Bauern immer mehr unter Druck

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Bauernbund: Bauern haben Hausaufgaben gemacht, jetzt ist Agrana am Zug.

Die notwendigen 38.000 ha Anbaufläche wurden erreicht.

Noch vor wenigen Wochen stand die mögliche Schließung von einer der zwei Zuckerfabriken in Österreich im Raum. Seitens des Betreibers galt es, 38.000 ha Rübenanbaufläche in Österreich zu erreichen, um die Schließung der Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf in Niederösterreich zu verhindern. “Das haben unsere Bäuerinnen und Bauern geschafft. Gemeinsam ist es vorerst gelungen, die Zuckerproduktion in Österreich und damit auch die Eigenversorgung sicherzustellen”, freut sich Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser darüber, dass die Anstrengungen seitens Bundesministerin Elisabeth Köstinger und vieler Akteure aus den Bundesländern erfolgreich waren.

Jetzt gilt es, den Standort in Leopoldsdorf langfristig abzusichern und dem Wiener Zucker Zukunft zu geben. “Politik und Rübenbauern haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich für die Erhaltung der Arbeitsplätze in unseren ländlichen Regionen und ganz klar für die Produktion von Zucker in Österreich ins Zeug gelegt. Dieses gemeinsame Engagement macht es möglich, die Zuckerfabrik auch wirtschaftlich rentabel zu betreiben und damit 150 Arbeitsplätze in der Region zu sichern. Ich freue mich, dass es gelungen ist, den Standort in Leopoldsdorf zu sichern und den Rübenbauern wieder eine wirtschaftliche Perspektive zu geben”, so Strasser abschließend.

NÖ Bauernbund: Meilenstein für heimische Eigenversorgung beim Zucker.

Einen Meilenstein für die österreichische Selbstversorgung mit Zucker und einen Riesenschritt hin zur längerfristigen Planungssicherheit für die Bauern, nennen NÖ Bauernbundobmann LH-Stv. Stephan Pernkopf und Direktor Paul Nemecek die heute präsentierte Bilanz zum „Pakt zur Rettung des heimischen Zuckers“.

Als Zielvorstellung gab die Agrana eine Mindestkontrahierungsmenge von 38.000 Hektar Rübenanbauflächen vor, die einen Fortbestand beider niederösterreichischen Werke in Leopoldsdorf und Tulln ermöglichen kann. Diese Planvorgabe wurde nun durch einen „Kraftakt der österreichischen Rübenbauern“, wie es Pernkopf und Nemecek formulieren, im Rahmen der „Zuckerpartnerschaft“ erreicht. Insgesamt werden in Österreich im nächsten Jahr jetzt sogar mehr als die erforderlichen 38.000 Hektar angebaut.

„Die sichtlich ausgeweiteten Rübenanbauflächen stimmen positiv für die Zukunft und zeigen eine Partnerschaft auf Augenhöhe“, erklären Obmann Pernkopf und Direktor Nemecek: „Wir richten unseren Dank an die heimischen Bäuerinnen und Bauern die, geeint in ihrem Ansinnen, geliefert haben. Sie stellen damit unter Beweis, dass sie die heimische Selbstversorgung mit rot-weiß-rotem Zucker ebenso sichern wie Arbeitsplätze entlang der Lebensmittelproduktion.“ Auch die Konsumenten hätten es jetzt in der Hand „einen Beitrag zu dieser Partnerschaft zu leisten“ und verstärkt zu regionalen, hochqualitativen Lebensmitteln zu greifen, so Pernkopf und Nemecek.

Moosbrugger: Gemeinsame Anstrengung für Rübenanbau erfolgreich.

Dringender Appell an Politik: Keine Billigimporte von Zucker – Nein zu Mercosur

“Die heimische Zuckerproduktion ist weiterhin gesichert. Die österreichischen Rübenbauern sind in Vorlage gegangen und haben in schwierigen Zeiten ein klares Bekenntnis zur Zuckerproduktion in Österreich abgegeben. Sie haben in einer gemeinsamen Anstrengung erreicht, dass die Anbaufläche im kommenden Jahr über 38.000 ha betragen wird. Dies war nicht zuletzt auch das Ergebnis eines Pakts, der unter der Leitung von Bundesministerin Elisabeth Köstinger zwischen allen Partnern abgeschlossen worden ist und die Selbstversorgung mit heimischem Zucker sowie die Arbeitsplätze in der Verarbeitung absichern soll. Sollte, schädlingsbedingt, im kommenden Jahr ein Wiederanbau notwendig werden, erhalten die Rübenbauern eine finanzielle Unterstützung und auch das dafür notwendige Saatgut. Darüber hinaus gibt es klare Zusagen zu notwendigen Pflanzenschutzmaßnahmen. Schließlich werden die Forschungsaktivitäten weitergeführt”, freut sich Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger über den Erfolg der Rübenbauern.

“Die Zuckerrübe muss wirtschaftlich wieder attraktiver werden, wenn das Ja zur heimischen Produktion auch nachhaltig und langfristig wirken soll. Das erwarten unsere Zuckerrübenbäuerinnen und -bauern, und dafür brauchen sie auch die entsprechenden Signale von der verarbeitenden Industrie”, ergänzte Moosbrugger, der die Anstrengungen der Agrana in den vergangenen Jahren würdigt und sie ermutigt, diesen Weg gemeinsam mit den Rübenproduzenten in Zukunft offensiv weiterzugehen.

Krise nicht durch Importe verschärfen

“Die Zuckerwirtschaft steckt in ganz Europa in einer schwierigen Phase. Umso mehr ist die Zuversicht der heimischen Rübenbauern hervorzustreichen, die auf die Produktion in Österreich setzen, weil sie wissen, wie wichtig den heimischen Konsumenten die regionale Herkunft ist. Daher richten wir einen dringenden Appell an alle Verantwortlichen auf europäischer Ebene, dem anstehenden Mercosur-Vertrag in dieser Form die Zustimmung zu verweigern. Denn durch zusätzliche Zuckerimporte aus Südamerika würde sowohl die wirtschaftliche Krise der heimischen Zuckerproduktion verschärft als auch der Klimawandel weiter beschleunigt”, so Moosbrugger.

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Lockdown: Bauern bleiben auf Gemüse sitzen

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