HELLSKLAMM: Ein Ausritt auf dem 6×6 Kampfgerät

Nächster Offroad-Day am 09.06.2018!

Hellsklamm Kickoff 2 2018
Game Over! Die gefährlichste Stelle des Steilhangs fordert wieder ein Opfer | © zib/Peter Schweinsteiger

Am Tag 2 des HELLSKLAMM-Kickoffs durfte ich er-Fahren, das unsere SUV Ausfahrt am Vortag ein „Waldspaziergang“ war, wir sahen quasi höchstens den Vorhof der Offroad-Hölle. Denn am Sonntag starteten die Profis ihre Kampfgeräte und ich war CoPilot am „Sechsrad“.

Die Saison Eröffnung des Eventforstbetriebs HELLSKLAMM findet ja an einem ganzen Wochenende statt und am 29.04.2018 durfte ich einen ganzen Tag dort erleben.
Keine Panik, nach dem langen Erlebnis-Bericht des ersten Tages, versuche ich mich kürzer zu halten, möchte aber doch auf den Ablauf eines solchen Offroad-Days eingehen.

Fahrerbesprechung, Gruppeneinteilung und Lagebesprechung

Hellsklamm Kickoff 2 2018
Der Hellsklamm Chef bei der morgendlichen Instruktion | © zib/Peter Schweinsteiger

Man trifft sich relativ zeitig, so ab 08:00 sind die ersten Besucher schon im Basecamp, denn bald gibts das im Preis inkludierte, kräftige Frühstück, mit Speck, Eier und der Muntermacher kommt von der besten löslichen Kaffeemarke, usw.
Hier kommt gleich mein erster und einziger Kritikpunkt an dieser Location: Echten Kaffee gibts nur an der Bar, ist nicht inklusive.

Nach der Stärkung, so gegen 09:30 wird es ernst, spätestens wenn der Hellsklamm Chef Florian Lechner einen der als Sitze getarnten Baumstämme erklimmt und seine Instruktionen ausgibt.

Hier erfahren wir den normalen Tagesablauf und ggf. Neues. Denn diese Location birgt immer wieder Überraschungen, dieser Ort verändert sich oft über Nacht.

Wichtig sind auch die Fahrerbesprechungen, wo die Guides mit den Teilnehmern ihrer Fahrzeug-Gruppe die Details besprechen. Denn zwischen einem normalen SUV oder den „Kampfgeräten“ mit extremer Offroad-Ausrüstung (riesige Stollenreifen, Sperrdifferential, Starrachsen, Untersetzung, evtl. gar Überrollbügel, usw.) ist ein Unterschied.

Daher werden kleine Gruppen gebildet, immer eine überschaubare Zahl an Teilnehmern wird zu einer Gemeinschaft, welche es nun, auf den ihnen zugeteilten Routen, mit der Hellsklamm aufnehmen wird. So um 10:00 Uhr starten die Motoren, wer da noch nicht da ist, versäumt zumindest die Vormittags-Fahrt.

Heute mal Beifahrer – am „Erdferkel“ Sechsrad

Hellsklamm Kickoff 2 2018
Der 6×6 Pinzgauer, das Arbeitsgerät von Hellsklamm Driver Max schafft eigentlich alles – auch den mörderischen Steilhang! | © zib/Peter Schweinsteiger

Ich schonte diesen Tag den PRESSE-LANDY, der ja gestern so brav und tapfer war, und fuhr per Anhalter durch die wildeste Klamm des Wienerwaldes.

Als Beifahrer lassen sich einfacher Fotos machen, wenn man nicht dauernd drauf achten muss, dass das eigene Fahrzeug irgendwo abrutscht oder gar einen Stau im Wald verursacht – weil der Fotograf dauernd aussteigt.
So dachte ich zumindest, dass ich ur coole Fotos schießen kann. Nun, es sollte nicht so einfach werden.

Als Fahrer wurde mir Max vom Team „Erdferkel“ empfohlen, welcher auf seinem Sechsrad, einem 6×6 Pinzgauer sogar bei der SuperKarpata mit fährt. Die Teilnehmer der SuperKarpata, dem unvergleichlichen Offroad-Abenteuer trainieren ja gerne in der Hellsklamm – die Bedingungen sind ideal.

Max nimmt auch noch drei Jungs mit, also 5 Mann auf einem Sechsrad – das wird lustig. Ok, mein Bericht vom Vortag titelte mit „Dieser Weg wird kein leichter sein, … steinig und …„. Aber was beim Ausritt auf dem Pinzgauer alles folgte, degradierte alles das zu einem Waldspaziergang.

Selbst für SUV Fahrer, die sich ab und zu in´s „Gemüse“ wagen, ist es ein unglaubliches Erlebnis, was der Mann da mit seinem 6×6 Fahrzeug erklimmt und überwindet.

Hält der „Quadkiller“ Steilhang einen Pinzgauer auf?

Hellsklamm Kickoff 2 2018
Pinzgauer Cockpit, mit dem Motor in der Mitte | © zib/Peter Schweinsteiger

Er treibt das Fahrzeug auf Steilhänge, welche man nicht mehr durch die Windschutzscheibe überblicken kann, weil zu hoch und die erst dort beginnen, wo sie dem Blick entschwinden. Nun sind diese, für Laien kaum als Weg erkennbare Strecken im tiefsten Gatsch versunken und voller Baumstümpfe, Steine, usw.

Doch Max´Kampfgerät erklimmt den „Quadkiller“ Steilhang souverän – als einziger in unserer Gruppe von Hardcore Piloten. Die anderen, eben ein paar Quads, ein Jeep Wrangler und ein Suzuki Samurai packen den Hang nur mit der „Winch„.

Das „Winchen“, also sich mit der Hilfe von Seilwinden mit eigener Kraft aus dem Dreck ziehen, gehört für diese echten Offroader zum Alltag. Sieht man auch an den geübten Handgriffen, am Zusammenspiel von Fahrer und Beifahrer. Letzterer ist auch immer derjenige, welcher den richtigen (bloß nicht zu dünnen!) Baum für den Baumgurt suchen muss, den richtigen Winkel zum Auto abschätzen muss, damit die Zugkräfte optimal wirken.

Hier kommt Know-how und robuste Technik zum Einsatz. Etwa lebt hier noch der früher weit verbreitete CB-Funk noch, womit sich die Teamleute verständigen. Immerhin ist es oft Zentimeter-Arbeit, die schweren Gelände-Boliden vom Fleck zu kriegen. Das muss genau abgestimmt sein, denn der Fahrer, samt Auto oft in unmöglicher Schräglage, sieht wenig bis nichts … wo denn der Abgrund beginnt, oder wo genug Grip ist.

Es ist überhaupt faszinierend, wie diese Fahrzeuge ausgestattet sind: In jeder Ecke, außen wie innen befinden sich Dinge, welche Otto-Normalfahrer niemals in seiner Stadtkutsche haben würde: Werkzeugkästen wie in einer gut sortierten Werkstatt, überdimensionale Wagenheber, Profi-Navis, Funk, Anfahrtshilfen, Packnetze, Schaufeln, Äxte, und gar Forst-Werkzeuge.

Expedition in Gegenden, die nie ein Mensch zuvor erstiegen hat

Hellsklamm Kickoff 2 2018
3 Jung-Offroader hatten den absoluten Spaß am Sechsrad | © zib/Peter Schweinsteiger

Doch fahren wir fort mit dem Pinzgauer, übrigens Bj. 1975, 2,2 l Hubraum und grade mal 87 PS – also vmtl. älter als unsere drei jungen Offroader zusammen, welche auf der Ladefläche herum turnten und mächtig Spaß hatten.

Nach diesen Steilhang kam wieder einer –  nur halt aaaahhhhhbwärts!
Mitten durch den Wald runter, über eine Trasse aus scharfkantigen Steinen, jeder in Bierkisten-Größe und dazwischen Baumstümpfe, Wurzeln usw. Das ein Fahrzeug sowas aushält!

Apropos aushalten: Als Fahrer, oder eben Beifahrer, egal ob auf dem gleichnamigen Sitz oder auf der Ladefläche – sollte man schon auch selbst gute „Stoßdämpfer“ haben. Denn die Polsterung eines Kampfgerätes wie der „Erdferkel“-Pinz besteht aus 2 halbwegs weichen Teilen – das war´s.
Die Jungs hatten hinten gar nichts gepolstertes, aber auch nicht so alte Knochen wie euer Reporter …

Der Spaß ist aber grenzenlos, auch im hohen Alter ist es ein Erlebnis, dass man nie vergisst. Ebenso grenzenlos scheinen die Kletterkünste des Sechsrades zu sein, denn wo sich Max damit heran wagt, ist unglaublich.
So stehen wir plötzlich vor einer lehmigen, hoch aufragenden Wand, die einfach in Reichweite vor der Schnauze des Pingauers auftaucht. Und auch da, beinahe ohne jeden Schwung kraxeln wir da rauf!

Es geht dann noch Stunden weiter, über Stock und Stein, wir dringen in Gegenden vor, die nie ein Mensch zuvor erstiegen hat. Und auch nicht so schnell wird, denn dort, im Gatsch versagen auch Kletterschuhe mit Steigeisen. Doch unsere, mittlerweile etwas kleiner gewordene Gruppe aus drei Fahrzeugen gab nicht auf.

Halbzeit, Mahlzeit und die nächste Tour de Gatsch

Hellsklamm Kickoff 2 2018
Der Küchenchef hat etliche Schweinsbraten im gigantischen Ofen. | © zib/Peter Schweinsteiger

Im Basecamp angekommen, gibts nach der Erst-Versorgung des Geräts noch jene für Leib und Seele in Form leckerer Grillwürstel oder Schweinsbraten.

Damit ist aber erst Halbzeit, denn Nachmittags geht es mit einer weiteren Tour de Gatsch bis zum Abend weiter!
Und wer dann noch kann, darf in der sogenannten und gekennzeichneten Trialzone, ein bisschen frei herum kurven.

Am Abend werden dann die Motoren leiser, verstummen ganz, nur das Traktor-Aggregat für den Dampfstrahler arbeitet unermüdlich – dafür werden die Stimmen lauter. Denn es gibt so viel zu erzählen …

Damit höre ich jetzt auf, lassen wir die die Bilder sprechen.
Es sind leider nicht so viele – denn: Wie schon weiter oben gesagt: So einfach ist das nicht – weil hier würde jede Anti-Verwackelungs-Technik überfordert sein – hätte ich sowas denn.

PS: wir sehen uns am 09.06.2018 beim nächsten Hellsklamm Offroad Day alle wieder
– Zeit im Blick ist mit dem PRESSE-LANDY natürlich wieder dabei …

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