Kritik an praxisferner Weihnachtsregelung für Pflegeheime

Bund setzt Verschärfung statt Lockerung um – kein Besuch ohne negativen Test erlaubt – Länder befürchten hohe Zahl von Ausgängen über Weihnachten mit entsprechendem Infektionsrisiko.

Für eine Besucher-Sonderregelung über die Weihnachtszeit wollte heute in einer Videokonferenz mit Minister Rudolf Anschober die Kärntner Gesundheits- und Sozialreferentin Beate Prettner plädieren. Tatsächlich aber, hat der Bund völlig überraschend im Vorfeld eine Verschärfung verordnet: Aus dem Entweder ein negatives Testergebnis Oder eine FFP2-Maske bei einem Besuch im Pflegeheim wurde heute ein sowohl als auch. „Es war keine Diskussion mehr möglich, wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, kritisiert die Gesundheitsreferentin die praxisferne Verordnung des Ministeriums.

Das Land Kärnten entlaste die Pflegeheime bereits mit einem kostenlosen Besuchermanagement und stelle Hilfs- und Unterstützungspersonal zur Verfügung. Das Land wird die Heime nun auch mit kostenlosen FFP2-Masken für Besucher beliefern. Ebenso wird den Pflegeheimen die entsprechende Anzahl von Antigentests für Besucher zur Verfügung gestellt.

Allerdings rechnet Prettner – wie ihre Kollegen aus den Bundesländern – mit einer hohen Anzahl von Angehörigen, die Heimbewohner über Weihnachten nun nach Hause holen werden. „Damit einher geht natürlich wieder ein erhöhtes Infektionsrisiko. Es wäre viel vernünftiger gewesen, mit einer Weihnachts-Sonderregelung Besuche in den Pflegeheimen zu vereinfachen, statt sie de facto fast zu verunmöglichen“, kritisiert Prettner

Quelle