(R)echt einfach: vertragen.at

vertragen.at
Nur eine kleine Auswahl der möglichen Verträge auf vertragen.at | Foto: Screenshot vertragen.at / © Rechtsanwalt Mag. Dorian Schmelz

Österreich ist in punkto E-Government top; Aber eine ähnliche digitale Dienstleistung – “Legal-Tech” – wird hier noch skeptisch betrachtet. Was ist das und wer brachte die erste österreichische Online Rechtsberatung heraus? 

Während Automatisierungs- und Digitalisierungstendenzen im angloamerikanischen Raum in den letzten Jahren auch in Dienstleistungsbranchen zunehmend Einzug fanden, war dies in Österreich bislang kaum festzustellen.
Ausgerechnet im E-Government – Land Österreich.

Legal-Tech” oder “Legal Technology” wird bei Wikipedia als IT-Produkt beschrieben, welches juristische Prozesse soweit unterstützt, dass schließlich komplette Rechtsberatungen damit erledigt werden können.

Erste umfassende Legal-Tech-Plattform in Österreich gelauncht

Was die Global-Player lange ankündigen, aber bisher nicht lieferten, hat die österreichische Anwaltskanzlei Schmelz Rechtsanwälte OG im Herbst 2018 geschafft und hat ein bemerkenswert einfaches, wie auch effektives Tool vorgestellt.

Am 12.9.2018 erfolgte der Markteintritt von Vertragen.at, einer Plattform, die der automationsunterstützten Erstellung von Rechtsdokumenten dient.

Die Zielgruppe ist einerseits abseits der typischen Anwalts-Kundschaft zu finden, das Angebot steht also juristischen Laien zu Verfügung und andererseits können Rechtsabteilungen, schnell Dokumente zukaufen.

Die Funktionsweise von Vertragen ist auf hohe Usability ausgelegt, soll die Plattform doch auch fachlichen Laien offenstehen.

Service zum Bruchteil üblicher Kosten

Vom Start weg wurden auf der Plattform rund 40 Vertragstypen angeboten. User werden nach Wahl des passenden Produkts durch ein Frage-Antwort-Schema geleitet, auf dessen Basis vollautomatisch Rechtsdokumente erstellt werden.

Der gesamte Prozess nimmt zumeist wenige Minuten in Anspruch und verursacht Kosten im zweistelligen Eurobereich – und somit einen Bruchteil der Kosten konventioneller juristischer Beratungstätigkeit.

Mittlerweile sind es fast 50 Dokumente und wie uns Mag. Dorian Schmelz im Interview mitteilte, “arbeitet man fortwährend am Ausbau, an neuen Verträgen“. Derzeit ist der Schwerpunkt auf private Belange ausgerichtet, doch man kann sich vorstellen, dieses Service auch in Richtung Business, für gewerbliche Kundschaft zu verstärken.