OMV wandelt Kunststoffmüll in Rohöl um

ReOil Anlage
1 Liter Rohöl aus 1 kg Kunststoffmüll | © OMV Aktiengesellschaft (MediaPortal OMV Solutions GmbH) / Foto: Kurt Prinz

2010 hatte ein Senior Expert der OMV die zündende Idee, wie man hochwertiges Öl effizient aus Kunststoff gewinnen kann und einige Jahre später hielt er die erste Flasche Rohöl aus einer kleinen Versuchsanlage in Händen.
Anfang 2018 konnte man eine deutlich größere ReOil-Anlage mit 20-facher Kapazität in Betrieb nehmen.

ReOil Anlage
Dieses Rohmaterial ist nicht bloß Abfall! | © OMV Aktiengesellschaft (MediaPortal OMV Solutions GmbH) / Foto: Kurt Prinz

Ich denke, dass grade „Plastik“ einen guten Recycling Kreislauf hätte und nur weil immer noch zu viele Menschen alles in einen Kübel schmeissen, wird Kunststoff  zu wertlosen Abfall.

Der nutzlos in der Müllverbrennung landet, nur weil man Plastiksackerl, Joghurtbecher, Blisterverpackungen und sogar Geräte-Gehäuse einfach ohne Denken in die Mülltonne stopft.

Letzteres erhöht wieder die Müllgebühren, ua. weil zB. PET-Flaschen (natürlich mit der Luft drin) die Mülltonnen schnell an ihre Kapazitätsgrenze bringt. Ein Freund sagt mal: „Wer die Plastikflaschen samt Luft wegschmeißt, hat auch nur Luft im Hirn„. Nunja, schon möglich.

Knapp 200 Taschen aus Kunststoff nutzt jede EU-Bürgerin und jeder EU-Bürger pro Jahr. Jede Sekunde landen 700 Kilogramm Plastikmüll in unseren Meeren. 10 bis 20 Jahre braucht eine Obstverpackung für den Zerfall. Es ist also fatal, Kunststoff einfach wegzuschmeißen. Da wäre es doch sinnvoll, wenn man den Herstellungsprozess umdrehen könnte und aus Kunststoffabfall wieder ein recyceltes Rohöl herstellt. Aber davor stehen einige Herausforderungen.“
Quelle: OMV-Blog

„Kunststoff ist: Erdöl, Kreislauf, Forschung, Wertvoll, Zukunft.“

Ich bin ja auch ganz stolz, dass jemand aus meiner Verwandtschaft in der Petrochemie, konkret gar in der Raffinerie Schwechat an neuen Technologien arbeitet. All die Erzeugnisse dieser Industrie sind nicht mehr aus unserer Zeit wegzudenken. Egal ob Treibstoffe, Schmierstoffe oder das Rohmaterial für all die Sachen, welche man eben einfach nur aus Kunststoff echt effizient herstellen kann.

Da kann man noch soviel Lobhudelei an die E-Mobilität abhalten (ok, coole und zukunftsweisende Technik, keine Frage) – aber ohne die Petrochemischen Sachen müsste man zb. das Interieur der E-Autos vielleicht  aus Holz machen? Oder auf Rädern aus Blech fahren und die Getriebe mit Wasser schmieren?

Fakt ist: Auch wenn die Ressource Erdöl evtl. doch irgendwann ausgeht (was man uns seit Jahrzehnten eben so erzählt), dennoch ist das kein Freibrief, die daraus erzeugte Ressource Kunststoff als „wertlosen Abfall“ zu bezeichnen.

OMV ReOil Recyclinganlage gewinnt aus Altkunststoffen synthetisches Rohöl

OMV ReOil Kreislauf
OMV ReOil Kreislauf | © OMV Aktiengesellschaft (MediaPortal OMV Solutions GmbH)

Aus rund 100 Kilogramm Verpackungsmaterial produziert die Pilotanlage 100 Liter Rohöl pro Stunde!

Im Rahmen der 60 Jahr-Feier in der Raffinerie Schwechat präsentierte die OMV die ReOil Altkunststoff-Recyclinganlage. In der Pilotanlage wird durch ein thermo-chemisches Verfahren aus Kunststoffabfällen synthetisches Rohöl hergestellt.

Manfred Leitner, OMV Vorstandsmitglied Downstream: „Mit dieser Technologie ist es möglich, dass ein Fass Öl mehrfach verwendet wird. Dadurch werden weniger Altkunststoffe verbrannt und Treibhausgase reduziert. Das ReOil-Verfahren unterstützt somit die OMV Nachhaltigkeitsziele im Schwerpunktbereich CO2-Effizienz.

10 Mio Investition und Jahre der Forschung

ReOil Anlage
Die ReOil Anlage | © OMV Aktiengesellschaft (MediaPortal OMV Solutions GmbH) / Foto: Kurt Prinz

Die OMV beschäftigt sich seit 2011 mit dem Potenzial von Altkunststoffen. Im Jahr 2013 ging die erste Versuchsanlage mit einer Verarbeitungskapazität von ca. 5 Kilogramm pro Stunde Altkunststoffen in der Raffinerie Schwechat in Betrieb.

Die nächstgrößere Testanlage – mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 100 Kilogramm pro Stunde – wurde 2018 in Betrieb genommen und produziert daraus 100 Liter synthetisches Rohöl pro Stunde.

Dieses Rohöl wird in der Raffinerie Schwechat zu Treibstoffen bzw. anderen Grundstoffen der Kunststoffindustrie weiterverarbeitet. So entsteht eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.

Die OMV investierte in das gesamte Projekt rund EUR 10 Mio, wobei von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft 10% der Kosten übernommen wurden.

Heiße Sache: Thermisches Cracken

Der Recyclingprozess beruht auf thermischem Cracken bei über 300 Grad Celsius. Dabei handelt es sich um eine bewährte Raffinerie-Technologie, die mittel- und langkettige Kohlenwasserstoffe in kurzkettige aufspaltet. Basis dieser Kreislaufwirtschaft ist ein chemischer Kreislauf: Aus kurzkettigem Öl werden langkettige Kunststoffe erzeugt, die durch das ReOil-Verfahren wieder zu kurzkettigem Öl werden. Für diesen Prozess hält die OMV in Europa, den USA, Russland, Australien, Japan, Indien, China und vielen weiteren Ländern das Patent.

Mit diesem innovativen Forschungsprojekt leistet die OMV einen Beitrag zu den 2015 von der UN-Generalversammlung definierten messbaren Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Das Recyclingverfahren ist bereits vollständig in die Abläufe der Raffinerie eingebunden und das Forschungsteam hat mit der Planung für eine nächstgrößere Anlage bereits begonnen.

VORWÄRTS IN DIE ZUKUNFT

Wer mehr über diese Technik wissen will, liest am besten diesen Blog-Beitrag – oder guckt einfach das folgende Video – welches zu Beginn ein paar alte Bekannte aus einer der besten Filmreihen aller Zeiten zeigt. Denn diese Forscher gehen eben VORWÄRTS IN DIE ZUKUNFT …