 (ZTF) kommt uns so nahe, dass man ihn wahrscheinlich sogar mit freiem Auge sehen kann.
Und der Reisende hat uns bereits vor 50.000 Jahren besucht, zu einem Zeitpunkt, als die ersten Homo Sapiens oder die letzten Neandertaler ihre ersten Blicke in den Nachthimmel richteten.

Ja, genau, da war gerade die aktuelle Eiszeit ein paar Jahrtausende vor ihrem Tiefstpunkt. Etliche Forscher meinen ja, die aktuelle Erderwärmung sei auch eine Folge des Abklingens jener Eiszeit – was seit über 20.000 Jahren der Fall ist.

Sollten Kometen tatsächlich kosmische Messenger universeller Ressourcen sein, dann sollten wir diesen um eine weitere Ladung emotionaler Intelligenz bitten. Denn vielleicht hatte er anno domini, im Jahre 48.000 vor Chr. zu wenig davon verteilt?

Kosmischer Beobachter der Menschheitsgeschichte

Jetzt schaut er wieder vorbei und sieht die moderne Menschheit. Welchen Eindruck hat ein kosmischer Beobachter von der Entwicklung der angeblich intelligentesten Spezies dieser blauen Kugel?

Was haben wir so an Fortschritten zu bieten? Wir haben Keulen und Steine gegen automatische Waffen und Raketen getauscht, was die allseits tobenden Kriege täglich zeigen. Da aus wenigen Neandertalern inzwischen 8 Milliarden „moderne“ Menschen wurden, können wir auch Krankheiten zu einer Epidemie machen.

Und weil diese vielen Leute auch modern leben wollen, verbrauchen wir alle Ressourcen und das stets schneller – was zu Engpässen und möglicherweise auch wirklich zu den Klimakatastrophen führte.

Wann sehen wir den Kometen am besten?

Konkret soll er uns zwischen 12. Jänner bis 2. Februar 2023 am nächsten sein. Die vielleicht besten Tage zur Beobachtung könnten sich bei Neumond am 21. bzw. 22. Jänner, ergeben. Die NASA empfiehlt dann, sehr früh am Morgen den Blick gen Norden zu richten.
Seine Helligkeit könnte sogar für eine Beobachtung mit bloßem Auge ausreichen, sicher aber mit relativ einfachen Fernrohren o.ä.

Er kommt also doch, und zwar alle 50.000 Jahre, daher wurde er erst im März 2022 entdeckt.
Also die nächste Gelegenheit könnte sich erst wieder einige Jahre in der Zukunft ergeben, falls die Welt noch solange steht.

PS: Immerhin thematisierte „Lumpacivagabundus“ die damalige schlechte Wirtschaftslage und Ausbeutung von menschlichen Ressourcen. Wie in Wikipedia steht, verstanden schon das damalige Publikum diese Posse als soziale Anklage.