Altbaumbestand am Weissenbacher Kirchenplatz gefällt

Vorbereitung für Neugestaltung - Anrainer Reaktionen gemischt

Kirche allein im Dorf, so ohne Bäume... | © zib

Als mich am Abend des 1.Aprils 2016 ein Anrufer mit der Meldung konfrontierte das “… am Weissenbacher Kirchenplatz alle Bäume gefällt werden!” dachte ich an einen Aprilscherz. Wäre ja nicht der erste des Tages gewesen: Klamm-Pumpstation, Scherzfilter bei T-Mobile, IKEA´s Wahlurnen.

Kirche Weissenbach ad 2007, noch mit einem der uralten Begleiter | © zib
Kirche Weissenbach ad 2007, noch mit einem der uralten Begleiter | © zib

Doch, tatsächlich, um 06:00 Uhr früh des 2.Aprils 2016 rückten die Holzfäller an. Als das Dröhnen der Motorsägen am lautesten war kamen auch die meisten Schaulustigen vorbei und man erfuhr die verschiedensten Ansichten dazu.
Endlich ist da mehr Licht” jubelte einer;
So groß schaut der Platz jetzt aus!” meinte ein Anrainer;
Das wird ein schöner neuer Mittelpunkt des Ortes“, freut sich ein anderer.

Während man den Geruch von Harz und Schnittholz wahrnimmt, denkt man zurück an diesen Ort, an dem man als Kind im Schatten dieser einst mächtigen Bäume spielte, wo diese bei diverse Feierlichkeiten die Foto-Kulisse bildeten. So wird man ihn nie wieder sehen dürfen, denn was Jahrhunderte wuchs, war in Stunden weg.

Trauerfahne am Dach

Also: auch Trauer mischte sich dazu: “Man hätte diese schönen, altehrwürdigen Baumriesen nicht fällen müssen, die hätten noch lange gehalten“, so ein pens. Statiker. Ein Ausdruck dieser Trauer war als Tafel mit der Aufschrift: “Wir trauern um die Bäume am Kirchenplatz” zu sehen, samt schwarzer Fahne aus einer Dachluke. Wobei “die Farbe nicht wirklich was mit der dafür verantwortlichen Partei zu tun hat

Wie auch immer, so sah man den Platz noch nie, alles voller Männer in Schnittschutzanzügen, Traktoren fuhren durch ein Meer an Ästen. Es wurde gesägt, zerkleinert, entastet, verladen, usw. Der Kirchenplatz war in wenigen Stunden kahl geschlagen. Der letzte Baum fiel um genau 12:22 der Kettensäge zum Opfer.
Schließlich begannen die Reinigungsarbeiten, die Kehrmaschine rückte aus und die Kirchenuhr schlug 12:30.

Die Kirche ist nun etwas allein, keine hölzernen Begleiter mehr da, welche sie durch die Jahrzehnte hindurch flankierten. Aber man pflanzt ja neue Bäumchen und diese sollen sich harmonisch in die neue Platzgestaltung einfügen.

Die Hintergründe dazu, also wie es zur Aufhebung eines alten Beschlusses kam und wie man sich den Platz zukünftig vorstellt – darüber berichten wir ein andermal. Jetzt muss man mal den kahlen Platz in seiner eigentlichen Heimatgemeinde verdauen…

1 Kommentar

  1. Das ist glatter Wahlbetrug Herr Miedl!
    Eine Schande, mit den Zielen der Dorferneuerung hat das rein gar nichts zu tun! Nun ist der ganze Ort für immer ruiniert und verwüstet. Einfach ohne Information drüberfahren und alles kurz und klein hacken, dabei waren fast alle Schnittflächen gesund! Herrliches Lindenholz, herrliches Ahornholz! Und erst die Douglasie, makellos! Wer sich das wohl alles unter den Nagel gerissen hat? Hätten nicht die millionenschweren Feuerwehr- und Pfarrhäuser gereicht um Miedl Selbstverwirklichungswahn auf Kosten der Steuerzahler zu befriedigen?

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