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Die Schuld liegt nicht beim Radiologen

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Die Krankenkassen wollen die Schuld für die langen Wartezeiten beim Radiologen suchen. Doch die Schuld liegt ganz wo anders.

NEOS: Hauptverband-Klage gegen Radiologen ist Nebelgranate

Gerald Loacker: „Schuld an den MRT-Wartelisten sind die Krankenkassen“

Die Darstellung des Hauptverbands, dass es die Schuld der Radiologen sei, wenn für eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie oft lange Wartezeiten bestehen, ist falsch. Im Gegenteil: Die Kassen vergüten den Radiologen nur eine begrenzte Anzahl an Untersuchungen pro Quartal. Sind diese Kontingente erschöpft, wird ein Kassenpatient erst im nächsten Quartal behandelt. Sonst müsste der Arzt gratis arbeiten – und das kann man von niemandem erwarten“, erklärt NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker. Die MRT-Geräte, die finanziell eine sehr große Investition darstellen, stehen bereit und können von Privatpatienten genutzt werden. „Die Verknappung der Leistungen wird von Seiten der Krankenkassen betrieben, nicht durch die Radiologen,“ so Loacker weiter.

„Die Klage des Hauptverbands ist deshalb besonders kurios, da eine solche Verknappung durch die Kassen absichtlich erfolgt, um Kosten in den privaten Bereich zu verlagern. Das ist ein Phänomen, dass sich durch sehr viele gesundheitliche Leistungen zieht. Jetzt den unternehmerischen Ärzten zu unterstellen, sie wären für die Probleme verantwortlich, ist infam“, zeigt sich Loacker verärgert. Diesen wird nur eine begrenzte Anzahl an Leistungen vergütet, während offenbar von ihnen erwartet wird, dass sie trotzdem unbegrenzt Leistungen erbringen. „Das ist wie ein Job, bei dem nur 20 Stunden pro Woche vergütet werden, aber eine 40h-Leistung eingefordert wird“, erörtert der NEOS-Sozialsprecher.

„Anstatt die Leistungserbringer öffentlich zu diffamieren, sollte der Hauptverband sich besser für eine Strukturreform der Sozialversicherungen einsetzten, um endlich die dringend benötigten Mittel freizulegen, die eine umfassende Gesundheitsversorgung in Österreich ermöglichen würden. Lange Wartelisten sind keine Böswilligkeit der Ärzte oder Radiologen, sondern die Folge der absichtlichen Verknappung im öffentlichen Gesundheitswesen,“ so Loacker abschließend.