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Papst ruft Jahr der Barmherzigkeit aus.

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Papst eröffnet das Heilige Jahr der Barmherzigkeit

Franziskus stößt Heilige Pforte am Petersdom auf – Beim Eröffnungsgottesdienst fordert er eine stärkere Öffnung der Kirche für die Welt und ruft die Gläubigen dazu auf, sich im Jubeljahr die Haltung des barmherzigen Samariters zu eigen zu machen: „Wir müssen die Barmherzigkeit dem Gericht voranstellen“

Vatikanstadt (KAP) – Papst Franziskus hat bei einem Festgottesdienst im Vatikan das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eröffnet. Am Ende der Messe, zu der sich am Sonntagvormittag mehrere Zehntausend Gläubige versammelt hatten, öffnete der Papst die sonst geschlossene Heilige Pforte am Petersdom. Franziskus verzichtete anders als seine Vorgänger in der Vergangenheit auf die symbolischen drei Hammerschläge verzichten, sondern stieß einfach die zwei Flügel des Portals auf. In den kommenden zwölf Monaten wird es von vielen Millionen Pilgern durchschritten werden, die betend und meditierend um Vergebung und Barmherzigkeit bitten. Unmittelbar nach Franziskus ging als zweiter Pilger des Jubiläumsjahrs Benedikt XVI. durch die Heilige Pforte. Der emeritierte Papst nahm in einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte an der Messe teil.

Im Heiligen Jahr sollten sich die Gläubigen die Haltung des barmherzigen Samariters zu eigen zu machen, forderte Papst Franziskus. „Wir müssen die Barmherzigkeit dem Gericht voranstellen.“ Das Gericht Gottes müsse immer „im Licht der Barmherzigkeit stehen“. Andernfalls tue man Gott und seiner Gnade Unrecht. In einem Gebet erflehte er ein „Jahr der Gnade“, ein Jahr des Gottes- und der Nächstenliebe, ein Jahr der Vergebung und des Friedens. „Öffnet mir die Pforte der Gerechtigkeit“, betete er.

Das Außerordentliche Heilige Jahr, das bis zum 20. November 2016 dauert, beginnt auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). In seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst rief der Papst zu einer weiteren Öffnung der katholischen Kirche für die Welt im Sinne des Konzils auf. Der „missionarische Impuls“ des Konzils müsse „mit derselben Kraft und derselben Begeisterung“ wie vor 50 Jahren wieder aufgenommen werden, sagte er. Das Heilige Jahr verpflichte dazu, „die aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil hervorgegangene Mentalität des barmherzigen Samariters nicht zu vernachlässigen“, so Franziskus.

„Wenn wir heute durch die Heilige Pforte gehen, wollen wir auch an eine andere Pforte denken: an die Tür, welche die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils vor fünfzig Jahren zur Welt hin aufgestoßen haben“, sagte der Papst weiter. Das Heilige Jahr „fordert uns zu dieser Öffnung heraus“.

Das Zweite Vatikanische Konzil bedeute einen „großen Fortschritt“ im Glauben, erklärte Franziskus. Es sei ein „neuer Aufbruch gewesen, um auf jeden Menschen dort zuzugehen, wo er lebt: in seiner Stadt, in seinem Haus, am Arbeitsplatz … Wo auch immer er sich befindet, da muss die Kirche ihn erreichen, um ihm die Freude des Evangeliums zu bringen“. Damals habe es eine „wirkliche Begegnung zwischen der Kirche und den Menschen unserer Zeit“ gegeben. Dadurch sei die Kirche aus der „Dürre“ herausgeführt worden, „die sie viele Jahre lang in sich selbst verschlossen gehalten hatte“.

In Verlauf des Heiligen Jahres in Rom wird mit mehreren Millionen zusätzlichen Besuchern in Rom gerechnet. Zuletzt fand 2000 zum Jahrtausendwechsel ein Heiliges Jahr statt. In der Regel werden solche Jahre alle 25 Jahre begangen. Diesmal handelt es sich um ein sogenanntes Außerordentliches Heiliges Jahr.

Ein Novum in der Kirchengeschichte ist, dass gemäß dem Wunsch von Papst Franziskus im nunmehrigen Heiligen Jahr auch weltweit in vielen Diözesen in Domkirchen, Wallfahrtsorten und Pfarren „Pforten der Barmherzigkeit“ geöffnet werden, bei deren Durchschreiten Gläubige einen „Jubiläumsablass“ erlangen können. In Österreich werden diese Pfortenöffnungen am kommenden Samstag und Sonntag, so im Stephansdom und in den Bischofskirchen von Linz, Graz, St. Pölten oder Feldkirch, bzw. in späterer Zeit erfolgen.

Mit diesen Worten kann man nur frohe Weihnachten wünschen. Und ein Gesegnetes NEUES Jahr.

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