Wegfall der Steuererklärung für Kleinunternehmen?

Amtschimmel
Der Amtsschimmel vor dem Finanzamt | © (Mon.) Zeit im Blick

Im Sommer 2018 titelte trend.at: “Löger will Kleinunternehmen bürokratisch entlasten – Steuererklärung könnte komplett entfallen“. Was wurde daraus, gibt es bereits konkrete Hinweise?

Egal, welcher Unternehmer welche Steuer-Fristen hat, die meisten werden jetzt, so im Frühjahr an die Pflichten erinnert. Auch die Arbeitnehmerveranlagung kann ja seit 1.2.2019 fürs Vorjahr eingereicht werden (hier ein paar trendige Tipps).
Bei Unternehmen ist das alles leider nicht so einfach, “freiwillig” und keineswegs (noch) so automatisiert, wie angekündigt.

Wir haben einen sehr guten Draht zum Finanzamt. Zum einen aus den zahlreichen früheren Business-Projekten, Pressekontakte und am wertvollsten ist der private Kontakt. Und nun haben wir halt nachgefragt, was mit Lögers großer Ankündigung los ist?

Ok, theoretisch braucht ein Kleinunternehmer nichts abgeben. Doch wir kennen es von früher: Alle paar Wochen flattert eine “Mahnung” uä. strafbewehrte Drohungen ins Büro – man habe dies und das übersehen. Rührt man sich nicht, verweist auf die dzt. gültige Regelung, dann drohen saftige Zuschläge usw.

Also hat sich noch nichts geändert. Es wird also Zeit, dies dem Finanzminister mitzuteilen und es ist Zeit, diese Entwicklung im Blick zu behalten. Denn die Versprechungen klangen ja ganz gut, wie der folgende Archiv Artikel zeigt:

“Aufs Geschäft zu konzentrieren statt Formulare ausfüllen”

Als Teil der Steuerreform kündigt Finanzminister Hartwig Löger im August 2018, beim Interview mit dem Wirtschaftsmagazin “trend” bürokratische Entlastungen für Kleinunternehmer an.

Löger will ihnen durch großzügigere Pauschalierungen ermöglichen, “sich aufs Geschäft zu konzentrieren statt Formulare auszufüllen“. Im Auge hat Löger vor allem die 200.000 Unternehmer und Selbstständige, die weniger als 30.000 Euro Umsatz im Jahr machen. Wobei diese Umsatzgrenze “nicht in Stein gemeißelt ist“, wie er betont.
Man denke an eine Anhebung, wodurch sich noch mehr Personen bürokratischen Aufwand ersparen würden.

Die Pauschalierungssätze für Betriebsausgaben – derzeit sechs oder zwölf Prozent des Umsatzes – will der Finanzminister laut “trend” je nach Branche auf bis zu 70 Prozent anheben: “Dass im Moment nur 20 Prozent der Unternehmer von der Pauschalierungsmöglichkeit Gebrauch machen, zeigt ja deutlich, dass die Sätze nicht passen.

Und Löger sagt weiter: “Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Kleinunternehmen, die künftig die Pauschalierung in Anspruch nehmen, im Wesentlichen nur mehr den Umsatz deklarieren und ansonsten keine Angaben mehr machen müssen. Das wäre gleichzusetzen mit dem Wegfall der Steuererklärung für Kleinunternehmen.
Für viele Selbstständige tatsächlich eine willkommene Erleichterung.

Quelle