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vida zu Leitl: Kollektivverträge regeln Mindeststandards!

Christoph Leitl Christoph Leitl | © von Franz Johann Morgenbesser from Vienna, Austria (Leitl_Christoph-3196) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

vida-Vorsitzender Winkler: Bessere Arbeitsbedingungen und höhere Einkommen im Hotel- und Gastgewerbe sind bestes Mittel gegen Personalmangel

„Wenn der Wirtschaftskammerpräsident meint, dass etwas nicht stimmt, weil Wirtshäuser keine MitarbeiterInnen finden, die am Wochenende arbeiten wollen, hat er schon recht: Es stimmen nämlich die Arbeitsbedingungen nicht“, so der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler. „Anstatt darüber zu diskutieren, wie man über verschärfte Zumutbarkeitsbestimmungen mehr Arbeitslose in diese Jobs drängen kann, sollte sich die Wirtschaft lieber darum kümmern, die Bedingungen attraktiver zu gestalten“, fordert Winkler.

„Solange die Einkommen im Hotel- und Gastgewerbe unterdurchschnittlich niedrig und die Belastungen überdurchschnittlich hoch sind, und solange die Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen unter dem Stichwort Flexibilisierung ständig verschlechtern wollen, solange darf sich über den Arbeitskräfte- und Nachwuchsmangel im Tourismus niemand wundern“, betont der Gewerkschaftsvorsitzende. „Der kollektivvertraglich festgelegte Mindestlohn für das Hotel- und Gastgewerbe liegt bei 1.400 Euro brutto, das sind umgerechnet auf eine 40-Stunden-Woche rund 8 Euro brutto pro Stunde – und das für eine Arbeit, die überdurchschnittlich hohe Belastungen mit sich bringt, Stichwort Arbeitszeiten, Stress, körperliche Anstrengung“, so Winkler. „Wirtschaftskammerpräsident Leitl sollte wissen, dass in den Kollektivverträgen nur die Mindestlöhne geregelt sind. Wenn niemand bereit ist, dafür zu arbeiten, sind wir die letzten, die einer Erhöhung widersprechen. Unsere Forderung nach 1.500 Mindestlohn steht schon lange.“

Auch die Arbeitszeit sei im Kollektivvertrag für das Hotel- und Gastgewerbe flexibel genug geregelt: „Aber auch darauf könnten sich die Beschäftigten oft nicht verlassen, Überstunden am laufenden Band gehören zum Alltag, Dienstplanstabilität ist ein Fremdwort. Wenn sich der Herr Wirtschaftskammerpräsident dann wie heute in einem Zeitungsbericht wundert, dass eine zweifache Mutter so einen Job nicht annehmen kann, und sie als jemanden hinstellt, der das Sozialsystem ausnutzt, ist das gelinde gesagt arrogant“, so Winkler abschließend.

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