„Mythos Wolfskind“ – Mogli und die wilden Kinder

Könnte es Mogli wirklich geben?

Mythos Wolfskind - Mogli und die wilden Kinder
Der "Menschenwelpe" Mogli (Shivam Loh) mit seinen tierischen Eltern | © ZDF/Jan Prillwitz / Foto: ZDF

Erzählungen von Wolfskindern finden sich bei vielen Völkern. Diese handeln von Kindern, die ohne Kontakt zu Menschen über mehrere Jahre hinweg in der Wildnis mit Wölfen, Bären oder anderen Tieren leben. Doch existieren solche Fälle tatsächlich in der Realität?

Wir durften vorab eine Pressekopie bewundern und ich muss sagen: Brillant! Nicht nur die aufwändige Technik ist gemeint, nein, auch Handlungsfaden, Bildsprache, Darsteller, Bauten, Hintergründe usw, sind sehr gut gemacht.  Dazu eine liebevoll gespielte Rahmenhandlung, gekonnt gemischt mit Experten Interviews.

Als roter Faden der Dokumentation dienen Leben und Werk von Rudyard Kipling, dessen „Dschungelbuch“ bis heute zu den bekanntesten Jugendbüchern der Welt zählt. „Mythos Wolfskind – Mogli und die wilden Kinder„, erweckt in aufwendig gedrehten Spielszenen Kiplings Jugend, das Leben seines Helden Mogli sowie historische Fälle von Wolfskindern zum Leben.

Mogli und die wilden Kinder

Mythos Wolfskind - Mogli und die wilden Kinder
Mogli (Shivam Loh) wird zusammen mit seinen „Brüdern“, einem Wurf junger Wölfe, von einem Wolfspärchen aufgezogen. | © ZDF/Jan Prillwitz / Foto: ZDF

Anders als in Mythen und Erzählungen haben Kinder, die ohne menschliche Bezugsperson aufwachsen, große Probleme, sich in die Gesellschaft einzugliedern. Die Fähigkeit zu sprechen ist angeboren – richtig ausgebildet wird sie jedoch erst im Kontakt mit anderen Menschen.
Fehlt in den ersten Lebensjahren der Kommunikationspartner Mensch, entwickeln sich unter anderem keine Verbindungen zwischen den für die Sprache zuständigen Hirnarealen. Wolfskinder jaulen, knurren, schreien und grunzen wie Wölfe oder Affen.

Denn, so unwahrscheinlich es auch im ersten Moment klingen mag, wissenschaftliche Experimente und Experteninterviews legen nahe, dass Tiere sich unter gewissen Umständen tatsächlich der Kinder annehmen würden. So geschah es im Fall von John Ssebunya, einem Jungen in Uganda, der als Kind eine Zeit lang mit Affen lebte.

Sendetermine

  • DO, 26.10.2017 – ARTE 17:35

PS: Am Schluß des ca. 50 min Films sollte es eine Überraschung geben (wenn nicht weggeschnitten) – denn quasi als Nebenprodukt entstand ein Musikvideo von besonderer Art! Ich sage nur „Probiers mal mit Gemütlichkeit …“

PPS: Schau´n sie sich das an – denn: Man sieht wie manch wilde Tiere und Naturvölker im tiefsten Dschungel weit zivilisierter miteinander umgehen als hier. Tiere kümmern sich gar um Menschenkinder und einfachste Menschen schließen die tierisch wilden Kinder nicht aus … im Gegenteil.

Gebt mir meine ersten 6 Lebensjahre zurück – den Rest könnt ihr haben
(Zitat von Rudyard Kipling – im Film wird klar warum)