Kaspersky Warnung: Wie gefährlich ist russische Software?

Matrix
geralt / Pixabay

Die Russen kommen!“ Nein, sie sind schon da. Theoretisch und praktisch sitzt vielleicht ein virtueller KGB, ähem FSB Agent im Rechner und tarnt sich als Anti-Virentool?

Heute erreicht uns eine Pressemitteilung des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, in der vor der „Antiviren“ Software des russischen Herstellers Kaspersky gewarnt wird.

Leider verbieten es uns die Nutzungsbedingungen dieses Amtes, dass man die Pressemeldung(!) publizieren oder in lesbarer Weise zitieren darf. Daher hier der Link zu der Kaspersky-Warn-Meldung, wo auch einige wichtige weiterführende Informationen zu finden sind:
https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2022/220315_Kaspersky-Warnung.html?nn=1025778

Hier noch der Link zur aktuellen Lageentwicklung bezüglich der Cyber-Sicherheit im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine:
https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Cyber-Sicherheitslage/Ukraine-Krise/ukraine-krise_node.html

Antiviren-Programme mit Nebenwirkungen

Schade ist eh nicht darum, immerhin taugte Kaspersky nie viel, egal wie es von (dafür bezahlten) sog. Fachmagazinen gelobt wurde. Irgendwie war es stets das östliche Gegenstück von McAfee (Vielen durch die tragische Gründerfigur John McAfee bekannt).

IT Profis rieten ja längst dazu, auf die „AV-Tools“ (Antiviren-Software) zu verzichten. Man solle besser in eine gute Absicherung nach außen investieren und den Hausverstand einschalten. Diese AV-Tools würden eine trügerische Sicherheit verbreiten, manche seien sogar gefährlich, weil manche getarnte Schadprogramme sein können.

Keiner der in bekannten Antivirus Programmpaketen enthaltenen Scanner würden alles erwischen, der Echtzeitschutz ersetzt kein Brain.exe und keine Heuristik sei wirklich verlässlich. So die Profis, welche auch andere „Sicherheits-Software“ ähnlich kritisch sehen. Also spezialisierte Tools gegen Malware, PUP, Trojaner usw.

Es reicht, den im Betriebssystem mitgelieferten Schutz aktiv und aktuell zu haben, etwa den Microsoft® „Defender“ in Windows. Tatsache: Das kleine Tool mischt sich nicht überall ein, braucht kaum Ressourcen und tut, was es soll.

Muss man nun alle Software aus Russland deinstallieren?

Wie hier schon gesagt, erzeugen russische Programmierer stabile, zuverlässige und preisgünstige Software. Wer einmal nachschaut, woher die Programme auf seinem Rechner kommen, wird überrascht sein, wie viel davon aus dem größten Land der Erde kommt!

Man muss aber schon in die Lizenzvereinbarungen der Software oder ins Impressum der Hersteller-Website schauen (sofern die einen Hinweis auf die Herkunft haben). Denn die Sites sind meist englisch und in nichts von US-Sites oder EU-Sites zu unterscheiden.

Nun, solange es sich bloß um eine Bildbearbeitung oder ein Malprogramm handelt, ist das egal. Aber bei Software, welche so tief ins System eingreift, wie es Anti-Viren-Tools tun – da ist höchste Vorsicht geboten!

Also: Wenn so ein „Schutz“-Programm ohnehin nichts taugt: Runter damit! Gilt für alles, was den Rechner nur zumüllt, egal von wem oder wo die Software stammt!
Warum das gerade im Fall Kaspersky so wichtig ist, versucht CHIP hier zu erklären.